Armee

16.06.1705 Je vier Höfe müssen einen tauglichen Mann für die Armee stellen

München * Die „Kaiserliche Administration“ ordnet an, dass jeweils vier Höfe einen tauglichen Mann für die Armee zu stellen haben.

24.12.1705 16.000 „Unterländer“ schlagen in Steinhöring ihr Hauptquartier auf

Steinhöring * Durch die Verstärkung aus dem nördlichen „Rentamt München“ ist die „Unterländer-Armee“ unter dem Kommando von Johannes Hoffmann auf 16.000 angewachsen.

Ihr Hauptquartier schlagen sie in Steinhöring bei Ebersberg auf.

Die „Kaiserliche Armee“ unter der Führung des „Generalwachtmeisters“ Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum muss sich bis nach Anzing zurück ziehen. 

07.02.1788 „Memorandum zur Neuorganisation der baierischen Armee“

München * Sir Benjamin Thompson legt Kurfürst Carl Theodor ein „Memorandum zur Neuorganisation der baierischen Armee“ vor. 

Hauptziel und der Zweck der Reform „ist eine gute Armee bei geringen Kosten“

Der begeisterte Baiernherrscher ernennt den Urheber der Reformvorschläge zunächst zum „Oberst“.

29.03.1788 Sir Benjamin Thompson wird „Kriegsminister“

München * Das von Sir Benjamin Thompson vorgelegte „Memorandum zur Verbesserung des baierischen Militärwesens“ wird von der kurfürstlichen Kommission angenommen.

Thompson wird zum „Kriegsminister“ im Rang eines „Generalmajors“ befördert. 

Sein Vorgänger, Freiherr Johann Ernst Theodor von Heyen gen. Belderbusch, wird „ungnädig wegen missfälliger Verwaltung“ entlassen und als „Militärgouverneur“ nach Mannheim versetzt.

11.09.1789 Schriften mit revolutionären Inhalten

München * Kurfürst Carl Theodor verbietet alle Schriften mit möglicherweise revolutionären Inhalten. 

Ein im „Herzogspital“ gefundenes Flugblatt in Form eines Gebetes wünscht sich sogar die „französische Revolutionsarmee“ herbei.

10.02.1793 Die „französische Armee“ besetzt Zweibrücken

Zweibrücken - Mannheim * Die „französische Armee“ marschiert in Zweibrücken ein und besetzt das Land. 

Herzog Carl II. August flieht nach Mannheim. 

24.06.1796 Die Revolutionsarmee überschreitet den Rhein

Frankreich - München * Als Jean-Victor Moreau mit seiner 78.000 Mann starken französischen Revolutionsarmee den Rhein überschreitet, bricht in München eine Panik aus, da man nun eine baldige Besetzung der baierischen Hauptstadt befürchtet.

18.08.1796 München wird von allen Seiten belagert

München * Die französischen „Revolutionstruppen“ unter Jean-Victor Moreau nehmen München ein und besetzten das linke Isarufer.  

Der französische Befehlshaber Moreau gibt der Münchner Stadtbevölkerung die Zusage, dass die Stadt verschont bleibt.
Zum Ausgleich plündern sie allerdings die umliegenden Dörfer.  

Als Verteidiger belagern die „Kaiserlichen“ und die „Condéer“ das rechtsseitige Isarhochufer.  
Die Kämpfe dauern bis zum 8. September.  

Durch einen - von den Österreichern verursachten - Brand wird die Häuserzeile in der Kirchenstraße, vom „Hofmarkschloss“ bis zum „Mesmerhaus“, in Schutt und Asche gelegt.  

Den geschundenen Vorstädtern ist es freilich vollkommen egal, ob sie ein Condéer terrorisiert, ein Österreicher drangsaliert oder ein Franzose ausplündert. 

26.08.1796 Bitte um Gnade für München

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die kaiserlichen Truppen sperren die Isarbrücke. 

Gleichzeitig reitet eine sechsköpfige Delegation unter der Führung von Bürgermeister Philipp von Hepp der herannahenden französischen „Revolutionsarmee“ entgegen und bittet um Gnade für München.

02.09.1796 Bürgermeister Philipp von Hepp kann wieder nach München zurückkehren

München * Die sechsköpfige Delegation unter der Führung von Bürgermeister Philipp von Hepp kann nach den Verhandlungen mit der französischen Revolutionsarmee wieder nach München heimkehren.

11.09.1796 Enteignungsmaßnahmen für den Bau der „Rumfordstraße“ eingeleitet

München * Noch vor dem Abzug der französischen „Revolutionsarmee“ und der „Kaiserlichen“ lässt sich Reichsgraf von Rumford vom „Landesdirektorium“ für die notwendigen Gegenmaßnahmen für rasche Truppendurchzüge ermächtigen. 

Gleichzeitig wird eine Kommission zur finanziellen Entschädigung der enteigneten Grundstücksbesitzer gebildet.

12.09.1796 Die „Revolutionsarmee“ zieht sich aus Münchens zurück

München * Die französische „Revolutionsarmee“ zieht sich aus der Umgebung Münchens zurück. 

Nur wenige Stunden später folgen ihnen auch die Österreicher und die „Condéer“.
Durch den raschen Rückzug wird die Stadt von einer drohenden Hungersnot erlöst.

22.11.1800 Die Franzosen verlegen ihr „Hauptquartier“ wieder nach München

München * Die Franzosen verlegen ihr „Hauptquartier“ wieder nach München.  

„Marschall“ Jean-Victor-Marie Moreau bezieht die „Herzog-Maxburg“, seine „Rheinarmee“ lagert um die ganze Stadt. 

09.04.1801 Die Rheinarmee verlässt München

München * Der größte Teil der Rheinarmee verlässt München wieder. 

12.04.1801 Auch das Besatzungsbataillon verlässt die baierische Landeshauptstadt

München * Auch General Charles Matthieu Isidore Decaën verlässt mit seinem Besatzungsbataillon die baierische Landeshauptstadt.

Er droht umzukehren, falls sich vor dem 13. April auch nur ein kurbaierischer Soldat in der Stadt sehen lassen sollte. 

25.08.1805 Napoleon Bonaparte lässt seine „Große Armee“ abmarschieren

Frankreich - Österreich * Napoleon Bonaparte lässt seine „Große Armee“ in Richtung Österreich abmarschieren.

Ende September will er in Baiern ankommen.

20.10.1805 Die „Kapitulation von Ulm“

Ulm * In der „Kapitulation von Ulm“ muss die eingeschlossene österreichische Deutschlandarmee kapitulieren. Baiern ist damit befreit.

Napoleon Bonaparte hat damit den ersten wichtigen Sieg des Dritten Koalitionskrieges errungen. 

24.10.1805 Napoleon Bonaparte zieht triumphal in München ein

München * Napoleon Bonaparte zieht mit Kanonendonner, Glockengeläut und unter dem Jubel der Bevölkerung triumphal durch das Karlstor in das festlich beleuchtete München ein.

Nach einem kurzen Aufenthalt in München rückt er mit seiner Grande Armée nach Osten vor.

Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch auf der Flucht. 

26.10.1805 Die Grande Armée überschreitet den Inn

Inn * Napoleon Bonaparte überquert mit seiner Grande Armée den Inn. 

19.05.1808 Die „Lehel-Kaserne“ als Unterkunft für das „Fuhrwesen-Bataillon“

München-Lehel * König Max I. Joseph bestimmt die „Lehel-Kaserne“ als Unterkunft für das „Artillerie- und Armee-Fuhrwesen-Bataillon“, für das eine große hölzerne Remise für sechzig Transportwagen im ehemaligen Klostergarten erbaut wird. 

09.04.1809 Erzherzog Johann erklärt Frankreich und seinen Verbündeten den Krieg

Wien * Erzherzog Johann erklärt Frankreich und seinen Verbündeten den Krieg.

Gemeinsam mit dem österreichischen General Johann Gabriel Marquis von Chasteler de Courcelles und 10.000 Mann der „Italienarmee“ rücken sie in Tirol ein.

22.05.1809 Lefébvre und Wrede verlassen mit ihren Truppen Tirol

Tirol * Marschall François Joseph Lefébvre und General Carl Philipp Joseph von Wrede verlassen mit ihren Truppen Tirol. 

Sie sollen durch einen Angriff auf die Steiermark die in Wien stehende „Grande Armee“ entlasten. 
In Tirol bleibt nur die „Division“ Deroy zurück. 

Napoleon Bonaparte hat bei Aspern und Eßling eine Niederlage durch die österreichischen Truppen unter der Führung von Erzherzog Karl erfahren müssen.  

Der Truppenabzug beflügelt Andreas Hofer und seine Verbündeten.
Er überzeugt den österreichischen General Ignaz von Boul zum gemeinsamen Angriff auf den baierischen Feind.
Boul hatte Chastelers Befehl zum Abzug aus Tirol nicht mehr erhalten und blieb nur deshalb im Land.

24.06.1812 30.249 bairische Soldaten beim Russlandfeldzug

Russland * Mit der Überschreitung der Memel durch die französische Armee beginnt - ohne Kriegserklärung - der Russlandfeldzug.

Unter den 450.000 Soldaten der Großen Armee befinden sich 30.249 baierische Soldaten, die von den Generälen Carl Philipp Joseph von Wrede und Bernhard Erasmus von Deroy kommandiert werden. 

05.02.1819 Der Mittelbau der „Lehel-Kaserne“ wird aufgestockt

München-Lehel * Da dem „Fuhrwesen-Bataillon“ die „Lehel-Kaserne“ immer noch zu klein ist, schlägt das „Oberadministrativkollegium“ der Armee vor, den „Mittelbau“ um eine Etage aufzustocken, um so sechs zusätzliche Zimmer für 102 Unteroffiziere und Mannschaften zu gewinnen.  

