Armee

16.06.1705 Je vier Höfe müssen einen tauglichen Mann für die Armee stellen

München * Die „Kaiserliche Administration“ ordnet an, dass jeweils vier Höfe einen tauglichen Mann für die Armee zu stellen haben.

24.12.1705 16.000 „Unterländer“ schlagen in Steinhöring ihr Hauptquartier auf

Steinhöring * Durch die Verstärkung aus dem nördlichen „Rentamt München“ ist die „Unterländer-Armee“ unter dem Kommando von Johannes Hoffmann auf 16.000 angewachsen.

Ihr Hauptquartier schlagen sie in Steinhöring bei Ebersberg auf.

Die „Kaiserliche Armee“ unter der Führung des „Generalwachtmeisters“ Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum muss sich bis nach Anzing zurück ziehen. 

07.02.1788 „Memorandum zur Neuorganisation der baierischen Armee“

München * Sir Benjamin Thompson legt Kurfürst Carl Theodor ein „Memorandum zur Neuorganisation der baierischen Armee“ vor. 

Hauptziel und der Zweck der Reform „ist eine gute Armee bei geringen Kosten“

Der begeisterte Baiernherrscher ernennt den Urheber der Reformvorschläge zunächst zum „Oberst“.

29.03.1788 Sir Benjamin Thompson wird „Kriegsminister“

München * Das von Sir Benjamin Thompson vorgelegte „Memorandum zur Verbesserung des baierischen Militärwesens“ wird von der kurfürstlichen Kommission angenommen.

Thompson wird zum „Kriegsminister“ im Rang eines „Generalmajors“ befördert. 

Sein Vorgänger, Freiherr Johann Ernst Theodor von Heyen gen. Belderbusch, wird „ungnädig wegen missfälliger Verwaltung“ entlassen und als „Militärgouverneur“ nach Mannheim versetzt.

11.09.1789 Schriften mit revolutionären Inhalten

München * Kurfürst Carl Theodor verbietet alle Schriften mit möglicherweise revolutionären Inhalten. 

Ein im „Herzogspital“ gefundenes Flugblatt in Form eines Gebetes wünscht sich sogar die „französische Revolutionsarmee“ herbei.

10.02.1793 Die „französische Armee“ besetzt Zweibrücken

Zweibrücken - Mannheim * Die „französische Armee“ marschiert in Zweibrücken ein und besetzt das Land. 

Herzog Carl II. August flieht nach Mannheim. 

24.06.1796 Die Revolutionsarmee überschreitet den Rhein

Frankreich - München * Als Jean-Victor Moreau mit seiner 78.000 Mann starken französischen Revolutionsarmee den Rhein überschreitet, bricht in München eine Panik aus, da man nun eine baldige Besetzung der baierischen Hauptstadt befürchtet.

18.08.1796 München wird von allen Seiten belagert

München * Die französischen „Revolutionstruppen“ unter Jean-Victor Moreau nehmen München ein und besetzten das linke Isarufer.  

Der französische Befehlshaber Moreau gibt der Münchner Stadtbevölkerung die Zusage, dass die Stadt verschont bleibt.
Zum Ausgleich plündern sie allerdings die umliegenden Dörfer.  

Als Verteidiger belagern die „Kaiserlichen“ und die „Condéer“ das rechtsseitige Isarhochufer.  
Die Kämpfe dauern bis zum 8. September.  

Durch einen - von den Österreichern verursachten - Brand wird die Häuserzeile in der Kirchenstraße, vom „Hofmarkschloss“ bis zum „Mesmerhaus“, in Schutt und Asche gelegt.  

Den geschundenen Vorstädtern ist es freilich vollkommen egal, ob sie ein Condéer terrorisiert, ein Österreicher drangsaliert oder ein Franzose ausplündert. 

26.08.1796 Bitte um Gnade für München

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die kaiserlichen Truppen sperren die Isarbrücke. 

Gleichzeitig reitet eine sechsköpfige Delegation unter der Führung von Bürgermeister Philipp von Hepp der herannahenden französischen „Revolutionsarmee“ entgegen und bittet um Gnade für München.

02.09.1796 Bürgermeister Philipp von Hepp kann wieder nach München zurückkehren

München * Die sechsköpfige Delegation unter der Führung von Bürgermeister Philipp von Hepp kann nach den Verhandlungen mit der französischen Revolutionsarmee wieder nach München heimkehren.

11.09.1796 Enteignungsmaßnahmen für den Bau der „Rumfordstraße“ eingeleitet

München * Noch vor dem Abzug der französischen „Revolutionsarmee“ und der „Kaiserlichen“ lässt sich Reichsgraf von Rumford vom „Landesdirektorium“ für die notwendigen Gegenmaßnahmen für rasche Truppendurchzüge ermächtigen. 

Gleichzeitig wird eine Kommission zur finanziellen Entschädigung der enteigneten Grundstücksbesitzer gebildet.

12.09.1796 Die „Revolutionsarmee“ zieht sich aus Münchens zurück

München * Die französische „Revolutionsarmee“ zieht sich aus der Umgebung Münchens zurück. 

Nur wenige Stunden später folgen ihnen auch die Österreicher und die „Condéer“.
Durch den raschen Rückzug wird die Stadt von einer drohenden Hungersnot erlöst.

22.11.1800 Die Franzosen verlegen ihr „Hauptquartier“ wieder nach München

München * Die Franzosen verlegen ihr „Hauptquartier“ wieder nach München.  

„Marschall“ Jean-Victor-Marie Moreau bezieht die „Herzog-Maxburg“, seine „Rheinarmee“ lagert um die ganze Stadt. 

09.04.1801 Die Rheinarmee verlässt München

München * Der größte Teil der Rheinarmee verlässt München wieder. 

12.04.1801 Auch das Besatzungsbataillon verlässt die baierische Landeshauptstadt

München * Auch General Charles Matthieu Isidore Decaën verlässt mit seinem Besatzungsbataillon die baierische Landeshauptstadt.

Er droht umzukehren, falls sich vor dem 13. April auch nur ein kurbaierischer Soldat in der Stadt sehen lassen sollte. 

