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Christentum und Kirche im Frühmittelalterlichen Bayern

Titel Christentum und Kirche im Frühmittelalterlichen Bayern
Autor Wurster Herbert W. 
Verlag Haus der Bayerischen Geschichte
Jahr 1989
Seiten 48
ISBN-10 3927233005
Kategorie Geschichte
Suchbegriff Christentum Kirche 
Vorwort
 
In diesem Jahr feiern Bayerns Bistümer ihr 1250-jähriges Bestehen, ein Jubiläum von großer historischer Dimension. Mit den durch Bonifatius organisierten Bistumsgründungen fand ein etwa zweieinhalb Jahrhundert früher einsetzender Christianisierungsprozeß seinen institutionellen Abschluß. Zugleich wurde mit diesem Datum die Bavaria Sancta, das christliche Bayern, begründet, das durch alle Säkularisierungsprozesse hindurch das Leben geprägt hat.
Es gelang Bonifatius, der in Bayern mehr Organisator als Missionar war, eine Landeskirche zu schaffen, die rombezogen agierte und dennoch eigenständig war. Die Bischofsstädte Passau, Regensburg, Freising und Salzburg wurden zu kulturellen Mittelpunkten. Die Diözesen prägten als geistliche Landschaften die bayerische Landkarte; Bischöfe und Erzbischöfe gehörten seit diesem Datum zur bayerischen Elite und wurden zu Faktoren auch der bayerischen Politik. Damit sind Strukturen angelegt worden, die bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein nahezu ungestört erhalten blieben und die bis heute in der Kirchenorganisation und in der Kulturlandschaft präsent sind.
 
Gedankt sei dem Autor, Herrn Diö-zesanarchivar Dr. Herbert W. Wurster, der den Text verfaßt und das Bildmaterial ausgewählt hat, und dabei neueste Ergebnisse der Forschung berücksichtigen konnte. Er betont besonders die Kontinuität des Christentums nördlich der Alpen und die Bedeutung der irofränkischen Mission durch Emmeran, Korbinian und Rupert, die in ihrem Kern nicht Bekehrung, sondern Kirchenorganisation war. Berücksichtigt sind auch neuere Ergebnisse der Archäologie, wie sie vor allem in der Bajuwaren-ausstellung von 1988 in Rosenheim und Mattsee ihren Niederschlag gefunden haben. Besonders wichtig für die Folgezeit ist die Tatsache, daß die Diözesen als Mittelinstitutionen zwischen den regionalen Ortskirchen, der bayerischen Klosterkultur und der Weltkirche eine kirchen- und staatspolitische Funktion erhalten haben.
Dieses Bündel prägender fortwirkender Traditionen darzustellen und in Bild und Wort ins Blickfeld zu rük-ken, ist Ziel dieses Heftes, mit dem das Haus der Bayerischen Geschichte seinen Beitrag zum Jubiläumsjahr der bayerischen Diözesen leisten will.
 
Manfred Treml

 




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