Der Plan wird an diesem Tag genehmigt und das Vorhaben bis zum Sommer ausgeführt.

09.06.1852 König Max II. schafft die „Vereidigung der Armee auf die Verfassung“ ab

München * König Max II. lässt die „Vereidigung der Armee auf die Verfassung“ abschaffen.  

Diese hatte sein Vater Ludwig I. mit Ausrufung der „Proklamation“ am 6. März 1848 eingeführt.
Im neuen Eid ist von der „Verfassung“ keine Rede mehr. 

28.07.1914 Der Eine ist zu alt, der Andere zu jung

Wien * Der bei Kriegsbeginn kurz vor seinem 84. Geburtstag stehende österreichisch-ungarische Kaiser Franz Joseph I. ist zu schnellen und grundsätzlichen Entscheidungen kaum noch in der Lage, auch wenn er versucht, täglich seine Akten pflichtbewusst und akribisch zu bearbeiten.

Sein Thronfolger, Erzherzog Karl, ist gerade 27 Jahre alt und politisch wie militärisch noch ohne Erfahrung.  
Weil aber die „Oberbefehlsgewalt“ von einem adeligen Mitglied des Erzhauses übernommen werden muss, fällt die Wahl auf der 58-jährigen Erzherzog Friedrich.  

Er besitzt allerdings nur wenige Eigenschaften, die ihn zum „Oberbefehlshaber der österreichisch-ungarischen Armee“ befähigen.  
Erzherzog Friedrich wird als eher ängstlich beschrieben, der nur wenig persönliche Initiative entwickelt und sich hauptsächlich mit seiner Frau beratschlagt, welche Uniform er tragen soll. 

01.08.1914 König Ludwig III. gibt die „Mobilmachung“ bekannt

München-Maxvorstadt * Gegen 19:30 Uhr tritt der greise König auf den Balkon des „Wittelsbacher Palais“ und gibt die „Mobilmachung“ bekannt.

Jubelnd und hüteschwenkend versammeln sich begeisterte Bürger, die den Kriegsausbruch feiern.  

Der versammelten Menschenmenge ruft er zu, er sei zuversichtlich, dass sich seine Soldaten „im Verein mit ihren deutschen Bundesgenossen ebenso wie vor 44 Jahren tapfer schlagen werden und [er] hoffe zu Gott, er möge sie ehrenvoll mit Sieg gekrönt wieder in die Heimat zurückkehren lassen“.  

Als erster „Mobilmachungstag“ wird der 2. August bestimmt.

Die „vollziehende Gewalt“ geht damit von den Zivilbehörden auf die kommandierenden Generale der drei bayerischen Armeekorps in München, Nürnberg und Würzburg über.  
In der Pfalz übernimmt der Kommandeur der 3. Division diese Aufgabe.
Auch die „öffentliche Sicherheit“ wird den Militärbefehlshabern anvertraut.  

Für die bayerische Regierung sind weitreichende Anordnungen der Militärs auch dann „statthaft, wenn sie im Widerspruch mit bestehenden Gesetzen stehen und sich nicht auf einen gesetzlichen Vorbehalt gründen“.

Damit ist das öffentliche Leben weitgehend unter militärischer Kontrolle.

20.08.1914 Die „Schlacht in Lothringen“ ist die erste große Schlacht an der „Westfront“

Lothringen * Die „Schlacht von Lothringen“ beginnt; sie dauert bis zum 22. August und ist die erste große Schlacht an der „Westfront“ und die letzte, in der die bayerische Armee geschlossen ins Feld zieht.

Zunächst geht die Rechnung der Bayern auch auf.  
Die Armeen unter bayerischer Führung können den Franzosen eine schwere militärische Niederlage zufügen, weshalb sie sich aus Lothringen und dem Elsass bis östlich von Nancy zurückziehen müssen. 

20.08.1914 Bayerische Soldaten stecken das Dorf Nomeny in Brand

Nomeny * Bayerische Soldaten stecken das Dorf Nomeny in Brand.

Danach kommt es zu etlichen deutschen Gräueltaten in verschiedenen Orten.  
Manche Zivilisten haben das Glück, dass sie nur als Geisel mitgenommen und später wieder freigelassen werden.  

Unter der Führung von Kronprinz Rupprecht erringen zwei deutsche Armeen zwar einen Sieg, dennoch stecken die Truppen bald in ihren Stellungen fest. 

23.01.1915 Die „Karpaten-Offensive“ beginnt

Karpaten - Ostfront * Die deutsch-österreichisch-ungarische Offensive in den „Karpaten“ beginnt. 

Sehr zum Ärger des österreichischen „Generalstabschefs“ Conrad von Hötzendorf wird die Offensive durch den deutschen „General“ Alexander von Lisingen geleitet.  

Die Russen belagern die „k.u.k.-Festung Przemyśl“, wo 130.000 Soldaten und 30.000 Zivilisten eingeschlossen und vom Hungertod bedroht sind.  

Bis Ende April 1915 wird die „k.u.k.-Armee“ rund 800.000 Mann verlieren [Tote, Verwundete, Vermisste und Gefangene]. 

22.03.1915 Österreichisch-ungarische Kapitulation in Przemysl in Galizien

Przemysl - Ostfront * In Przemysl in Galizien kapitulieren die österreich-ungarischen Truppen vor den russischen Streitkräften. 

08.11.1916 Prinz Heinrich von Bayern fällt am Monte Sule

Arges/Rumänien * Prinz Heinrich von Bayern, Sohn des Prinzen Arnulf und dessen Ehefrau Therese, erliegt seinen Verletzungen, die er sich am Vortag zugezogen hat.

Unterhalb des Gipfels des Monte Sule traf den hochdekorierten Offizier der Bayerischen Armee aus dem Geschlecht der Wittelsbacher eine Kugel im Bauchbereich. 

13.11.1917 Armee von Alexander F. Kerenski vernichtend geschlagen

Zarskoje Selo * Die „Rote Garde der Bolschewiken“ schlägt bei Zarskoje Selo die Armee des abgesetzten „Ministerpräsidenten“ Alexander F. Kerenski vernichtend. 

21.01.1918 Streikführer und Aktivisten werden verhaftet

Österreich-Ungarn * Nach dem Ende der Jännerstreiks werden die Streikführer und auch zahlreiche Aktivisten verhaftet oder zur Armee eingezogen. 

15.09.1918 Die Alliierten durchbrechen die Mazedonienfront

Saloniki * In den Bergen in der Grenzregion Griechenlands und Mazedoniens beginnt am Morgen die lange vorbereitete Entscheidungsoffensive der alliierten Orientarmee.

Der Widerstand der bulgarischen Armee bricht nach einem Durchbruch der Alliierten an der Salonikifront komplett zusammen. 

06.10.1918 König Ludwig III. ermutigt das bayerische Heer zum weiteren Kampf

München * König Ludwig III. ermutigt das Bayerische Heer zum weiteren Kampf. 

In den katholischen Kirchen der Stadt werden außerordentliche Kriegsandachten für einen „baldigen und ehrenvollen Frieden“ abgehalten.

06.10.1918 Der Zusammenbruch Österreich-Ungarns beginnt

Wien * Der Zerfall Österreich-Ungarns beginnt mit dem militärischen Zusammenbruch und den Niederlagen der k.u.k.-Armee

  • Kroaten, Serben und Slowenen erklären am 6. Oktober ihre Unabhängigkeit,
  • die Polen folgen ihnen am 7. Oktober,
  • die Tschechen am 28. Oktober. 
  • Ungarn erklärt am 24. Oktober die Realunion mit Österreich zum Monatsende für aufgelöst. 
19.10.1918 Kaiser Wilhelm II. könnte nie fahnenflüchtig werden

Berlin * Bei einer Unterredung zwischen Reichskanzler Max von Baden und Kaiser Wilhelm II. äußert dieser, „dass er nie daran denken könne, fahnenflüchtig zu werden. Er wisse auch, dass wenn für ihn als Kaiser und König von Preußen Gefahr drohe, sein Volk und seine Armee sich um ihn scharen würden“.

Der mit anwesende bayerische Gesandte am Kaiserhof, Hugo Graf von Lerchenfeld, bringt den Mut auf und weist den König darauf hin, „dass es noch andere Elemente im Reich“ gibt. 

26.10.1918 Kaiser Wilhelm II. kontert Ernst Ludendorffs Rücktrittsdrohung

Berlin * Kaiser Wilhelm II. entlässt den Generalquartiermeister Ernst Ludendorff im Schloss Bellevue nach dessen Rücktrittsdrohung mit den Worten: „Na, wenn Sie durchaus gehen wollen, dann meinetwegen“.

Dies geschieht auch aufgrund seiner Verärgerung über Ludendorffs

  • politisches Manöver gegen den Reichskanzler Max von Baden und
  • seinem eigenmächtigen Armeebefehl vom 24. Oktober.

Das Rücktrittsgesuch des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg ignoriert Kaiser Wilhelm II. und bittet ihn sogar in der Obersten Heeresleitung - OHL im Amt zu bleiben. Sein Rückhalt in der Bevölkerung ist noch so groß, dass man seine Entlassung fürchtet.

Hindenburg entspricht dem Wunsch des Kaisers und lässt Ernst Ludendorff fallen wie die berühmte heiße Kartoffel. Der geschasste Generalquartiermeister fühlt sich derart verletzt und hintergangen, dass er sich sogar weigert, gemeinsam mit Hindenburg im Auto nach Spa zu fahren.