25.08.1805 Napoleon Bonaparte lässt seine „Große Armee“ abmarschieren

Frankreich - Österreich * Napoleon Bonaparte lässt seine „Große Armee“ in Richtung Österreich abmarschieren.

Ende September will er in Baiern ankommen.

20.10.1805 Die „Kapitulation von Ulm“

Ulm * In der „Kapitulation von Ulm“ muss die eingeschlossene österreichische Deutschlandarmee kapitulieren. Baiern ist damit befreit.

Napoleon Bonaparte hat damit den ersten wichtigen Sieg des Dritten Koalitionskrieges errungen. 

24.10.1805 Napoleon Bonaparte zieht triumphal in München ein

München * Napoleon Bonaparte zieht mit Kanonendonner, Glockengeläut und unter dem Jubel der Bevölkerung triumphal durch das Karlstor in das festlich beleuchtete München ein.

Nach einem kurzen Aufenthalt in München rückt er mit seiner Grande Armée nach Osten vor.

Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch auf der Flucht. 

26.10.1805 Die Grande Armée überschreitet den Inn

Inn * Napoleon Bonaparte überquert mit seiner Grande Armée den Inn. 

19.05.1808 Die „Lehel-Kaserne“ als Unterkunft für das „Fuhrwesen-Bataillon“

München-Lehel * König Max I. Joseph bestimmt die „Lehel-Kaserne“ als Unterkunft für das „Artillerie- und Armee-Fuhrwesen-Bataillon“, für das eine große hölzerne Remise für sechzig Transportwagen im ehemaligen Klostergarten erbaut wird. 

09.04.1809 Erzherzog Johann erklärt Frankreich und seinen Verbündeten den Krieg

Wien * Erzherzog Johann erklärt Frankreich und seinen Verbündeten den Krieg.

Gemeinsam mit dem österreichischen General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles und 10.000 Mann der „Italienarmee“ rücken sie in Tirol ein.

22.05.1809 Lefébvre und Wrede verlassen mit ihren Truppen Tirol

Tirol * Marschall François Joseph Lefébvre und General Carl Philipp Joseph von Wrede verlassen mit ihren Truppen Tirol. 

Sie sollen durch einen Angriff auf die Steiermark die in Wien stehende „Grande Armee“ entlasten. 
In Tirol bleibt nur die „Division“ Deroy zurück. 

Napoleon Bonaparte hat bei Aspern und Eßling eine Niederlage durch die österreichischen Truppen unter der Führung von Erzherzog Karl erfahren müssen.  

Der Truppenabzug beflügelt Andreas Hofer und seine Verbündeten.
Er überzeugt den österreichischen General Ignaz von Boul zum gemeinsamen Angriff auf den baierischen Feind.
Boul hatte Chastelers Befehl zum Abzug aus Tirol nicht mehr erhalten und blieb nur deshalb im Land.

24.06.1812 30.249 bairische Soldaten beim Russlandfeldzug

Russland * Mit der Überschreitung der Memel durch die französische Armee beginnt - ohne Kriegserklärung - der Russlandfeldzug.

Unter den 450.000 Soldaten der Großen Armee befinden sich 30.249 baierische Soldaten, die von den Generälen Carl Philipp Joseph von Wrede und Bernhard Erasmus von Deroy kommandiert werden. 

05.02.1819 Der Mittelbau der „Lehel-Kaserne“ wird aufgestockt

München-Lehel * Da dem „Fuhrwesen-Bataillon“ die „Lehel-Kaserne“ immer noch zu klein ist, schlägt das „Oberadministrativkollegium“ der Armee vor, den „Mittelbau“ um eine Etage aufzustocken, um so sechs zusätzliche Zimmer für 102 Unteroffiziere und Mannschaften zu gewinnen.  

Der Plan wird an diesem Tag genehmigt und das Vorhaben bis zum Sommer ausgeführt.

09.06.1852 König Max II. schafft die „Vereidigung der Armee auf die Verfassung“ ab

München * König Max II. lässt die „Vereidigung der Armee auf die Verfassung“ abschaffen.  

Diese hatte sein Vater Ludwig I. mit Ausrufung der „Proklamation“ am 6. März 1848 eingeführt.
Im neuen Eid ist von der „Verfassung“ keine Rede mehr. 

28.07.1914 Der Eine ist zu alt, der Andere zu jung

Wien * Der bei Kriegsbeginn kurz vor seinem 84. Geburtstag stehende österreichisch-ungarische Kaiser Franz Joseph I. ist zu schnellen und grundsätzlichen Entscheidungen kaum noch in der Lage, auch wenn er versucht, täglich seine Akten pflichtbewusst und akribisch zu bearbeiten.

Sein Thronfolger, Erzherzog Karl, ist gerade 27 Jahre alt und politisch wie militärisch noch ohne Erfahrung.  
Weil aber die „Oberbefehlsgewalt“ von einem adeligen Mitglied des Erzhauses übernommen werden muss, fällt die Wahl auf der 58-jährigen Erzherzog Friedrich.  

Er besitzt allerdings nur wenige Eigenschaften, die ihn zum „Oberbefehlshaber der österreichisch-ungarischen Armee“ befähigen.  
Erzherzog Friedrich wird als eher ängstlich beschrieben, der nur wenig persönliche Initiative entwickelt und sich hauptsächlich mit seiner Frau beratschlagt, welche Uniform er tragen soll. 

01.08.1914 König Ludwig III. gibt die „Mobilmachung“ bekannt

München-Maxvorstadt * Gegen 19:30 Uhr tritt der greise König auf den Balkon des „Wittelsbacher Palais“ und gibt die „Mobilmachung“ bekannt.

Jubelnd und hüteschwenkend versammeln sich begeisterte Bürger, die den Kriegsausbruch feiern.  

Der versammelten Menschenmenge ruft er zu, er sei zuversichtlich, dass sich seine Soldaten „im Verein mit ihren deutschen Bundesgenossen ebenso wie vor 44 Jahren tapfer schlagen werden und [er] hoffe zu Gott, er möge sie ehrenvoll mit Sieg gekrönt wieder in die Heimat zurückkehren lassen“.  

Als erster „Mobilmachungstag“ wird der 2. August bestimmt.

