Außenministerium

20.02.1799 Kurfürst Max IV. Joseph zieht umjubelt in München ein

München * Der neue Kurfürst Max IV. Joseph zieht unter dem Jubel der Bevölkerung in München ein.

Der Neue will sich von seinem Vorgänger positiv abheben, aber auch das Land verändern. Er vertraut seinem Berater Maximilian Joseph von Montgelas und lässt ihn nach eigenem Ermessen schalten und walten.

Für Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas bedeutet das die Chance, das Kurfürstentum Pfalz-Baiern zu einem modernen Staat umzubauen. 

Da Kurfürst Max IV. Joseph stark zur Bequemlichkeit neigt, kommt ihm das Engagement Montgelas gelegen. 
Montgelas übernimmt bis 1817 die Aufgaben eines „Ministers der Auswärtigen Geschäfte“

21.02.1799 Montgelas übernimmt das „Département der Auswärtigen Angelegenheiten“

München * Kurfürst Max IV. Joseph überträgt Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas als „Geheimer Staats- und Konferenzminister“ das „Département der Auswärtigen Angelegenheiten“.

Damit ist Montgelas „Kabinettschef“, weil es das Amt des „Ministerpräsidenten“ noch nicht gibt. 

09.12.1809 Montgelas übernimmt zum zweiten Mal die Funktion des „Finanzministers“

München-Kreuzviertel * Nach dem Tod des „Baierischen Ministers der Finanzen“, Johann Wilhelm von Hompesch, übernimmt Maximilian Joseph Graf von Montgelas zum zweiten Mal die Funktion des „Finanzministers“.

Damit konzentrieren sich die drei wichtigen Ministerien „Außenministerium“, „Innenministerium“ und „Finanzministerium“ in einer Person.
Montgelas hat im Verlauf seiner Tätigkeit in Bayern sehr viel Macht, Entscheidungsgewalt und Einfluss auf seine Person konzentriert. 

Er ist nicht nur mächtig, sondern sogar allmächtig.
Ein Zustand übrigens, den er übrigens im „Ansbacher Mémoire“ massiv kritisiert hat. 

Dies führt im Krankheitsfall des Ministers allerdings zum nahezu völligen Erliegen der Regierungstätigkeit. 

02.02.1817 Graf Maximilian Joseph von Montgelas erhält seine „Entlassungsurkunde“

München-Kreuzviertel * Mit den Worten: „Sonntag um elf Uhr werde ich mich bei Ihnen einfinden; adieu mon cher Montgelas. Ich hoffe, Sie in besserer Gesundheit anzutreffen, als ich Sie verlassen habe“, hat der baierische Herrscher sein Kommen für den 2. Februar 1817 angekündigt.

Doch statt dem König fährt ein Bote mit der „Entlassungsurkunde“ in der Tasche in das Palais am Promenadeplatz. 

Der abgesetzte Minister erhält nicht einmal die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.
Das „Kündigungsschreiben“ ist so formuliert, als hätte der Graf selbst aus gesundheitlichen Gründen gebeten, „ihn der ganzen Last der ihm bisher anvertrauten Staatsämter zu entheben“.

Graf Maximilan Joseph von Montgelas schweigt nach der Überreichung des Schreibens erst einmal eine Viertelstunde und äußert sich dann nur über die - aus seiner Sicht - viel zu niedrige Höhe der Pension.
30.000 Gulden erhält der Neurentner, statt der 36.000 Gulden, die er als aktiver Minister erhalten hat.

Das ist also der Dank des „Hauses Wittelsbach“ für den Mann, der ihnen in jahrzehntelanger Arbeit das Land vergrößerte, einen modernen Staat geschaffen und die Königskrone errungen hatte.

Doch für Kronprinz Ludwig ist der Minister, der Baiern geformt, reformiert und modernisiert hat, einfach zu „unteutsch“.

In dieser Zeit kursieren zudem „Schmähschriften“, in denen Montgelas unterstellt wird, er sei nur ein „halber Baier“ und gehöre der alles unterjochenden französischen Nation an.

Als Ernestine von Montgelas nach der Entlassung ihres Mannes als Minister die Gruppierung der Verschwörer an der „Hoftafel“ beschimpft, erhält sie lebenslanges „Hofverbot“.

Kein Wunder, dass der ansonsten denkmalgeile König Ludwig I. dem Architekten des modernen Baiern kein Bronzestandbild setzen lässt, wohl aber seinem Mitverschwörer Fürst Carl Philipp von Wrede.
Danach bewirkt eine deutsch-national gestimmte bayerische Geschichtsschreibung, dass Montgelas bei den Bayern in keinem guten Andenken bleibt.

Nach der Entlassung des Grafen Maximilian Joseph von Montgelas werden die Ministerien neu aufgeteilt.
Das „Portefeuille des Äußeren“ erhält Alois Graf von Rechberg, das des „Inneren“ Friedrich Graf von Thürheim und das der „Finanzen“ Maximilian Freiherr von Lerchenfeld.