Mit dem Rausschmiss Ludendorffs will der Kaiser aber auch gegenüber den USA glaubhaft machen, dass im Deutschen Reich neue Männer das Ruder übernommen haben. 

01.11.1918 Stimmen gegen einen Rücktritt des Kaisers

Spa - Berlin * Generalquartiermeister Wilhelm Groener schreibt an den Vizekanzler Friedrich von Payer zu den Rücktrittsforderungen gegenüber Kaiser Wilhelm II.: „Das Rückgrat der Armee ist gebrochen, wenn diesen Männern […] ihr oberster Dienstherr, dem sie Treue geschworen haben, genommen wird und sie dadurch in ihren innersten Gefühlen verletzt werden“

06.11.1918 Kriegsminister Hellingrath und Erhard Auer beruhigen die Minister

München-Kreuzviertel * Am Nachmittag trifft sich das ausscheidende Kabinett mit dem neuen Reform-Kabinett unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Otto von Dandl. Das eine Kabinett ist nicht mehr handlungsfähig, das andere wird seine Aufgabe erst am 8. November übernehmen.

Sorgenvoll blicken sie auf die Massenkundgebung von USPD und MSPD auf der Theresienwiese am nächsten Tag. Man überlegt sogar, Kurt Eisner vorsorglich verhaften zu lassen.

Kriegsminister Philipp von Hellingrath erklärt: „Es gibt unruhige und unzuverlässige Elemente auch in der bayerischen Armee, aber, meine Herren, Sie können ganz beruhigt sein. Die Armee als Ganzes ist noch fest in unserer Hand. Es wird nichts passieren“.

Der Vorsitzende der bayerischen Mehrheitssozialdemokraten, Erhard Auer, erklärt: „Reden Sie doch nicht immer von Eisner. Eisner ist erledigt. Sie dürfen sich darauf verlassen. Wir haben unsere Leute in der Hand. Ich gehe selbst mit im Zug. Es geschieht gar nichts“

Dennoch trifft die Regierung Vorkehrungen für den Fall von Gewaltanwendung. Die stationierten Truppen werden in Alarmbereitschaft versetzt und mit Gewehren und Tränengas bewaffnet. 

10.11.1918 Schritte zur Demokratisierung der Armee

München * Die Regierung des Volksstaates Bayern fordert die Offiziere auf, sich der Regierung zur Verfügung zu stellen, um so die Demokratisierung der Armee einzuleiten. 

11.12.1918 Erste Versammlung des Spartakusbundes München

München-Ludwigsvorstadt * Erstmals tritt der Spartakusbund mit einer Massendemonstration in München in Erscheinung.

Im Wagnersaal referiert Max Levien, der Vorsitzende der bayerischen Sektion des Spartakusbundes, über das Thema „Die blutigen Vorgänge in Berlin und die Schuld der jetzigen Reichsregierung“.

In seinem Referat stellt er eine Reihe radikaler Forderungen auf, darunter

  • die Einrichtung von Revolutionstribunalen zur Bestrafung der Konterrevolutionäre und
  • die Gründung einer Roten Armee.  

Seinen Ausführungen stellen sich Kurt Eisner, Dr. Edgar Jaffé, Gustav Landauer, Erich Mühsam und Fritz Sauber entgegen. 

  • Ministerpräsident Eisner wendet sich gegen die Demonstrationslust,
  • Gustav Landauer äußert sich gegen das „ewige Blutspucken“.
    Mit Rache macht man keine neue Welt.
  • Erich Mühsam will die Revolution gegen ihre Feinde schützen, aber nicht mit blutigen Mitteln. 
25.02.1919 Die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien

München * Bereits am ersten Tag fordert Max Levien als Delegierter des Revolutionären Arbeiterrats

  • die sofortige Ausrufung der Räterepublik,  
  • die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur UdSSR,  
  • die Versendung wahrheitsgetreuer Flugblätter in fremden Sprachen,  
  • die Entfernung der Republikanischen Schutztruppe,  
  • die Bildung einer Roten Armee sowie  
  • die Annullierung der Staatsschulden und Kriegsanleihen.  

Unterstützt wird Levien von dem Matrosen Rudolf Egelhofer, der von der „permanenten Proletarierversammlung“ im „Wagnersaal“ abgesandt wurde, an der mehr als 5.000 Menschen teilnehmen.  

Auch der „Anarchist“ Erich Mühsam schließt sich dieser Forderung an.  
Er ist der Überzeugung, dass der Ausgang des „Kongresses der bayerischen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte“ von entscheidender Bedeutung für den künftigen Verlauf der „Weltrevolution“ ist.  

In den weiteren Beratungen kristallisieren sich die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien heraus.  

Die „SPD-Delegierten“ sprechen sich gegen eine „Räterepublik“ aus, setzen sich aber - anders als die Genossen um Erhard Auer - für die Verankerung der „Räte“ in der Verfassung ein.  

Die „KPD“ fordert dagegen die „Regierung der Volksbeauftragten“ und eine „Räterepublik“

03.04.1919 Die Forderungen der revolutionären Soldaten

München-Maxvorstadt * Im Löwenbräukeller tagt eine Versammlung von „über dreitausend revolutionären Soldaten“. Sie fordern

  • eine „gründliche Säuberung“ der Soldatenräte,
  • eine kommunistische Führung für das Rätesystem und
  • die sofortige Bildung einer Roten Armee
05.04.1919 Weitreichende Forderungen der Soldaten

München-Maxvorstadt * Die Soldaten des 1. Infanterie-Regiments beschließen die Umbenennung der Marsfeld-Kaserne in Kurt-Eisner-Kaserne. 

Sie fordern vom Zentralrat

  • die sofortige Proklamierung der Räterepublik,
  • wollen als erstes Regiment der zu bildenden Roten Armee geführt werden,
  • fordern die Aufhebung der Offiziersvorrechte,
  • die sofortige Einstellung der Gehaltszahlungen an Offiziere,
  • eine Neuregelung des Mannschaftsversorgungsgesetzes unter Gleichstellung mit den Offizieren und
  • keine Entlassung der Soldaten, bevor nicht ausreichend Arbeitsstellen geschaffen sind.

Das 2. Infanterie-Regiment benennt seine Kaserne an der Lothstraße in Karl-Liebknecht-Kaserne um.

06.04.1919 Der Zentralrat entscheidet für die Ausrufung der Räterepublik Baiern

München-Maxvorstadt * In der Nacht vom 6. zum 7. April sprechen sich im ehemaligen Schlafzimmer der Königin im Wittelsbacher Palais neben der SPD auch die USPD, die Mitglieder des Zentralrats und der Revolutionäre Arbeiterrat für eine Räterepublik Baiern aus, obwohl die KPD dieses Vorhaben ablehnt. Man glaubt dennoch, dass die Bevölkerung und die Armee geschlossen hinter diesem Systemwechsel steht.

Ernst Niekisch führt den Vorsitz der Zusammenkunft. Er geht irrtümlich davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt keine rechtmäßige bayerische Regierung mehr existiert, da ihm mit Ausnahme von Hoffmann und Endres die Rücktrittserklärungen sämtlicher Minister vorliegen.

Die Angaben über die Zahl der Anwesenden schwankt zwischen 70 und 150. Gustav Landauer stellt den Antrag, dass die Tagung zur konstituierenden Versammlung erklärt wird. Er hat einen Aufruf „An das Volk in Baiern“ vorbereitet, der die Gründung der Räterepublik ankündigt. Der Entwurf wird nach kurzer Beratung von den Anwesenden akzeptiert. Damit kann er am nächsten Morgen in den Zeitungen erscheinen. 

06.04.1919 Ein Aufruf „An das Volk in Baiern!“ zur Gründung der Räterepublik

München * „Der revolutionäre Zentralrat Baierns“ veröffentlicht einen Aufruf „An das Volk in Baiern!“ zur Gründung der Räterepublik. Darin heißt es:

„Die Entscheidung ist gefallen. Baiern ist Räterepublik. Das werktätige Volk ist Herr seines Geschickes. Die revolutionäre Arbeiterschaft und Bauernschaft Baierns, darunter auch alle unsere Brüder, die Soldaten sind, durch keine Parteigegensätze mehr getrennt, sind sich einig, dass von an jegliche Ausbeutung und Unterdrückung ein Ende haben muss. Die Diktatur des Proletariats, die nun zur Tatsache geworden ist, bezweckt die Verwirklichung eines wahrhaft sozialistischen Gemeinwesens, in dem jeder arbeitende Mensch sich am öffentlichen Leben beteiligen soll, einer gerechten sozialistisch-kommunistischen Wirtschaft.

Der Landtag, das unfruchtbare Gebilde des überwundenen bürgerlich-kapitalistischen Zeitalters, ist aufgelöst, das von ihm eingesetzte Ministerium zurückgetreten. Von den Räten des arbeitenden Volkes bestellte, dem Volk verantwortliche Vertrauensmänner erhalten als Volksbeauftragte für bestimmte Arbeitsgebiete außerordentliche Vollmachten. Ihre Gehilfen werden bewährte Männer aus allen Richtungen des revolutionären Sozialismus und Kommunismus sein; die zahlreichen tüchtigen Kräfte des Beamtentums, zumal der unteren und mittleren Beamten, werden zur tatkräftigen Mitarbeit im neuen Baiern aufgefordert. Das System der Bürokratie aber wird unverzüglich ausgetilgt.

Die Presse wird sozialisiert.