Die „vollziehende Gewalt“ geht damit von den Zivilbehörden auf die kommandierenden Generale der drei bayerischen Armeekorps in München, Nürnberg und Würzburg über.  
In der Pfalz übernimmt der Kommandeur der 3. Division diese Aufgabe.
Auch die „öffentliche Sicherheit“ wird den Militärbefehlshabern anvertraut.  

Für die bayerische Regierung sind weitreichende Anordnungen der Militärs auch dann „statthaft, wenn sie im Widerspruch mit bestehenden Gesetzen stehen und sich nicht auf einen gesetzlichen Vorbehalt gründen“.

Damit ist das öffentliche Leben weitgehend unter militärischer Kontrolle.

20.08.1914 Die „Schlacht in Lothringen“ ist die erste große Schlacht an der „Westfront“

Lothringen * Die „Schlacht von Lothringen“ beginnt; sie dauert bis zum 22. August und ist die erste große Schlacht an der „Westfront“ und die letzte, in der die bayerische Armee geschlossen ins Feld zieht.

Zunächst geht die Rechnung der Bayern auch auf.  
Die Armeen unter bayerischer Führung können den Franzosen eine schwere militärische Niederlage zufügen, weshalb sie sich aus Lothringen und dem Elsass bis östlich von Nancy zurückziehen müssen. 

20.08.1914 Bayerische Soldaten stecken das Dorf Nomeny in Brand

Nomeny * Bayerische Soldaten stecken das Dorf Nomeny in Brand.

Danach kommt es zu etlichen deutschen Gräueltaten in verschiedenen Orten.  
Manche Zivilisten haben das Glück, dass sie nur als Geisel mitgenommen und später wieder freigelassen werden.  

Unter der Führung von Kronprinz Rupprecht erringen zwei deutsche Armeen zwar einen Sieg, dennoch stecken die Truppen bald in ihren Stellungen fest. 

23.01.1915 Die „Karpaten-Offensive“ beginnt

Karpaten - Ostfront * Die deutsch-österreichisch-ungarische Offensive in den „Karpaten“ beginnt. 

Sehr zum Ärger des österreichischen „Generalstabschefs“ Conrad von Hötzendorf wird die Offensive durch den deutschen „General“ Alexander von Lisingen geleitet.  

Die Russen belagern die „k.u.k.-Festung Przemyśl“, wo 130.000 Soldaten und 30.000 Zivilisten eingeschlossen und vom Hungertod bedroht sind.  

Bis Ende April 1915 wird die „k.u.k.-Armee“ rund 800.000 Mann verlieren [Tote, Verwundete, Vermisste und Gefangene]. 

22.03.1915 Österreichisch-ungarische Kapitulation in Przemysl in Galizien

Przemysl - Ostfront * In Przemysl in Galizien kapitulieren die österreich-ungarischen Truppen vor den russischen Streitkräften. 

08.11.1916 Prinz Heinrich von Bayern fällt am Monte Sule

Arges/Rumänien * Prinz Heinrich von Bayern, Sohn des Prinzen Arnulf und dessen Ehefrau Therese, erliegt seinen Verletzungen, die er sich am Vortag zugezogen hat.

Unterhalb des Gipfels des Monte Sule traf den hochdekorierten Offizier der Bayerischen Armee aus dem Geschlecht der Wittelsbacher eine Kugel im Bauchbereich. 

13.11.1917 Armee von Alexander F. Kerenski vernichtend geschlagen

Zarskoje Selo * Die „Rote Garde der Bolschewiken“ schlägt bei Zarskoje Selo die Armee des abgesetzten „Ministerpräsidenten“ Alexander F. Kerenski vernichtend. 

21.01.1918 Streikführer und Aktivisten werden verhaftet

Österreich-Ungarn * Nach dem Ende der Jännerstreiks werden die Streikführer und auch zahlreiche Aktivisten verhaftet oder zur Armee eingezogen. 

15.09.1918 Die Alliierten durchbrechen die Mazedonienfront

Saloniki * In den Bergen in der Grenzregion Griechenlands und Mazedoniens beginnt am Morgen die lange vorbereitete Entscheidungsoffensive der alliierten Orientarmee.

Der Widerstand der bulgarischen Armee bricht nach einem Durchbruch der Alliierten an der Salonikifront komplett zusammen. 

06.10.1918 König Ludwig III. ermutigt das bayerische Heer zum weiteren Kampf

München * König Ludwig III. ermutigt das Bayerische Heer zum weiteren Kampf. 

In den katholischen Kirchen der Stadt werden außerordentliche Kriegsandachten für einen „baldigen und ehrenvollen Frieden“ abgehalten.

06.10.1918 Der Zusammenbruch Österreich-Ungarns beginnt

Wien * Der Zerfall Österreich-Ungarns beginnt mit dem militärischen Zusammenbruch und den Niederlagen der k.u.k.-Armee

  • Kroaten, Serben und Slowenen erklären am 6. Oktober ihre Unabhängigkeit,
  • die Polen folgen ihnen am 7. Oktober,
  • die Tschechen am 28. Oktober. 
  • Ungarn erklärt am 24. Oktober die Realunion mit Österreich zum Monatsende für aufgelöst. 
19.10.1918 Kaiser Wilhelm II. könnte nie fahnenflüchtig werden

Berlin * Bei einer Unterredung zwischen Reichskanzler Max von Baden und Kaiser Wilhelm II. äußert dieser, „dass er nie daran denken könne, fahnenflüchtig zu werden. Er wisse auch, dass wenn für ihn als Kaiser und König von Preußen Gefahr drohe, sein Volk und seine Armee sich um ihn scharen würden“.

Der mit anwesende bayerische Gesandte am Kaiserhof, Hugo Graf von Lerchenfeld, bringt den Mut auf und weist den König darauf hin, „dass es noch andere Elemente im Reich“ gibt. 

26.10.1918 Kaiser Wilhelm II. kontert Ernst Ludendorffs Rücktrittsdrohung

Berlin * Kaiser Wilhelm II. entlässt den Generalquartiermeister Ernst Ludendorff im Schloss Bellevue nach dessen Rücktrittsdrohung mit den Worten: „Na, wenn Sie durchaus gehen wollen, dann meinetwegen“.