09.02.1912 Georg von Hertling wird „Minister des Königlichen Hauses und des Äußeren“

München * Nach dem Rücktritt von Clemens von Podewils-Dürniz überträgt Prinzregent Luitpold dem Zentrumsvorsitzenden Georg Freiherr von Hertling das „Ministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren“ sowie den „Vorsitz im Ministerrat“.

08.08.1914 „Auswirkungen des Krieges auf die gewerbliche Wirtschaft“

München * Das bayerische „Außenministerium“ beauftragt die „Kreisregierungen“, innerhalb von sechs Wochen über die „Auswirkungen des Krieges auf die gewerbliche Wirtschaft“ zu berichtigen. 

11.12.1917 Kriegserklärung der USA an Österreich-Ungarn verkündet

Washington - Wien * Die „Kriegserklärung“ der Vereinigten Staaten von Amerika an Österreich-Ungarn wird offiziell  verkündet. 

Im „k. u. k. Ministerium des Äußern“ kann die amerikanische „Kriegerklärung“ jedoch erst am 18. Dezember 1917 in Empfang genommen werden.

18.12.1917 US-Kriegserklärung von Österreich-Ungarn entgegengenommen

Wien - Washington * Das „k. u. k. Ministerium des Äußern“ nimmt die amerikanische Kriegerklärung vom 11. Dezember 1917 gegen Österreich-Ungarn entgegen. 

07.11.1918 Die Räte sollen den Ablauf des Umsturzes organisieren

München-Ludwigsvorstadt * Der Mathäserbräu wird aufgrund seiner zentralen Lage zwischen Hauptbahnhof, Wittelsbacher Palais, Landtagsgebäude, Außenministerium, Residenz und Polizeipräsidium als Hauptquartier der Revolutionsbewegung ausgewählt.

Die Funktion der spontan entstandenen revolutionären Arbeiter- und Soldatenräte besteht zunächst darin, den Ablauf des Umsturzes zu organisieren und seinen Erfolg sicherzustellen. Die Räte fungieren als Organe der Revolution. Sie leiten umgehend Maßnahmen ein:

  • Bewaffnete Soldaten patrouillieren auf Lastkraftwagen die Nacht hindurch und sollen - wenn nötig - die Ordnung aufrecht erhalten.
  • Vor den wichtigen öffentlichen Gebäuden werden Wachen aufgestellt.
  • Die Verkehrs- und Nachrichtenzentren werden übernommen.
  • Die wichtigen Zeitungsredaktionen und Verlagshäuser werden besetzt, um Bekanntmachungen zu drucken und die Bevölkerung mit Informationen zu versorgen. 
10.01.1919 Gefangenenbefreiung durch Demonstrationen

München-Ludwigsvorstadt - Theresienwiese - München-Kreuzviertel * Rund 200 „Linksradikale“ treffen in der Bayerstraße auf eine „Militärstreife“, die diese zum Auseinandergehen auffordert.  
Erst nach einem Schusswechsel, bei dem niemand verletzt wird, zerstreut sich die Gruppe.  

Gegen 13 Uhr versammeln sich über tausend Demonstranten auf der „Theresienwiese“, die durch die Redner von den Verhaftungen nahezu aller Anführer der „Kommunisten“ und „Spartakisten“, darunter: Erich Mühsam, Josef Sontheimer, Eugen Leviné, Max Levien, Hildegard Elisabeth Cramer und weitere.  

Gegen 15 Uhr beginnen die entsetzten Versammelten einen Demonstrationszug zum „Montgelas-Palais“, in dem „Ministerpräsident“ Kurt Eisner residiert, und fordert die „Freilassung der Verhafteten“.  
Eisner erklärt sich zum Empfang einer Abordnung am nächsten Tag bereit, wenn sie ruhig und ohne Massendemonstration käme.  

Die Demonstranten werden immer erregter. 

Oskar Maria Graf berichtet: „Hin und her drängte sich alles. Hinter dem verschlossenen Tor, hieß es, stünden schussbereite Maschinengewehrschützen. Man ratschlagte einige Minuten.  
Auf einmal kletterte ein Matrose auf dem Kandelaber zum Balkon empor, schwang sich drüber und verschwand unter lautem Jubel in der Tür.  
Kurz darauf erschien er mit Eisner, der fürchterregt auf uns herunter schrie: ‚So holt sie euch, in Gottes Namen! Sie sind enthaftet!‘“
 

Daraufhin ziehen sich die Demonstranten zurück. 

04.04.1919 Stellenlose Kaufleute demonstrieren vor dem „Montgelas-Palais“

München-Kreuzviertel * Stellenlose Kaufleute demonstrieren vor dem „Ministerium des Äußeren“ am Promenadeplatz, dem „Montgelas-Palais“




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