Zum Schutz der baierische Räterepublik gegen reaktionäre Versuche von außen und von innen wird sofort eine rote Armee gebildet. Ein Revolutionsgericht wird jeden Anschlag gegen die Räterepublik sofort rücksichtslos ahnden.  Die Baierische Räterepublik folgt dem Beispiel der russischen und ungarischen Völker. Sie nimmt sofort die brüderliche Verbindung mit diesen Völkern auf. Dagegen lehnt sie jedes Zusammenarbeiten mit der verächtlichen Regierung Ebert, Scheidemann, Noske, Erzberger ab, weil diese unter der Flagge einer sozialistischen Republik das imperialistisch-kapitalistisch-militaristische Geschäft des in Schmach zusammengebrochenen deutschen Kaiserreichs fortsetzt.

Sie ruft alle deutschen Brudervölker auf, den gleichen Weg zu gehen. Allen Proletariern, wo immer sie für Freiheit und Gerechtigkeit, wo immer sie für den revolutionären Sozialismus kämpfen, in Württemberg und im Ruhrgebiet, in der ganzen Welt, entbietet die Baierische Räterepublik ihre Grüße.

Zum Zeichen der freudigen Hoffnung auf eine glückliche Zukunft für die ganze Menschheit wird hiermit der 7. April zum Nationalfeiertag erklärt. Zum Zeichen des beginnenden Abschied vom fragwürdigen Zeitalter des Kapitalismus ruht am Montag, den 7. April1919, in ganz Baiern dieArbeit, soweit sie nicht für das Leben des werktätigen Volkes notwendig ist, worüber gleichzeitig nähere Bestimmungen ergehen.

Es lebe das freie Baiern! Es lebe die Räterepublik! Es lebe die Weltrevolution!“ 

06.04.1919 Die Fürther wollen eine Räteregieung und eine Rote Armee

Fürth * In Fürth erklärt der Arbeiter- und Soldatenrat und in der Nacht zum 7. April, dass er „sowie die gesamte Garnison […] auf dem Boden der Räteregierung“ steht.

Die Fürther fordern: „Die Bildung einer roten Armee solle aus revolutionär sozialistischen Arbeitern sofort vorgenommen werden“

07.04.1919 Die neue Räteregierung wird gebildet

München * In der Räteregierung, also dem Rat der Volksbeauftragten, haben die Schriftsteller Ernst Toller, Gustav Landauer und Erich Mühsam führende Funktionen. Ihre geringe politische Erfahrung betrachten sie nicht als Mangel, da sie den herrschenden Konventionen der Politik ja sowieso ablehnend gegenüberstehen. Deshalb wird die Erste Räterepublik häufig auch abschätzend als Literatenrepublik bezeichnet.

Das oberste Gremium der Räterepublik ist der Revolutionäre Zentralrat. Er ist den Volksbeauftragten übergeordneten. Der Rat der Volksbeauftragten wird jedoch nie zusammentreten.

  • Oberster Repräsentant der Baierischen Räterepublik ist zunächst Ernst Niekisch, der aber bereits nach einem Tag den Vorsitz des Revolutionären Zentralrats niederlegt.
  • Ernst Toller wird ab dem 9. April sein Nachfolger. Toller zählt zum linken Flügel der USPD und ist deren Vorsitzender in München.
  • Das Amt des Volksbeauftragten für Finanzen übernimmt Silvio Gesell,
  • Volksbeauftragter für Volksaufklärung wird der Anarchist Gustav Landauer.
  • Volksbeauftragter für Äußeres wird Dr. Franz Lipp [USPD],
  • Volksbeauftragter für Inneres wird Fritz Soldmann [USPD],
  • Volksbeauftragter für Volkswohlfahrt, das ehemalige Ministerium für Soziale Fürsorge, wird August Hagemeister [USPD],
  • Volksbeauftragter für Justiz wird Konrad Kübler [BBB],
  • Volksbeauftragter für Verkehr wird Gustav Paulukum [USPD],
  • Volksbeauftragter für Land- und Forstwirtschaft wird der bisherige Minister Josef Steiner [BBB],
  • Volksbeauftragter für Volkswirtschaft wird Edgar Jaffé [USPD],
  • Volksbeauftragter für Militär wird Otto Killer [USPD].
  • Kommissar für das Ernährungswesen wird Johann Wutzlhofer [BBB] und
  • Kommissar für das Wohnungswesen wird Dr. Arnold Wadler.

Max Levien wird von von Erich Mühsam für das Amt als Volksbeauftragter für Militär vorgeschlagen, doch dieser sagt ab, da die KPD die Mitarbeit in der Räterepublik ablehnt.

Damit wird weder die SPD noch die KPD bei der Ämterverteilung der Volksbeauftragten berücksichtigt.

Mit der Ausrufung der Räterepublik wird der alte Zentralrat für „erledigt“ erklärt. Gustav Landauer teilt mit: „Der alte Zentralrat existiert nicht mehr“. Auch der Aktionsausschuss existiert nicht mehr, was allerdings nirgends offiziell erwähnt wird.  

Der Bayerische Landtag wird

  • als „unfruchtbares Gebilde des überwundenen bürgerlich-kapitalistischen Zeitalters“ für aufgelöst erklärt und
  • die sofortige Gründung einer Roten Armee angekündigt. 
09.04.1919 Die Rote Armee wird gegründet

München * Der Zentralratsvorsitzende Ernst Toller gründet nach russischem und ungarischem Vorbild eine schlagkräftige Rote Armee.

  • Jeder Angehörige der Roten Armee erhält bei freier Verpflegung, Unterkunft und Kleidung eine Tageslöhnung von 7.- Mark.
  • Verheiratete (Selbstverpfleger) erhalten zusätzlich 7,50 Mark.
  • Eintretende Erwerbslose haben nach dem Austritt aus der Roten Armee Anspruch auf Arbeitslosenfürsorge
10.04.1919 Einstellungsbeginn für die Rote Armee

München-Schwabing * Um 10 Uhr beginnt im Städtischen Wehramt an der Winzererstraße die Werbung für die Rote Armee der Räterepublik Baiern

Es melden sich zwar viele Freiwillige, dennoch ist fraglich, ob ein derart zusammen gewürfeltes und mangelhaft ausgerüstetes Heer, das nur wenige Offiziere aufweist, den gut organisierten Reichswehr- und Freikorpstruppen standhalten kann. 

  • Jeder Angehörige der Roten Armee erhält bei freier Verpflegung, Unterkunft und Kleidung eine Tageslöhnung von 7.- Mark.  
  • Verheiratete (Selbstverpfleger) erhalten zusätzlich 7,50 Mark.
  • Eintretende Erwerbslose haben nach dem Austritt aus der Roten Armee Anspruch auf Arbeitslosenfürsorge
12.04.1919 Ebert fordert die Wiederherstellung des früheren Zustandes in Bayern

Berlin - Bamberg * In einem drängenden Telegramm fordert Reichspräsident Friedrich Ebert vom bayerischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann, dass „die Wiederherstellung des früheren Zustandes in Bayern baldigst erfolgt, zumal da nach neueren mir zugegangenen Nachrichten aus München man dort anfängt, sich an die Räteregierung zu gewöhnen.

Wenn die wirtschaftlichen Maßnahmen, welche Sie in Aussicht genommen haben, nicht in kürzester Zeit zum Ziel führen, erscheint mir als einzige Lösung militärisches Vorgehen. Dass je rascher und durchgreifender dieses erfolgt, um so weniger Widerstand und Blutvergießen zu erwarten ist, hat uns die Erfahrung an anderen Stellen gelehrt“

Damit ist das Schicksal der bayerischen Revolution besiegelt. Eine Niederschlagung nach dem Beispiel des Spartakus-Aufstandes in Berlin ist naheliegend.

Unter dem Druck aus Berlin gibt Bayerns Ministerpräsident Hoffmann nach. Nun wird auf Landesebene dasselbe Muster durchgespielt wie das auf Reichsebene bereits erprobte: Der Bund mit antirevolutionären, auch antidemokratischen rechten Kräften, um der Linken Herr zu werden.

Militärminister Ernst Schneppenhorst wird beauftragt, bayerische Freiwilligenverbände aufzustellen. Ministerpräsident Hoffmann bittet Berlin telefonisch um Verstärkungen. Die Reichstruppen dürfen in Bayern einmarschieren.

Auch das von dem bayerischen Oberst Franz Ritter von Epp im thüringischen Ohrdruf gebildete Freikorps wird gegen München in Marsch gesetzt. Während aus dem Westen württembergische Truppen anrücken, sammeln sich im Süden die Freikorps. Rund 30.000 Mann sind im Anmarsch, als sich der Ring um München schließt.

Für die Rote Armee wird der Kampf gegen die an Zahl, Ausrüstung und Professionalität überlegenen Weißen nicht mehr zu gewinnen sein. 

13.04.1919 Die Verstärkung für den Palmsonntag-Putsch wartet in Ingolstadt

München-Maxvorstadt - Ingolstadt * Die Republikanische Schutztruppe hat sich im Hauptbahnhof verschanzt. Ihr Anführer, Alfred Seyfferitz, wartet dort auf die versprochene Verstärkung aus Ingolstadt.

In Ingolstadt befindet sich zu diesem Zeitpunkt der Minister für militärische Angelegenheiten, Ernst Schneppenhorst, der dort mit 600 Soldaten auf das Eintreffen der Nachricht aus München hofft, dass der erste Teil des Putsches erfolgreich abgelaufen ist, um dann die bayerische Landeshauptstadt einnehmen zu können.

Schneppenhorst wird die Nachricht jedoch nie erhalten, da sein Verbindungsmann am nördlichen Stadtrand von einer Patrouille der Roten Armee abgefangen werden wird. 