Dies geschieht auch aufgrund seiner Verärgerung über Ludendorffs

  • politisches Manöver gegen den Reichskanzler Max von Baden und
  • seinem eigenmächtigen Armeebefehl vom 24. Oktober.

Das Rücktrittsgesuch des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg ignoriert Kaiser Wilhelm II. und bittet ihn sogar in der Obersten Heeresleitung - OHL im Amt zu bleiben. Sein Rückhalt in der Bevölkerung ist noch so groß, dass man seine Entlassung fürchtet.

Hindenburg entspricht dem Wunsch des Kaisers und lässt Ernst Ludendorff fallen wie die berühmte heiße Kartoffel. Der geschasste Generalquartiermeister fühlt sich derart verletzt und hintergangen, dass er sich sogar weigert, gemeinsam mit Hindenburg im Auto nach Spa zu fahren.

Mit dem Rausschmiss Ludendorffs will der Kaiser aber auch gegenüber den USA glaubhaft machen, dass im Deutschen Reich neue Männer das Ruder übernommen haben. 

01.11.1918 Stimmen gegen einen Rücktritt des Kaisers

Spa - Berlin * Generalquartiermeister Wilhelm Groener schreibt an den Vizekanzler Friedrich von Payer zu den Rücktrittsforderungen gegenüber Kaiser Wilhelm II.: „Das Rückgrat der Armee ist gebrochen, wenn diesen Männern […] ihr oberster Dienstherr, dem sie Treue geschworen haben, genommen wird und sie dadurch in ihren innersten Gefühlen verletzt werden“

06.11.1918 Kriegsminister Hellingrath und Erhard Auer beruhigen die Minister

München-Kreuzviertel * Am Nachmittag trifft sich das ausscheidende Kabinett mit dem neuen Reform-Kabinett unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Otto von Dandl. Das eine Kabinett ist nicht mehr handlungsfähig, das andere wird seine Aufgabe erst am 8. November übernehmen.

Sorgenvoll blicken sie auf die Massenkundgebung von USPD und MSPD auf der Theresienwiese am nächsten Tag. Man überlegt sogar, Kurt Eisner vorsorglich verhaften zu lassen.

Kriegsminister Philipp von Hellingrath erklärt: „Es gibt unruhige und unzuverlässige Elemente auch in der bayerischen Armee, aber, meine Herren, Sie können ganz beruhigt sein. Die Armee als Ganzes ist noch fest in unserer Hand. Es wird nichts passieren“.

Der Vorsitzende der bayerischen Mehrheitssozialdemokraten, Erhard Auer, erklärt: „Reden Sie doch nicht immer von Eisner. Eisner ist erledigt. Sie dürfen sich darauf verlassen. Wir haben unsere Leute in der Hand. Ich gehe selbst mit im Zug. Es geschieht gar nichts“

Dennoch trifft die Regierung Vorkehrungen für den Fall von Gewaltanwendung. Die stationierten Truppen werden in Alarmbereitschaft versetzt und mit Gewehren und Tränengas bewaffnet. 

10.11.1918 Schritte zur Demokratisierung der Armee

München * Die Regierung des Volksstaates Bayern fordert die Offiziere auf, sich der Regierung zur Verfügung zu stellen, um so die Demokratisierung der Armee einzuleiten. 

11.12.1918 Erste Versammlung des Spartakusbundes München

München-Ludwigsvorstadt * Erstmals tritt der Spartakusbund mit einer Massendemonstration in München in Erscheinung.

Im Wagnersaal referiert Max Levien, der Vorsitzende der bayerischen Sektion des Spartakusbundes, über das Thema „Die blutigen Vorgänge in Berlin und die Schuld der jetzigen Reichsregierung“.

In seinem Referat stellt er eine Reihe radikaler Forderungen auf, darunter

  • die Einrichtung von Revolutionstribunalen zur Bestrafung der Konterrevolutionäre und
  • die Gründung einer Roten Armee.  

Seinen Ausführungen stellen sich Kurt Eisner, Dr. Edgar Jaffé, Gustav Landauer, Erich Mühsam und Fritz Sauber entgegen. 

  • Ministerpräsident Eisner wendet sich gegen die Demonstrationslust,
  • Gustav Landauer äußert sich gegen das „ewige Blutspucken“.
    Mit Rache macht man keine neue Welt.
  • Erich Mühsam will die Revolution gegen ihre Feinde schützen, aber nicht mit blutigen Mitteln. 
25.02.1919 Die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien

München * Bereits am ersten Tag fordert Max Levien als Delegierter des „Revolutionären Arbeiterrats“

  • die „sofortige Ausrufung der Räterepublik“,  
  • die „Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur UdSSR“,  
  • die „Versendung wahrheitsgetreuer Flugblätter in fremden Sprachen“,  
  • die „Entfernung der Republikanischen Schutztruppe“,  
  • die „Bildung einer Roten Armee“ sowie  
  • die „Annullierung der Staatsschulden und Kriegsanleihen“.  

Unterstützt wird Levien von dem „Matrosen“ Rudolf Egelhofer, der von der „permanenten Proletarierversammlung“ im „Wagnersaal“ abgesandt wurde, an der mehr als 5.000 Menschen teilnehmen.  

Auch der „Anarchist“ Erich Mühsam schließt sich dieser Forderung an.  
Er ist der Überzeugung, dass der Ausgang des „Kongresses der bayerischen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte“ von entscheidender Bedeutung für den künftigen Verlauf der „Weltrevolution“ ist.  

In den weiteren Beratungen kristallisieren sich die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien heraus.  

Die „SPD-Delegierten“ sprechen sich gegen eine „Räterepublik“ aus, setzen sich aber - anders als die Genossen um Erhard Auer - für die Verankerung der „Räte“ in der Verfassung ein.  

Die „KPD“ fordert dagegen die „Regierung der Volksbeauftragten“ und eine „Räterepublik“

05.04.1919 Weitreichende Forderungen der Soldaten

München-Maxvorstadt * Die Soldaten des „1. Infanterie-Regiments“ beschließen die Umbenennung der „Marsfeld-Kaserne“ in „Kurt-Eisner-Kaserne“. 

