Arbeiter-

13.03.1874 „Arbeiter-Massenfest zur Feier der Pariser Commune“

München-Ludwigsvorstadt * Die Münchner Sozialdemokraten organisieren ein stark besuchtes „Arbeiter-Massenfest zur Feier der Pariser Commune“ in den Räumlichkeiten der „Centralhalle“.

16.03.1897 56 „Turngenossen“ gründen den „Arbeiter-Turn-Verein-München Ost“

München-Haidhausen * 56 sportbegeisterte „Turngenossen“ gründen in einem Gaststättensaal an der Pariser Straße 30 den „Arbeiter-Turn-Verein-München Ost“.

Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ hat die benötigte finanzielle Hilfestellung von der SPD und den Gewerkschaften erhalten.  
Damit können die Turner wieder ihre organisierten Übungsstunden abhalten.
Als monatlichen Beitrag müssen die Mitglieder 50 Pfennige aufbringen.

Im ersten Monat liegt das Beitragsaufkommen - inclusive Spenden - bei 28 Reichsmark.
Nach Abzug von 40 Mark für die Anschaffung des notwendigen Turngeräts und der fälligen Turnhallenmiete muss ein Minderbetrag von zwölf Reichsmark von der SPD und der Gewerkschaft übernommen werden.

Da es in Haidhausen keine anmietbare Turnhalle gibt, findet der Turnbetrieb des „Arbeiter-Turn-Vereins München-Ost“ in den Nebenzimmern von Gaststätten statt.
Dazu müssen die eigenen Geräte mitgebracht werden. 

15.09.1899 Das erste Demonstrations-Fußballspiel auf Münchner Boden

München * Im Rahmen der Allgemeinen Deutschen Sportausstellung findet ein Demonstrations-Spiel statt.

In diesem ersten offiziellen Fußballspiel auf Münchner Boden spielt eine Mannschaft aus der damals führenden süddeutschen Fußballstadt Karlsruhe gegen die noch junge Mannschaft des Männerturnvereins von 1879 - MTV, um beim Münchner Publikum Begeisterung für die Sportart des Association Football zu erzeugen. Das Spiel wird für die Münchner zum Desaster, denn die Karlsruher gewinnen mit 10 : 0 Toren.

Am Anfang distanzieren sich noch viele bürgerliche und Arbeiter-Turnvereine von dieser Form des Wettkampfsports. Verhindern können sie diese Sportart auf Dauer natürlich nicht, da sie sonst zu viele fußballbegeisterte Sportler an andere Vereine verloren hätten.

16.04.1908 Der „Waldspielplatz“ des „ATV München-Ost“ wird eingeweiht

Gronsdorf * Der „Waldspielplatz“ des „Arbeiter-Turn-Vereins München-Ost“ in Gronsdorf kann eingeweiht werden. 

08.01.1912 Pater Rupert Mayer kommt nach München

München * Pater Rupert Mayer kommt nach München. 

Er ist „Seelsorger für katholische Zuwanderer“ und arbeitet in den „Katholischen Arbeiter- und Arbeiterinnen-Vereinen“ mit.

14.03.1917 In den wichtigsten russischen Städten „Arbeiter- und Soldatenräte“

Russland * Zwischen dem 14. und dem 16. März 1917 bilden sich in den wichtigsten russischen Städten „Arbeiter- und Soldatenräte“

18.05.1917 Eine neue russische Regierung mit Beteiligung von Sozialdemokraten

Petersburg * In Absprache mit den „Arbeiter- und Soldatenräten“ wird eine neue russische Regierung mit Beteiligung von Sozialdemokraten gebildet.

Der „Sozialrevolutionär“ Alexander F. Kerenski wird „Kriegsminister“

16.06.1917 Der erste gesamtrussische „Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte“

Petersburg * Der erste gesamtrussische „Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte“ findet in Petrograd statt.

Wladimir I. Lenin unterstreicht den Führungsanspruch seiner Partei. 