13.04.1919 Fürstenfeldbrucker Pioniere werden entwaffnet

Fürstenfeldbruck * Sechzig Mann vom 2. Pionier-Bataillion in Fürstenfeldbruck werden noch vor ihrem Einsatz in München entwaffnet. Einzelne treten zur Roten Armee über, die anderen gehen wieder nach Fürstenfeldbruck zurück. 

13.04.1919 Das Regierungsprogramm der Kommunistischen Räterepublik

München - Freistaat Bayern * Die Proklamation der Zweiten Räterepublik ist ein aussichtsloses Unterfangen, denn Münchens Isolation in Gesamtbayern ist noch weiter gestiegen und von außen ist keine Unterstützung zu erwarten, da die Reichsregierung Herr der militärischen Lage ist. Eine vage Hoffnung verbindet sich allenfalls mit Aufständen in Österreich.

  • Eugen Leviné will ein revolutionäres Exempel statuieren, den „Massen Anschauungsunterricht geben, ihnen zeigen, wie eine Räterepublik aufgebaut wird“, und hofft, auch eine niedergeschlagene Räterepublik würde weitere Emanzipationsversuche herausfordern.
  • Gegenüber ihrer Vorgängerin bemüht sich die kommunistische Räteregierung mit Hochdruck um die Verwirklichung der Diktatur des Proletariats.
  • Ihr geht es nicht um die bloße Übernahme der Gewalt, sondern um die Zerschlagung des bestehenden Staatsapparates. Vorrang besitzt die Bildung eines eigenen Behördenapparates mit verschiedenen Kommissionen und die Schaffung einer Roten Armee.
  • Zur Abwehr gegenrevolutionärer Putschvorhaben tritt bis zum 23. April ein Generalstreik in Kraft.
  • Das gesamte Bankwesen wird unter der Leitung von Emil Maenner und Towia Axelrod nationalisiert,
  • die Gewerbe- und Industriebetriebe vorerst nicht sozialisiert, aber der Kontrolle der Betriebsräte unterstellt.
  • Mit drakonischen Strafandrohungen wird versucht, gegen Plünderer und „Revolutionsschmarotzer“ vorzugehen.
  • Die bürgerliche Presse wird verboten. Während des Generalstreiks erschienen allein die kostenlos verteilten „Mitteilungen des Vollzugsrates der Betriebs- und Soldatenräte“.

Trotz großer Anstrengungen bleiben auch die Herrschaftsorgane der Zweiten Räteregierung weitgehend ineffizient - es fehlt an zuverlässigen Kräften und der Zeitdruck ist groß. 

15.04.1919 Militärminister Schneppenhorst will die Räteregierung überraschen

Dachauer Moos * Der Minister für militärische Angelegenheiten, Ernst Schneppenhorst, zieht seine bayerischen Truppen im Dachauer Moos zusammen.

Seine Hoffnung beruht auf einem Überraschungscoup, da er glaubt, dass die kommunistische Räteregierung bisher noch nicht in der Lage war, ihre Rote Armee gefechtsbereit zu machen. 

15.04.1919 Die Rote Armee erringt ihren ersten Sieg

München - Allach - Karlsfeld * Mit Lastwagen werden die eingetroffenen Rotgardisten an die Front bei Allach gebracht. Südlich der Straße Allach - Ludwigsfeld stoßen die Roten auf den Feind. Ihnen gelingt es, die von der Gegenwehr völlig überraschten Regierungstruppen nach Karlsfeld zurückzudrängen.

Da die Angreifer - trotz ihrer guten Ausrüstung - weder über den notwendigen Kampfesmut verfügen, noch auf ihre bayerischen Kameraden schießen wollen, laufen viele Weiße zum Feind über oder fliehen zurück nach Dachau. Damit hat die Rote Armee ihren ersten Sieg errungen. 

15.04.1919 Ernst Toller wird Heerführer

München - Karlsfeld * Auch Ernst Toller begibt sich zur Front. In einem Karlsfelder Wirtshaus haben sich Vertrauensleute der Münchner Arbeiter versammelt. Toller schreibt:

„‚Der Toller soll die Führung übernehmen!‘ ruft einer. […] Ich sträube mich und versuche zu erklären, dass ein Heerführer andere Fähigkeiten braucht. ‚Oana muaß sein Kohlrabi herhalten, sonst gibts an Saustall, und wennst nix verstehst, wirst es lerna, die Hauptsach is, dich kennen wir‘.

Ich weiß nichts zu erwidern, welche Gründe konnten auch dieses töricht-rührende Vertrauen von Männern, die eben eine aktive, militärisch geführte Truppe besiegt hatten, erschüttern? So werde ich Heerführer“

16.04.1919 Rudolf Egelhofer wird Oberkommandierender der Roten Armee

München * Rudolf Egelhofer wird Oberbefehlshaber der Roten Armee

16.04.1919 Eine disziplierte Rote Armee in Dachau

Dachau * Bei der Roten Armee ist jeder systematische Dienst als Militarismus und „Ludendorfferei“ verpönt. Es gibt keine Befehle, nur Anweisungen. Militärische Titel werden bewusst nicht geführt. Dennoch geht es auch in dieser Truppe recht diszipliniert zu. 

16.04.1919 Ernst Toller setzt auf Verhandlungen mit den Angreifern

Dachau * Ernst Toller, der zwischenzeitlich zum Abschnitts-Kommandanten der bei Dachau stationierten Roten Armee ernannt worden ist, verweigert Rudolf Egelhofers Befehl, die Stadt mit Artillerie zu beschießen. Toller will mit den Angreifern verhandeln. Nachdem die Verhandlungen gescheitert sind, gelingt der Roten Armee ein weiterer Sieg über die Regierungstruppen.  

Egelhofers Befehl, die gefangen gesetzten Offiziere standrechtlich zu erschießen, wird von Ernst Toller erneut verweigert. Er setzt auch weiterhin auf Verhandlungen und die Vernunft beider Seiten. Damit erreicht er zwar einen Waffenstillstand, der jedoch den Regierungstruppen die dringend notwendige Atempause verschafft, um sich zu sammeln und um den Gegenschlag vorzubereiten. Außerdem ersuchen die Weißen in Berlin um Verstärkung nach. 

Die Weißen Truppen haben Dachau bedingungslos übergeben. Der Roten Armee fallen mehrere Millionen Schuss Infanterie-Munition, 4 Geschütze, 3 Maschinen-Gewehre, Sanitätsfahrzeuge und anderes Material in die Hände. „Wir machten mehrere Hundert Gefangene, darunter 4 Offiziere. Wir beklagen 8 Tote und eine Zahl Verwundete. Unsere Arbeiter undTruppen schlugen sich hervorragend. Unsere Truppen sind über Dachau hinaus vorgestoßen“heißt es in einem Flugblatt des Vollzugsrats der Betriebs- und Soldatenräte Münchens vom 17. April. 

21.04.1919 Ernst Toller zieht sich mit seinen Truppen nach München zurück

Dachau - München * Als Ernst Tollers Truppen den Befehl erhalten, sich an den Rand von München zurückzuziehen, kehrt dieser in die Landeshauptstadt zurück. 

22.04.1919 Der neuntägige Generalstreik endet

München * Mit dem Roten Tag von München, auf dem die Rote Armee ihre Stärke demonstrieren will, endet der neuntägige Generalstreik.

Die zuvor bereits entwaffnete Polizei wird durch eine Rote Garde ersetzt. 

22.04.1919 Die Demonstration des Proletariats mit einer großen Truppenschau

München * Um 11 Uhr beginnt an diesem neunten Tag des Generalstreiks die Demonstration des Proletariats mit einer großen Truppenschau, die zugleich der Massenmobilisierung in München dient. Rund 12 bis 15.000 bewaffnete Angehörige der Roten Armee marschieren mit.  

Um 15 Uhr finden in den größten Münchner Sälen elf Massenversammlungen statt, auf denen Mitglieder des Vollzugsrats Reden halten.

Um 17 Uhr setzt sich ein großer Demonstrationszug in Bewegung, der von der Theresienwiese durch die Innenstadt bis zum Siegestor zieht und sich schließlich vor dem Wittelsbacher Palais auflöst.

Ernst Toller warnt - trotz der erzielten Siege gegen die Weißen Truppen bei Dachau - vor einer Fortsetzung der kriegerischen Auseinandersetzungen. Er will lieber mit Vertretern der in Bamberg tagenden Regierung Hoffmann verhandeln. 

25.04.1919 Die Rote Armee verstärkt ihre Anwerbeaufrufe

München * Die Rote Armee verstärkt ihre Anwerbeaufrufe und begründet das mit dem Heranrücken der Regierungstruppen.

26.04.1919 Die Aktivitäten der Thule-Gesellschaft werden aufgedeckt

München * Die Aktivitäten der Thule-Gesellschaft werden von der Kommission zur Bekämpfung der Konterrevolution aufgedeckt. Mit Hilfe von gefälschten Stempeln und Ausweisen hat sie sich Zugang zur Roten Armee und zur verschafft und alle gesammelten Informationen an die Regierung Hoffmann in Bamberg weitergegeben.

Die Angreifer sind damit im Besitz wertvoller Informationen über Abwehrstellungen, Truppenstärke, Bewaffnung und die Verteidigungsstrategie der Roten Armee.

Die Durchsuchung der Logen-Räume der Thule-Gesellschaft im Hotel Vier Jahreszeiten bestätigt den Verdacht, aber die Verantwortlichen sind inzwischen geflohen. Allerdings haben sie die Mitgliederkartei vergessen. Dadurch kann die Rote Armee mehrere Mitglieder der Thule-Gesellschaft verhaften. Sie stehen unter dem Verdacht, für die Regierungstruppen und Freikorps geworben zu haben.