Sie fordern vom „Zentralrat“

  • die sofortige „Proklamierung der Räterepublik“,
  • wollen als erstes Regiment der zu bildenden „Roten Armee“ geführt werden,
  • fordern die „Aufhebung der Offiziersvorrechte“,
  • die sofortige Einstellung der Gehaltszahlungen an Offiziere,
  • eine „Neuregelung des Mannschaftsversorgungsgesetzes unter Gleichstellung mit den Offizieren“ und
  • keine Entlassung der Soldaten, bevor nicht ausreichend Arbeitsstellen geschaffen sind.

Das „2. Infanterie-Regiment“ benennt seine Kaserne an der Lothstraße in „Karl-Liebknecht-Kaserne“ um.

06.04.1919 Der „Zentralrat“ entscheidet für die „Ausrufung der Räterepublik Baiern“

Denn am Abend entscheidet sich der „Zentralrat“ für die „Ausrufung der Räterepublik Baiern“, obwohl die KPD dieses Vorhaben ablehnt. 

Man glaubt dennoch, dass die Bevölkerung und die Armee geschlossen hinter diesem Systemwechsel steht. 

07.04.1919 In der „Räteregierung“ sitzen keine Mehrheitssozialdemokraten

München * In der „Räteregierung“, also dem „Rat der Volksbeauftragten“, sitzen keine Mehrheitssozialdemokraten, wohl aber im „Revolutionären Zentralrat“.

Führende Funktionen haben die Schriftsteller Ernst Toller, Gustav Landauer und Erich Mühsam.
Ihre geringe politische Erfahrung betrachten sie nicht als Mangel, da sie den herrschenden Konventionen der Politik ja sowieso ablehnend gegenüberstehen.
Deshalb wird die „Erste Räterepublik“ häufig auch abschätzend als „Literatenrepublik“ bezeichnet.

  • Oberster Repräsentant der „Baierischen Räterepublik“ ist Ernst Toller, der zum linken Flügel der USPD zählt und deren Vorsitzender er ist.
  • Das Amt des „Volksbeauftragten für Finanzen“ übernimmt Silvio Gesell,
  • „Volksbeauftragter für Volkswohlfahrt“ wird August Hagemeister und
  • „Volksbeauftragter für Volksaufklärung“ wird der „Anarchist“ Gustav Landauer.

Der Bayerische Landtag wird als „unfruchtbares Gebilde des überwundenen bürgerlich-kapitalistischen Zeitalters“ für aufgelöst erklärt und  die sofortige Gründung einer „Roten Armee“ angekündigt. 

10.04.1919 Einstellungsbeginn für die „Rote Armee“

München-Schwabing * Um 10 Uhr beginnt im „Städtischen Wehramt“ an der Winzererstraße die Werbung für die „Rote Armee“ der „Räterepublik Baiern“.  

  • Jeder Angehörige der „Roten Armee“ erhält bei freier Verpflegung, Unterkunft und Kleidung eine Tageslöhnung von 7.- Mark.  
  • Verheiratete (Selbstverpfleger) erhalten zusätzlich 7,50 Mark.
  • Eintretende Erwerbslose haben nach dem Austritt aus der „Roten Armee“ Anspruch auf „Arbeitslosenfürsorge“
13.04.1919 Die „Republikanische Schutztruppe“ verschanzt sich im Hauptbahnhof

München-Maxvorstadt * Die „Republikanische Schutztruppe“ verschanzt sich im Hauptbahnhof und wartet auf „Militärminister“ Ernst Schneppenhorst, der mit 600 Soldaten in Ingolstadt auf seinen Einsatzbefehl wartet. 

Da aber sein Verbindungsmann von der „Roten Armee“ abgefangen wird, wartet Schneppenhorst vergebens auf den Befehl zum Eingreifen.

Sechzig Mann vom „2. Pionier-Batallion“ in Fürstenfeldbruck werden noch vor ihrem Einsatz in München entwaffnet.
Einzelne treten zur „Roten Armee“ über, die anderen gehen wieder nach Fürstenfeldbruck zurück.

Die von der „Thule-Gesellschaft“ angebotenen „mehrere hundert Mann“ Unterstützung reduzieren sich auf insgesamt zehn Personen.

So aber hat die „Republikanische Schutztruppe“ keine Chance gegen die anstürmenden „Räterepublikaner“, besonders als die KPD am Nachmittag ihre Anhänger zum Widerstand aufruft. 

15.04.1919 Die „Rote Armee“ erringt ihren ersten Sieg

München - Dachau * Die alarmierte „Rote Armee“ lässt daraufhin

  • den Zugverkehr unterbrechen,
  • den Hauptbahnhof und den Bahnhofsplatz räumen und in einen Verteidigungszustand versetzen,
  • den Telefon- und Telegraphenverkehr einstellen und
  • alle Zubringerstraßen nach München durch Soldaten absperren.

Mit Lastwagen werden Angehörige der „Roten Armee“ nach Allach gebracht.
Ihnen gelingt es, die von der Gegenwehr völlig überraschten Regierungstruppen nach Karlsfeld zurückzudrängen.

Damit hat die „Rote Armee“ ihren ersten Sieg errungen. 

16.04.1919 Die „Rote Armee“ in Dachau

Dachau * Bei der „Roten Armee“ ist jeder systematische Dienst als „Militarismus“ und „Ludendorfferei“ verpönt.
Es gibt keine Befehle, nur Anweisungen. Militärische Titel werden bewusst nicht geführt.

Dennoch geht es auch in dieser Truppe recht diszipliniert zu. 

16.04.1919 Ernst Toller setzt auf Verhandlungen mit den Angreifern

Dachau * Ernst Toller, der zwischenzeitlich zum „Abschnitts-Kommandanten“ der bei Dachau stationierten „Roten Armee“ ernannt worden ist, verweigert Rudolf Egelhofers Befehl, die Stadt mit Artillerie zu beschießen. 
Toller will mit den Angreifern verhandeln.