Anschließend werden sie ins Luitpold-Gymnasium gebracht. 

27.04.1919 Eugen Leviné beschwert sich über die Zehnerkommission

München * Über das Auftauchen der Zehnerkommission - mit Unterstützung von zehn Angehörigen der Roten Armee - im Beratungszimmer des Vollzugsausschusses beschwert sich Eugen Leviné in der Versammlung im Hofbräuhaus.

28.04.1919 Die Rote Armee ist zur Verteidigung der Diktatur gegründet worden

München * In der KPD-Zeitung Münchener Rote Fahne äußert sich der Chef der Roten Armee, Rudolf Egelhofer, so:

„Die Rote Armee wurde gegründet nicht als Instrument der Politik, sondern als Organ der Verteidigung der Diktatur des Proletariats und der Räterepublik gegen die Konterrevolution der weißen Garden.

Entsprechend dieser Aufgabe erklärt das Oberkommando, dass es das revolutionäre Proletariat, koste es was es wolle, gegen die weiße Garde verteidigen wird und sich von keiner Seite, auch nicht von den Betriebsräten, zu einem Verrat an der sozialen Revolution wird zwingen lassen“

28.04.1919 Ernst Toller tritt als Truppenkommandant der Roten Armee zurück

München * Ernst Toller legt daraufhin seinen Posten als Truppenkommandant nieder. Er kann es sich gegenüber nicht verantworten, mit den Führern der KPD und der Roten Armee, deren Maßnahmen er verabscheut, zusammenzuarbeiten. 

28.04.1919 Die Regierung Hoffmann hat sich der Reichswehr ausgeliefert

München * Mit dem Herannahen der Regierungstruppen wird die Zahl derer, die bereit sind zu kämpfen, immer kleiner. 

Doch die Regierung Hoffmann hat sich bei der Befreiung Münchens praktisch der Reichswehr ausgeliefert. Nachdem sie einmal die Zustimmung zur Reichsexekution gegeben hat, kann sie keinerlei Einfluss mehr auf den ganzen Vorgang ausüben. 

28.04.1919 Späherberichte zeigen eine deutlich sinkende Stimmung

München * Die Späherberichte zeigen ganz deutlich die Stimmung in der Betriebs- und Soldatenräte-Versammlung

„Die Reden in der siebenstündigen Versammlung zeigten, dass man bestrebt ist, so gut es geht den Weg zum Ausgangspunkt zurückzufinden. Das ist die Stellung der vernünftigen und größeren Mehrheit der Münchner Arbeiter“

28.04.1919 Die Einschließung Münchens bis zum 30. April befohlen

Freistaat Bayern * Generalleutnant Ernst von Oven befiehlt den Vollzug der Einschließung Münchens bis zum 30. April. Er ordnet an, dass die bayerischen Streitkräfte nicht vorzeitig und vereinzelt losschlagen. Die Befehle für den Zeitpunkt des Einmarsches in München sind eindeutig. 

  • Am Freitag, 2. Mai, um 12:00 Uhr, soll gleichzeitig und überraschend in die Landeshauptstadt eingerückt werden und damit dem Gegner möglichst wenig Möglichkeit zur Entfaltung der eigenen Kampfstärke gegeben werden. 
28.04.1919 Das Luitpold-Gymnasium wird Sitz des Aktionsausschusses

München-Isarvorstadt * Das Luitpold-Gymnasium wird Sitz des Aktionsausschusses und des Vollzugsausschusses, nachdem es zuvor schon Sitz der IV. Abteilung der Roten Armee war. 

28.04.1919 Max Levien soll mit der Kasse der Kriegsgeschädigten durchgebrannt sein

München * Gerüchte tauchen in München auf, wonach der Kommunistenführer Max Levien mit der Kasse der Kriegsgeschädigten durchgebrannt sei. 

28.04.1919 Giesinger Kommunisten stürmen das Polizeipräsidium

München * Am Abend stürmen rund einhundert Giesinger Kommunisten das Polizeipräsidium, entwenden und vernichten Material des Erkennungsdienstes und der Fahndungsabteilung und verwüsten das Gebäude. Wertgegenstände und Waffen werden gestohlen.

Die Steckbriefsammlung, die Akten der „Zigeuner-Nachrichtenstelle“ und die Einwohnerlisten türmen sich meterhoch in den Höfen des Präsidiums. Sie werden teilweise mit Benzin übergossen und angezündet. 

28.04.1919 Kommunisten besetzen das Wittelsbacher Palais

München * Am Nachmittag besetzen Kommunisten das Wittelsbacher Palais, den Sitz des Aktionsausschusses. 

28.04.1919 Eugen Leviné und Max Levien rechtfertigen das Scheitern ihrer Politik

München-Au * Während das Hofbräuhaus von der Roten Armee belagert wird, findet im Münchner-Kindl-Keller eine Versammlung der Kommunisten statt.

Darin versuchen Eugen Levinié und Max Levien das Scheitern ihrer Politik zu rechtfertigen. Dabei erklärt Levien: Es kommt nicht drauf an, „ein paar Tausend Bürgerlichen die Gurgel abzuschneiden“

28.04.1919 Die Diktatur der Roten Armee beginnt

München-Graggenau * Noch vor der Wahl wird das Hofbräuhaus von Einheiten der Roten Armee umstellt. Diese fordern

  • die sofortige Beseitigung der Polizei und
  • die Ausstattung des Oberkommandos der Roten Armee mit allen Vollmachten, „um den erfolgreichen Kampf gegen die Weiße Garde und besonders gegen die innere Reaktion führen zu können“.

Aus der Diktatur der Betriebsräte ist eine Diktatur der Roten Armee geworden. Unter ihrem Oberkommandierenden Rudolf Egelhofer ist die Wahl des neuen Aktionsausschusses mehr oder weniger gegenstandslos geworden. 

29.04.1919 Die letzte Ausgabe der „Mitteilungen“ erscheint

München * Die letzte Ausgabe der „Mitteilungen“ (Nummer 15) erscheint. 

29.04.1919 Ein von der Militärführung und der Regierung unterzeichnetes Kommuniqué

München * In München wird ein gemeinsam von der Militärführung und der Regierung Hoffmann unterzeichnetes Kommuniqué veröffentlicht, in dem ausdrücklich darauf hingewiesen wird:

„Wer den Regierungstruppen mit der Waffe in der Hand entgegentritt, wird mit dem Tode bestraft. […] Jeder Angehörige der Roten Armee wird als Feind des bayerischen Volkes und des Deutschen Reiches behandelt“

29.04.1919 Zwei Berliner Regierungsoldaten in Oberschleißheim festgenommen

Oberschleißheim * Die Rote Armee nimmt in Oberschleißheim zwei Regierungssoldaten des Berliner 8. Husarenregiments fest. Sie werden in das Luitpold-Gymnasium in der Müllerstraße gebracht und dort inhaftiert. 

29.04.1919 Hinrichtungen in Starnberg von württembergischen Regierungssoldaten

Starnberg * Weiße Truppen, darunter ein Kampfverband aus Württemberg, verhaften in Starnberg neun Männer, von denen sie glauben, dass sie feindliche Sparakisten wären. Sie werden eingesperrt und ein paar Stunden später erschossen.

Insgesamt werden an diesem Tag in Starnberg und Umgebung fast dreißig Personen hingerichtet, davon 19 von Angehörigen der württembergischen „Gruppe Seutter“

29.04.1919 Schwerbewaffnete Soldaten der Roten Armee in der Nuntiatur

München-Maxvorstadt * Gegen 15 Uhr tauchen schwerbewaffnete Soldaten der Roten Armee in der Nuntiatur in der Brienner Straße auf und fordern - unter persönlicher Bedrohung des Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., - die Herausgabe seines Dienstautos.

Eine Beschwerde beim Kriegsministerium verstärkt nur die Forderung: „Wenn das Auto nicht sofort abgeliefert wird, dann wird die Nuntiatur zusammengeschossen und die ganze Bande verhaftet!“ 

Die Eindringlinge ziehen erst ab, nachdem die Stadtkommandantur eingreift.

29.04.1919 Rudolf Egelhofer ruft den sofortigen Generalstreik aus

München - Schleißheim - Starnberg * Rudolf Egelhofer, der Oberkommandierende der Roten Armee, ruft den sofortigen Generalstreik aus. Denn:

  • in Schleißheim stehen schon die „Söldner des Kapitalismus“,  
  • in Starnberg haben die „weißgardistischen Hunde die Sanitätsmannschaften niedergemetzelt“, deshalb
  • „Alle Mann zu den Waffen! Zeigt der weißen Garde, wie die Rote Armee zu siegen versteht!“
29.04.1919 Egelhofers geplante Geiselnahme wird mit Stimmenmehrheit abgelehnt

München * Der Oberkommandierende der Roten Armee, Rudolf Egelhofer, stellt in der Sitzung der Stadtkommandur den Antrag, die „Angehörigen der Bourgeoisie“ auf der Theresienwiese zusammenzutreiben und beim Einmarsch der Weißen Truppen zu erschießen. 

Der Antrag wird mit 7 zu 6 Stimmen abgelehnt. 

30.04.1919 Nieder mit den Hunden der Weißen Garde !

München * Handzettel mit folgendem Inhalt werden verteilt:
„Die Weiße Garde steht vor den Toren Münchens!
Nieder mit den Hunden der Weißen Garde!“
 

30.04.1919 Der Verhaftung von 500 Geiseln verweigert

München * Stadtkommandant Max Mehrer verweigert die geplante Verhaftung von weiteren 500 Geiseln

30.04.1919 Zwei Regierungssoldaten im Luitpold-Gymnasium hingerichtet

München-Isarvorstadt * Um 10 Uhr werden im Hof des Luitpold-Gymnasiums an der Müllerstraße zwei Angehörige des Berliner 8. Husarenregiments - ohne gerichtliches Urteil - erschossen. Sie haben - nach Misshandlungen - zugegeben, an der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts am 15. Januar beteiligt gewesen zu sein.

Die Hingerichteten sind Regierungssoldaten, die am 29. April in Oberschleißheim gefangen genommen worden waren. 

30.04.1919 Der Kunstprofessor Ernst Berger wird festgenommen

München * Der Kunstprofessor Ernst Berger wird am Nachmittag von Rotarmisten festgenommen, nachdem er über ein Plakat der Räterepublik laut lästerte. 

30.04.1919 Kunstprofessor Ernst Berger drängt sich vor

München-Isarvorstadt * Als der 62-jährige Kunstprofessor Ernst Berger mitbekommt, dass die Bewacher eine Liste erstellen, geht er davon aus, dass diese die freizulassenden Häftlinge enthalten. Er bittet um Aufnahme in die Liste. Und der Wunsch wird ihm erfüllt.

Doch bei der Liste handelt es sich um die zur Erschießung Ausgewählten. 

30.04.1919 Eine durch nichts zu rechtfertigende Mordaktion

München-Isarvorstadt * Fakt ist, die Mordaktion im Luitpold-Gymnasium ist durch nichts zu rechtfertigen. Fakt ist aber auch, dass sie die einzige ist, die in diesen Tagen von Anhängern der Räterepublik verübt wird. Dennoch ist der „Geiselmord im Luitpold-Gymnasium“ bis heute fester Bestandteil jeder Erzählung über die Münchner Räterepublik.

Der Begriff „Geiselmord“ für die Bluttat im Luitpold-Gymnasium ist irreführend, da es sich bei den Opfern um Gefangene handelt.  Die Thule-Leute hatten im Hotel Vier Jahreszeiten eine Widerstandszelle eingerichtet. Dort wurden Ausweise der Räterepublik gefälscht, mit denen Freiwillige München verlassen konnten, um sich den Regierungstruppen anzuschließen. Wer sich aber unter den Bedingungen eines Bürgerkrieges auf derartige Aktivitäten einlasst, muss wissen, dass er mit seinem Leben spielt.

In der Geschichtsschreibung herrscht die Auffassung, dass der sogenannte „Geiselmord von München“ die Welle der blutigen Racheaktionen bei den Regierungstruppen ausgelöst hat. Eine andere These besagt, dass die routinemäßige Tötung von Zivilisten und die für ihre Hinrichtung angegebenen Gründe schon zuvor zum Repertoire der Regierungstruppen gehörte.

30.04.1919 Ernst Toller befürchtet Vergeltungsmaßnahmen der Weißen Truppen

München * Als die Nachricht von den Hinrichtungen bei den - inzwischen gemäßigten - Betriebsräten im Hofbräuhaus-Parlament eintrifft, verlässt Ernst Toller umgehend die Versammlung und begibt sich in das Luitpold-Gymnasium.

In der nahezu menschenleeren Schule entdeckt Toller noch sechs Inhaftierte, die die Rotarmisten in einem verschlossenen Raum zurückgelassen haben. Die Befreiung der unter Todesangst stehenden Gefangenen wird in dem späteren Prozess gegen den Dramaturgen eine große Bedeutung erlangen.

Ernst Toller befürchtet Vergeltungsmaßnahmen der Weißen Truppen und bittet deshalb Professor Ferdinand Sauerbruch, die Getöteten abholen zu lassen. Doch der Mediziner verweigert diese Bitte. 

30.04.1919 Der Belagerungsring um München wird geschlossen

Dachau * Nach heftigen Gefechten bei Dachau gelingt den Regierungstruppen unter Generalleutnant Friedrich von Friedeburg - trotz heftiger Gegenwehr der Roten Armee - der Durchbruch.

Damit kann der Belagerungsring um München durch Regierungssoldaten und Freikorps geschlossen werden.

30.04.1919 Zerfall der Räteregierung und der Roten Armee

München * In München werden keine Verteidigungsanlagen installiert. Dieser Tag bringt vielmehr der Zerfall der Räteregierung und der Roten Armee

Bei etwas gutem Willen der leitenden Offiziere der heranrückenden Truppen wäre eine geordnete Übergabe oder Rückgabe der Macht möglich gewesen. Doch sie haben kein Interesse an einer friedlichen Verständigung. Durch ihre kompromisslose Haltung fördern sie nur den Widerstandswillen der Fanatiker. 

30.04.1919 Der frühere Stadtkommandant Willy Weinberger ist ertrunken

München-Untergiesing * Am Rechen der Bäckerkunstmühle wird eine uniformierte Leiche aus dem Auer Mühlbach gezogen. Es handelt sich um den früheren Stadtkommandanten Willy Weinberger. 

30.04.1919 Versammlung der Betriebs- und Soldatenräte im Hofbräuhaus

München-Graggenau * Um 23 Uhr wird eine Versammlung der Betriebs- und Soldatenräte ins Hofbräuhaus eingeladen. Die Versammlung distanziert sich von den Geiselmorden.

Aus ihrem Kreis wählen die Versammelten gegen Mitternacht jeweils drei Betriebs- und Soldatenräte, die in Dachau wegen der Übergabemodalitäten für München verhandeln sollen.

Ernst Toller beantragt die sofortige Einberufung eines Bayerischen Rätekongresses. Der Antrag wird angenommen. Danach vertagt sich die Versammlung. 

30.04.1919 Im Hof des Luitpold-Gymnasiums werden Geiseln erschossen

München-Isarvorstadt * Zwischen 16:30 und 17.30 Uhr werden im Hof des Luitpold-Gymnasiums weitere acht Geiseln von Angehörigen der Roten Armee - erneut ohne gerichtliches Verfahren und Urteil - erschossen. Nach den Hinrichtungen räumen die Rotarmisten die Schule.

Mit Ausnahme des Kunstmalers und Professors Ernst Berger sind die restlichen sieben Erschossenen Mitglieder oder Anwärter auf eine Mitgliedschaft in der Thule-Gesellschaft.

Wer den Befehl für die Hinrichtung gegeben hat, kann nicht mehr herausgefunden werden, weil sich der verantwortliche Kommandant bei seiner späteren Festnahme erschießt. 

30.04.1919 Die KPD wirbt zum Eintritt in die Rote Armee

München * Plakate der Roten Armee fordern die Arbeiter und Soldaten auf, die „preußische Herrschaft“ abzuschütteln und sich bewaffnet dem Feind entgegenzustellen.

Die KPD wirbt in einem Flugblatt zum Eintritt in die Rote Armee, während sich Eugen Leviné, Max Levien und Towia Axelrod in Sicherheit bringen. 

30.04.1919 Der neue Aktionsausschuss will die Waffen niederlegen

München - Bamberg * Der neue Aktionsausschuss wendet sich an Ministerpräsident Johannes Hoffmann und erklärt sich bereit, die Waffen niederzulegen. Voraussetzung ist, dass die Weißen Truppen die Stadt nicht betreten werden. 

Ministerpräsident Hoffmann lehnt das Ansinnen mit den Worten ab: „Bedingung ist unannehmbar. Legt die Waffen nieder, jeder Widerstand ist nutzlos“

30.04.1919 Perlacher Rotarmisten gegen das Freikorps Regensburger Volkswehr

Perlach * Im Kampf um München liefern sich in Perlach Rotarmisten und das Freikorps Regensburger Volkswehr ein kurzes Feuergefecht. 

01.05.1919 Befehlswidrig rücken Teile der Regierungstruppen in die Innenstadt vor

München * Die aus zahlreichen „Freikorps“, „Reichswehr“ und einem württembergischen Gruppenkommando bestehenden „Weißen Truppen“ belagern München. 

Insgesamt stehen rund 35.000 Regierungssoldaten den etwa 10.000 bis 12.000 „Rotarmisten“ gegenüber.

01.05.1919 Die Gegenrevolution marschiert

München * In aller Frühe kann die „Republikanische Schutztruppe“ das „Luitpold-Gymnasium“ erobern und große Mengen Waffen erbeuten.  

Bis 9 Uhr erobern und übernehmen rund 200 Mann des „Leibregiments“ den Ostflügel der „Türkenkaserne“.

Bürgerliche Kampfverbände, bestehend aus bewaffneten Bürgern, Studenten, ehemaligen Soldaten und Polizisten sowie zahlreichen Freiwilligen, sammeln sich vor der „Feldherrnhalle“ und besetzen schließlich die „Residenz“.

Kurz vor Mittag wird auf dem „Rathaus“ die weiß-blaue Fahne gehisst.

Eine bürgerliche Kampftruppe erobert vorübergehend den von den „Roten“ besetzten „Hauptbahnhof“

01.05.1919 Die „Weißen Truppen“ müssen sich wieder aus der Innenstadt zurückziehen

München * Nach Bekanntwerden der voreiligen und unabgestimmten Maßnahmen ergeht vom leitenden Offizierskorps ein sofortiger „Rückzugsbefehl“.  
Einige Befehlshaber ignorieren diesen Befehl jedoch.  

Dass es einigen relativ kleinen Einheiten gelingt, ohne größere Verluste bis in den Stadtkern vorzudringen, ist nur der Beweis für das Nichtvorhandensein einer schlagkräftigen Gegenwehr.  