Nachdem die Verhandlungen gescheitert sind, gelingt der „Roten Armee“ ein weiterer Sieg über die Regierungstruppen.  

Egelhofers Befehl, die gefangen gesetzten Offiziere standrechtlich zu erschießen, wird von Ernst Toller erneut verweigert.
Er setzt auch weiterhin auf Verhandlungen und die Vernunft beider Seiten.

Damit erreicht er zwar einen „Waffenstillstand“, der jedoch den Regierungstruppen die dringend notwendige Atempause verschafft, um sich zu sammeln und um den Gegenschlag vorzubereiten.
Außerdem ersuchen die „Weißen“ in Berlin um Verstärkung nach. 

Die „Weißen Truppen“ haben Dachau bedingungslos übergeben. 
Der „Roten Armee“ fallen mehrere Millionen Schuss Infanterie-Munition, 4 Geschütze, 3 Maschinen-Gewehre, Sanitätsfahrzeuge und anderes Material in die Hände. 
„Wir machten mehrere Hundert Gefangene, darunter 4 Offiziere. 
Wir beklagen 8 Tote und eine Zahl Verwundete. 
Unsere Arbeiter undTruppen schlugen sich hervorragend. 

Unsere Truppen sind über Dachau hinaus vorgestoßen“
heißt es in einem Flugblatt des „Vollzugsrats der Betriebs- und Soldatenräte Münchens“ vom 17. April. 

22.04.1919 Die „Demonstration des Proletariats“ mit einer großen „Truppenschau“

München * Um 11 Uhr beginnt an diesem neunten Tag des „Generalstreiks“ die „Demonstration des Proletariats“ mit einer großen „Truppenschau“, die zugleich der Massenmobilisierung in München dient.
Rund 12 bis 15.000 bewaffnete Angehörige der „Roten Armee“ marschieren mit.  

Um 15 Uhr finden in den größten Münchner Sälen elf „Massenversammlungen“ statt, auf denen Mitglieder des „Vollzugsrats“ Reden halten.

Um 17 Uhr setzt sich ein großer „Demonstrationszug“ in Bewegung, der von der „Theresienwiese“ durch die Innenstadt bis zum „Siegestor“ zieht und sich schließlich vor dem „Wittelsbacher Palais“ auflöst.

Ernst Toller warnt - trotz der erzielten Siege gegen die „Weißen Truppen“ bei Dachau - vor einer Fortsetzung der kriegerischen Auseinandersetzungen.
Er will lieber mit Vertretern der in Bamberg tagenden „Regierung Hoffmann“ verhandeln. 

25.04.1919 Die „Rote Armee“ verstärkt ihre Anwerbeaufrufe

München * Auch die „Rote Armee“ verstärkt ihre Anwerbeaufrufe und begründet das mit dem Heranrücken der Regierungstruppen.

26.04.1919 Die Aktivitäten der „Thule-Gesellschaft“ werden aufgedeckt

München * Die Aktivitäten der „Thule-Gesellschaft“ werden aufgedeckt.

Mit Hilfe von gefälschten Stempeln und Ausweisen hat sie sich Zugang zur „Roten Armee“ und zur KPD verschafft und alle gesammelten Informationen an die Regierung in Bamberg weitergegeben.

Die Durchsuchung der Logen-Räume der „Thule-Gesellschaft“ im „Hotel Vier Jahreszeiten“ bestätigt den Verdacht, aber die Verantwortlichen sind inzwischen geflohen. Allerdings haben sie die Mitgliederkartei vergessen.

Dadurch kann die „Rote Armee“ sechs Mitglieder der „Thule-Gesellschaft“ verhaften.
Sie stehen unter dem Verdacht, für die Regierungstruppen und „Freikorps“ geworben zu haben. 

Anschließend werden sie ins „Luitpold-Gymnasium“ gebracht. 

27.04.1919 Eugen Leviné beschwert sich über die „Zehnerkommission“

München * Über das Auftauchen der „Zehnerkommission“ - mit Unterstützung von zehn Angehörigen der „Roten Armee“ - im Beratungszimmer des „Vollzugsausschuss“ beschwert sich Eugen Leviné in der Versammlung.

28.04.1919 Das „Luitpold-Gymnasium“ wird Sitz des „Aktionsausschusses“

München-Isarvorstadt * Das „Luitpold-Gymnasium“ wird Sitz des „Aktionsausschusses“ und des „Vollzugsausschusses“, nachdem es zuvor schon Sitz der „IV. Abteilung der Roten Armee“ war. 

28.04.1919 Die „Diktatur der Roten Armee“ beginnt

München-Graggenau* Unmittelbar vor der Wahl wird das „Hofbräuhaus“ von Einheiten der „Roten Armee“ umstellt.

  • Diese fordern  die sofortige Beseitigung der Polizei und
  • die Ausstattung des „Oberkommandos der Roten Armee“ mit allen Vollmachten, „um den erfolgreichen Kampf gegen die Weiße Garde und besonders gegen die innere Reaktion führen zu können“.

Durch die nun beginnende „Diktatur der Roten Armee“ unter ihrem „Oberkommandierenden“ Rudolf Egelhofer ist die Wahl des neuen „Aktionsausschusses“ mehr oder weniger gegenstandslos geworden. 

29.04.1919 Schwerbewaffnete Soldaten der Roten Armee in der Nuntiatur

München-Maxvorstadt * Gegen 15 Uhr tauchen schwerbewaffnete Soldaten der Roten Armee in der Nuntiatur in der Brienner Straße auf und fordern - unter persönlicher Bedrohung des Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., - die Herausgabe seines Dienstautos.

Eine Beschwerde beim Kriegsministerium verstärkt nur die Forderung: „Wenn das Auto nicht sofort abgeliefert wird, dann wird die Nuntiatur zusammengeschossen und die ganze Bande verhaftet!“ 

Die Eindringlinge ziehen erst ab, nachdem die Stadtkommandantur eingreift.

29.04.1919 Rudolf Egelhofer ruft den sofortigen Generalstreik aus

München - Schleißheim - Starnberg * Rudolf Egelhofer, der Oberkommandierende der Roten Armee, ruft den sofortigen Generalstreik aus.

Denn:

  • in Schleißheim stehen schon die „Söldner des Kapitalismus“,  
  • in Starnberg haben die „weißgardistischen Hunde die Sanitätsmannschaften niedergemetzelt“, deshalb
  • „Alle Mann zu den Waffen! Zeigt der weißen Garde, wie die Rote Armee zu siegen versteht!“
29.04.1919 Egelhofers geplante Geiselnahme wird mit Stimmenmehrheit abgelehnt

München * Der Oberkommandierende der Roten Armee, Rudolf Egelhofer, stellt in der Sitzung der Stadtkommandur den Antrag, die „Angehörigen der Bourgeoisie“ auf der Theresienwiese zusammenzutreiben und beim Einmarsch der „Weißen Truppen“ zu erschießen. 

Der Antrag wird mit 7 zu 6 Stimmen abgelehnt. 

30.04.1919 „Regierungstruppen“ haben den Ring um München geschlossen

München * Inzwischen haben die „Regierungstruppen“ den Ring um München - nach zum Teil erbitterten Kämpfen - geschlossen. 

In München werden keine Verteidigungsanlagen installiert. 
Dieser Tag bringt vielmehr der Zerfall der „Räteregierung“ und der „Roten Armee“

Bei etwas gutem Willen der leitenden Offiziere der heranrückenden Truppen wäre eine geordnete Übergabe oder Rückgabe der Macht möglich gewesen. 
Doch sie haben kein Interesse an einer friedlichen Verständigung. 

Durch ihre kompromisslose Haltung fördern sie nur den Widerstandswillen der Fanatiker. 

30.04.1919 Die KPD wirbt zum Eintritt in die „Rote Armee“

München * Plakate der „Roten Armee“ fordern die Arbeiter und Soldaten auf, die „preußische Herrschaft“ abzuschütteln und sich bewaffnet dem Feind entgegenzustellen.

Die KPD wirbt in einem Flugblatt zum Eintritt in die „Rote Armee“, während sich Eugen Leviné, Max Levien und Towia Axelrod in Sicherheit bringen. 

30.04.1919 Perlacher „Rotarmisten“ gegen das „Freikorps Regensburger Volkswehr“

Perlach * Im Kampf um München liefern sich in Perlach „Rotarmisten“ und das „Freikorps Regensburger Volkswehr“ ein kurzes Feuergefecht. 

01.05.1919 Befehlswidrig rücken Teile der Regierungstruppen in die Innenstadt vor

München * Die aus zahlreichen „Freikorps“, „Reichswehr“ und einem württembergischen Gruppenkommando bestehenden „Weißen Truppen“ belagern München. 

Insgesamt stehen rund 35.000 Regierungssoldaten den etwa 10.000 bis 12.000 „Rotarmisten“ gegenüber.

01.05.1919 Die Gegenrevolution marschiert

München * In aller Frühe kann die „Republikanische Schutztruppe“ das „Luitpold-Gymnasium“ erobern und große Mengen Waffen erbeuten.  

Bis 9 Uhr erobern und übernehmen rund 200 Mann des „Leibregiments“ den Ostflügel der „Türkenkaserne“.

Bürgerliche Kampfverbände, bestehend aus bewaffneten Bürgern, Studenten, ehemaligen Soldaten und Polizisten sowie zahlreichen Freiwilligen, sammeln sich vor der „Feldherrnhalle“ und besetzen schließlich die „Residenz“.

Kurz vor Mittag wird auf dem „Rathaus“ die weiß-blaue Fahne gehisst.

Eine bürgerliche Kampftruppe erobert vorübergehend den von den „Roten“ besetzten „Hauptbahnhof“

01.05.1919 Die „Weißen Truppen“ müssen sich wieder aus der Innenstadt zurückziehen

München * Nach Bekanntwerden der voreiligen und unabgestimmten Maßnahmen ergeht vom leitenden Offizierskorps ein sofortiger „Rückzugsbefehl“.  
Einige Befehlshaber ignorieren diesen Befehl jedoch.  

Dass es einigen relativ kleinen Einheiten gelingt, ohne größere Verluste bis in den Stadtkern vorzudringen, ist nur der Beweis für das Nichtvorhandensein einer schlagkräftigen Gegenwehr.  

Bis zum Abend müssen sich die regierungstreuen „Weißen Truppen“ dennoch wieder aus der Innenstadt zurückziehen oder sie verschanzen sich in der „Residenz“.
Auch den Hauptbahnhof müssen sie wieder an die „Rote Armee“ und der „Arbeiterwehr“ übergeben. 

Bei den Angehörigen der „Roten Armee“ und der „Arbeiterwehr“ entsteht andererseits der Eindruck, dass die „Weißen“ durchaus besiegbar sind.  
Freilich wissen sie nicht, dass sie nur gegen einige befehlswidrig vorgerückte Einzelgruppen gekämpft haben und nicht der eigentlichen Streitmacht gegenüberstehen. 

01.05.1919 Es kommt in der Innenstadt zu Schießereien, Kämpfen und Verwüstungen

München * Obwohl der Einmarsch der „Weißen Truppen“ in München erst für den nächsten Tag, pünktlich zur Mittagsstunde vorgesehen ist, kommt es bereits am 1. Mai in der Innenstadt zu Schießereien, Kämpfen und Verwüstungen. 

Wie, wann und wo sich die kriegsähnlichen Auseinandersetzungen entzünden, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen.  
Die „Regierungstruppen“ werden auf ihrem Weg in den Stadtkern jedenfalls nicht von den „Roten“ angegriffen oder aufgehalten.  

Hinterher wurde gerne behauptet, die „Freikorpstruppen“ hätten sich aufgrund der durchsickernden Informationen über den „Geiselmord“ nicht mehr zurückhalten lassen und wären auf eigene Faust losgestürmt.
Doch das ist nur eine nachträgliche Entschuldigung für eine nicht zu entschuldigende „Disziplinlosigkeit“ auf Seiten der „Weißen Truppen“.  

So stürmen um 9:30 Uhr Angehörige des „Freikorps Lützow“ - von Berg am Laim aus kommend - die von der „Roten Armee“ besetzte „Kirchenschule“ in Haidhausen, verteilen die erbeuteten Waffen an unbewaffnete Bürger und dringen später bis zur Neuhauser Straße vor.  
Sie müssen sich kurz darauf allerdings wieder zurückziehen.