Bis zum Abend müssen sich die regierungstreuen „Weißen Truppen“ dennoch wieder aus der Innenstadt zurückziehen oder sie verschanzen sich in der „Residenz“.
Auch den Hauptbahnhof müssen sie wieder an die „Rote Armee“ und der „Arbeiterwehr“ übergeben. 

Bei den Angehörigen der „Roten Armee“ und der „Arbeiterwehr“ entsteht andererseits der Eindruck, dass die „Weißen“ durchaus besiegbar sind.  
Freilich wissen sie nicht, dass sie nur gegen einige befehlswidrig vorgerückte Einzelgruppen gekämpft haben und nicht der eigentlichen Streitmacht gegenüberstehen. 

01.05.1919 Es kommt in der Innenstadt zu Schießereien, Kämpfen und Verwüstungen

München * Obwohl der Einmarsch der „Weißen Truppen“ in München erst für den nächsten Tag, pünktlich zur Mittagsstunde vorgesehen ist, kommt es bereits am 1. Mai in der Innenstadt zu Schießereien, Kämpfen und Verwüstungen. 

Wie, wann und wo sich die kriegsähnlichen Auseinandersetzungen entzünden, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen.  
Die „Regierungstruppen“ werden auf ihrem Weg in den Stadtkern jedenfalls nicht von den „Roten“ angegriffen oder aufgehalten.  

Hinterher wurde gerne behauptet, die „Freikorpstruppen“ hätten sich aufgrund der durchsickernden Informationen über den „Geiselmord“ nicht mehr zurückhalten lassen und wären auf eigene Faust losgestürmt.
Doch das ist nur eine nachträgliche Entschuldigung für eine nicht zu entschuldigende „Disziplinlosigkeit“ auf Seiten der „Weißen Truppen“.  

So stürmen um 9:30 Uhr Angehörige des „Freikorps Lützow“ - von Berg am Laim aus kommend - die von der „Roten Armee“ besetzte „Kirchenschule“ in Haidhausen, verteilen die erbeuteten Waffen an unbewaffnete Bürger und dringen später bis zur Neuhauser Straße vor.  
Sie müssen sich kurz darauf allerdings wieder zurückziehen.

Die „Marine-Brigade Ehrhardt“ erreicht - von Schleißheim kommend- gegen Mittag Schwabing und beteiligt sich später an den Kämpfen am „Stachus“.
Auch aus Regensburg stammende Soldaten sowie Angehörige des „Freikorps Grafing“ und die „Batterie Zenetti“ sind an diesen Kämpfen beteiligt.

Dort entfacht sich ein mehrstündiges Gefecht.  
Die „Roten“ leisten erbitterten Widerstand, in deren Folge der „Stachus-Kiosk“ in Brand geschossen wird.  

Doch es gibt auch Gegenwehr von anderer Seite, die die „Weißen Truppen“ letztlich zum Abziehen zwingen.  
Dazu zählen auch Teilnehmer der „Maikundgebung“ auf der „Theresienwiese“, die dort „waffenlos demonstriert“ haben und sich nun auf dem Nachhauseweg befinden.  

Um 15 Uhr wird Pasing kampflos von den „Weißen“ eingenommen. 

02.05.1919 Die Kämpfe zwischen den „Weißen Truppen“ und der „Roten Garde“

München * Eigentlich war der Einmarsches in München eindeutig für Freitag, 2. Mai, um 12:00 Uhr, festgesetzt worden.

Um 11:40 Uhr werden aus Flugzeugen Flugblätter abgeworfen, die die Bevölkerung auf die kommenden Ereignisse vorbereiten sollen.

Die Kämpfe zwischen „Weißen“ und „Roten“ dauern bis zum Nachmittag an. 

02.05.1919 München wird von den „Regierungstruppen“ eingenommen

München * München wird nach harten Kämpfen gegen die sich erbittert verteidigenden „Roten“ von den „Regierungstruppen“ genommen.

Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden am 4. Mai in der Umgebung von München zerschlagen.

Vereinzelte Feuergefechte in der Stadt noch bis zum 22. Mai.

02.05.1919 Erbitterte Straßenschlachten rund um die Martin-Luther-Straße

München-Obergiesing * Die Angst und der Hass auf die Giesinger war bei den Nazis tief eingebrannt und reicht in die Zeit der „Zerschlagung der Räterepublik“ zurück.

Als die „Weißen Truppen“ auf der Tegernseer-Landstraße gegen die „Rote Hochburg Giesing“ vorrücken, postiert die „Rote Armee“ auf dem strategisch günstig gelegenen Kirchturm ihre Maschinengewehre.
Am Giesinger Berg werden die „Weißen“ mit MG-Feuer und Handgranaten empfangen.

Es folgen erbitterte Straßenschlachten rund um die Martin-Luther-Straße.

Eine spezielle Kampfart der „Roten Armee“ - die sich durch das Kanalisationssystem hinter die Linien der Feinde schlagen und von dort aus den Kanaldeckeln herausschießen, um anschließend sofort wieder zu verschwinden - führt dazu, dass es - trotz der Überlegenheit der „Weißen“ und des Einsatzes eines Panzerzuges bei der Pilgersheimer Eisenbahnbrücke - drei Tage dauert, bis der Widerstand der „Roten“ gebrochen ist:
in den Augen der Konterrevolutionäre ist das die „Schmach von Giesing“.

02.05.1919 52 ehemaligen russischen Kriegsgefangene werden erschossen

Gräfelfing * Bei Tagesanbruch werden in einer Kiesgrube in Gräfelfing 52 russische Kriegsgefangene aus dem Lager Puchheim erschossen. Man wirft ihnen vor, auf Seiten der Räterepublik und der Roten Armee gekämpft zu haben. 

02.05.1919 Rudolf Egelhofer wird aufgegriffen und verhaftet

München * Der Oberbefehlshaber der Roten Armee, Rudolf Egelhofer, wird in der Wohnung der Ärztin Dr. Hildegard Menzi, wo er zur Untermiete wohnt, aufgegriffen und verhaftet.

Er wird im Keller der Residenz eingesperrt. 

02.05.1919 München wird von den „Regierungstruppen“ eingenommen

München * München wird nach harten Kämpfen gegen die sich erbittert verteidigenden „Roten“ von den „Regierungstruppen“ genommen.

Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden am 4. Mai in der Umgebung von München zerschlagen.
Vereinzelte Feuergefechte in der Stadt noch bis zum 22. Mai. 

04.05.1919 Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden zerschlagen

München-Umland * Die letzten Einheiten der „Roten Armee“ werden vor München zerschlagen. 

06.05.1919 6 Tote gegenüber 200 Tote alleine in Giesing

München-Giesing * Auf Seiten der Freikorps gibt es nach einem Bericht des Bayerischen Schützenkorps seit Ausbruch der Kämpfe in Giesing 6 Tote und 33 Verwundete. 

Auf der Gegenseite aber rund 200 Tote und eine nicht festzustellende Zahl von Verletzten.

06.05.1919 Nuntius Eugenio Pacelli befürchet weitere Unruhen

München - Vatikan * Nuntius Eugenio Pacelli schreibt in seinem Bericht in die Vatikanstadt: „Die Behauptung der Regierung Hoffmann, sie habe die Stadt lediglich von den Spartakisten befreien wollen und beabsichtige, nach der Ermordung des Anführers der Roten Armee in München, Rudolf Egelhofer, streng zu ermitteln und festgenommenen Spartakisten menschlich zu behandeln. 

Der Nuntius fürchtet nämlich weitere Unruhen angesichts dessen, dass viele Spartakisten, die nicht alle hingerichtet werden können, das Gefängnis mit ihrer Rachsucht verlassen werden“.

Harte Worte für den ranghohen Kirchenmann und späteren Papst. 

14.05.1919 Forderungen der bürgerlichen Parteien an die Regierung

München * Die bürgerlichen Parteien in München fordern von der Regierung:

  • Die „sofortige Wiederherstellung der gesetzmäßigen Zustände“
  • die „Wiederaufnahme eines geregelten Polizeibetriebes“;  
  • die „Entwaffnung der Roten Armee“;  
  • die „Aufstellung einer Volkswehr“;  
  • „durchgreifende Maßnahmen zur Sicherung der demokratischen Verfassung“;
  • die „Festnahme und Bestrafung der für die ungesetzlichen Zustände verantwortlichen Führer“ und
  • die „Ausweisung aller politisch nicht einwandfreien landfremden Elemente“.

Da die Abgabe der Waffen und Munition nur zögerlich vonstatten geht, werden Belohnungen ausgesetzt.

25.08.1919 Übernahme des bayerischen Militärkontingents von der „Reichswehr“

Berlin - München * Übernahme des bayerischen Militärkontingents von der „Reichswehr“.

29.04.1945 Das Konzentrationslager Dachau wird befreit

Dachau * Am späten Nachmittag befreien die 45. und 42. Infanterie-Division der US-Armee rund 32.000 Insassen aus 31 Nationen aus den überfüllten Baracken des Konzentrationslagers Dachau

29.06.1945 Anton Graf Arco auf Valley stirbt bei einem Autounfall

Salzburg * Das Leben des Grafen Arco endet ebenso abrupt, wie sein Ruhm begonnen hat: 

Nach Kriegsende stirbt Anton Graf Arco auf Valley mit seinem Auto - für damalige Zeiten ein Zeichen seltenen Wohlstands - bei einem Verkehrsunfall.
Kurz hinter Salzburg überholt er mit seinem Wagen ein Pferdefuhrwerk und stößt bei diesem Manöver mit einem entgegenkommenden Fahrzeug der amerikanischen Armee zusammen. 




© 2017 Gerhard Willhalm, inc. All rights reserved.