Die „Marine-Brigade Ehrhardt“ erreicht - von Schleißheim kommend- gegen Mittag Schwabing und beteiligt sich später an den Kämpfen am „Stachus“.
Auch aus Regensburg stammende Soldaten sowie Angehörige des „Freikorps Grafing“ und die „Batterie Zenetti“ sind an diesen Kämpfen beteiligt.

Dort entfacht sich ein mehrstündiges Gefecht.  
Die „Roten“ leisten erbitterten Widerstand, in deren Folge der „Stachus-Kiosk“ in Brand geschossen wird.  

Doch es gibt auch Gegenwehr von anderer Seite, die die „Weißen Truppen“ letztlich zum Abziehen zwingen.  
Dazu zählen auch Teilnehmer der „Maikundgebung“ auf der „Theresienwiese“, die dort „waffenlos demonstriert“ haben und sich nun auf dem Nachhauseweg befinden.  

Um 15 Uhr wird Pasing kampflos von den „Weißen“ eingenommen. 

02.05.1919 Die Kämpfe zwischen den „Weißen Truppen“ und der „Roten Garde“

München * Eigentlich war der Einmarsches in München eindeutig für Freitag, 2. Mai, um 12:00 Uhr, festgesetzt worden.

Um 11:40 Uhr werden aus Flugzeugen Flugblätter abgeworfen, die die Bevölkerung auf die kommenden Ereignisse vorbereiten sollen.

Die Kämpfe zwischen „Weißen“ und „Roten“ dauern bis zum Nachmittag an. 

02.05.1919 München wird von den „Regierungstruppen“ eingenommen

München * München wird nach harten Kämpfen gegen die sich erbittert verteidigenden „Roten“ von den „Regierungstruppen“ genommen.

Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden am 4. Mai in der Umgebung von München zerschlagen.

Vereinzelte Feuergefechte in der Stadt noch bis zum 22. Mai.

02.05.1919 Erbitterte Straßenschlachten rund um die Martin-Luther-Straße

München-Obergiesing * Die Angst und der Hass auf die Giesinger war bei den Nazis tief eingebrannt und reicht in die Zeit der „Zerschlagung der Räterepublik“ zurück.

Als die „Weißen Truppen“ auf der Tegernseer-Landstraße gegen die „Rote Hochburg Giesing“ vorrücken, postiert die „Rote Armee“ auf dem strategisch günstig gelegenen Kirchturm ihre Maschinengewehre.
Am Giesinger Berg werden die „Weißen“ mit MG-Feuer und Handgranaten empfangen.

Es folgen erbitterte Straßenschlachten rund um die Martin-Luther-Straße.

Eine spezielle Kampfart der „Roten Armee“ - die sich durch das Kanalisationssystem hinter die Linien der Feinde schlagen und von dort aus den Kanaldeckeln herausschießen, um anschließend sofort wieder zu verschwinden - führt dazu, dass es - trotz der Überlegenheit der „Weißen“ und des Einsatzes eines Panzerzuges bei der Pilgersheimer Eisenbahnbrücke - drei Tage dauert, bis der Widerstand der „Roten“ gebrochen ist:
in den Augen der Konterrevolutionäre ist das die „Schmach von Giesing“.

02.05.1919 München wird von den „Regierungstruppen“ eingenommen

München * München wird nach harten Kämpfen gegen die sich erbittert verteidigenden „Roten“ von den „Regierungstruppen“ genommen.

Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden am 4. Mai in der Umgebung von München zerschlagen.
Vereinzelte Feuergefechte in der Stadt noch bis zum 22. Mai. 

04.05.1919 Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden zerschlagen

München-Umland * Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden vor München zerschlagen. 

06.05.1919 6 Tote gegenüber 200 Tote alleine in Giesing

München-Giesing * Auf Seiten der Freikorps gibt es nach einem Bericht des Bayerischen Schützenkorps seit Ausbruch der Kämpfe in Giesing 6 Tote und 33 Verwundete. 

Auf der Gegenseite aber rund 200 Tote und eine nicht festzustellende Zahl von Verletzten.

14.05.1919 Forderungen der bürgerlichen Parteien an die Regierung

München * Die bürgerlichen Parteien in München fordern von der Regierung:

  • Die „sofortige Wiederherstellung der gesetzmäßigen Zustände“
  • die „Wiederaufnahme eines geregelten Polizeibetriebes“;  
  • die „Entwaffnung der Roten Armee“;  
  • die „Aufstellung einer Volkswehr“;  
  • „durchgreifende Maßnahmen zur Sicherung der demokratischen Verfassung“;
  • die „Festnahme und Bestrafung der für die ungesetzlichen Zustände verantwortlichen Führer“ und
  • die „Ausweisung aller politisch nicht einwandfreien landfremden Elemente“.

Da die Abgabe der Waffen und Munition nur zögerlich vonstatten geht, werden Belohnungen ausgesetzt.

25.08.1919 Übernahme des bayerischen Militärkontingents von der „Reichswehr“

Berlin - München * Übernahme des bayerischen Militärkontingents von der „Reichswehr“.

29.04.1945 Das Konzentrationslager Dachau wird befreit

Dachau * Am späten Nachmittag befreien die 45. und 42. Infanterie-Division der US-Armee rund 32.000 Insassen aus 31 Nationen aus den überfüllten Baracken des Konzentrationslagers Dachau

29.06.1945 Anton Graf Arco auf Valley stirbt bei einem Autounfall

Salzburg * Das Leben des Grafen Arco endet ebenso abrupt, wie sein Ruhm begonnen hat: 

Nach Kriegsende stirbt Anton Graf Arco auf Valley mit seinem Auto - für damalige Zeiten ein Zeichen seltenen Wohlstands - bei einem Verkehrsunfall.
Kurz hinter Salzburg überholt er mit seinem Wagen ein Pferdefuhrwerk und stößt bei diesem Manöver mit einem entgegenkommenden Fahrzeug der amerikanischen Armee zusammen. 




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