21.09.1917 Leo D. Trotzki leitet das „bolschewistisches Präsidium“

Petersburg * Der Petrograder „Arbeiter- und Soldatenrat“ wählt ein „bolschewistisches Präsidium“ unter Leitung von Leo D. Trotzki. 

10.10.1918 Karl Harrer ruft einen nationalistischen Arbeiter-Ring ins Leben

München * Karl Harrer wird von der Thule-Gesellschaft beauftragt, Arbeiter für die völkische Politik zu gewinnen. Zu diesem Zweck ruft er einen Arbeiter-Ring ins Leben. 

Noch vor dem Sturz der Monarchie in Bayern - gründen Harrer und Anton Drexler gemeinsam den Politischen Arbeiterzirkel, der sich - laut seiner erst am 24. März 1919 festgelegten Satzung - als „eine Vereinigung ausgewählter Persönlichkeiten zwecks Besprechung und Studium politischer Angelegenheiten“ versteht. 

Die vom Vorstand zu Mitgliedern des Zirkels ernannten Personen werden zum Stillschweigen über die Tätigkeit und die personelle Zusammensetzung der Gruppe verpflichtet, woraus alleine schon der Einfluss der exklusiven und elitären Thule-Gesellschaft erkennbar ist. 

Die dominierende Figur und der geistige Führer dieses Politischen Arbeiterzirkels, dem zum größten Teil Arbeitskollegen Drexlers angehören, ist demzufolge auch nicht Drexler, sondern Karl Harrer, der vor diesem zwar vorwiegend, aber nicht ausschließlich im Hotel Vier Jahreszeiten tagenden kleinen Kreis - besonders im Winter 1918/19 - auch ständig Vorträge zu verschiedenen aktuellen Themen hält. 

06.11.1918 Weitere revolutionäre Arbeiter- und Soldatenräte bilden sich

Hamburg - Bremen - Wilhelmshaven * In Altona, Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Flensburg, Hamburg, Neumünster, Oldenburg, Rendsburg, Rostock und Wilhelmshaven erheben sich revolutionäre Arbeiter und Soldaten und bilden Arbeiter- und Soldatenräte.

07.11.1918 Weitere Arbeiter- und Soldatenräte werden gebildet

Braunschweig - Frankfurt am Main - Hannover - Lüneburg - Schwerin * Unter anderem in Braunschweig, Frankfurt am Main, Hannover, Lüneburg und Schwerin haben sich revolutionäre Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. 

07.11.1918 Die Revolutionäre richten im Mathäserbräu ihr Standquartier ein

München * Kurt Eisner und seine Unabhängigen ist es trotz ihrer kleinen Zahl gelungen, die Mehrheitssozialdemokraten auszumanövrieren.

Auf dem Weg schließen sich ihnen weitere Arbeiterinnen und Arbeiter, Zivilisten, Männer und Frauen aber auch Kinder an. Auf einmal sind es Zehntausende. Im Mathäser-Bräu richten sie das Standquartier der Arbeiter- und Soldatenräte ein.

Oskar Maria Graf schreibt: „Der Marsch hatte begonnen und war unaufhaltsam. Keine Gegenwehr kam. Alle Schutzleute waren wie verschwunden. Aus den vielen offenen Fenstern schauten neugierig Menschen auf uns herunter. Überall gesellten sich neue Trupps zu uns, nun auch schon einige Bewaffnete. Die meisten Menschen lachten und schwatzten, als ging‘s zu einem Fest. […] Die ganze Stadt schien zu marschieren“

07.11.1918 Soldaten und Zivilsten dringen in das Hotel Bayerischer Hof ein

München-Kreuzviertel * Soldaten und Zivilsten dringen in das Hotel Bayerischer Hof ein. 

Sie nehmen den dort einquartierten Offizieren des Oberkommandos Süd das Ehrenwort ab, nichts gegen den Arbeiter- und Soldatenrat zu unternehmen. 

07.11.1918 Die Revolutionäre besetzen den Bayerischen Landtag

München-Kreuzviertel * Gegen 22 Uhr nehmen die Revolutionäre dem völlig fassungslosen Pförtner des Bayerischen Landtags die Gebäudeschlüssel ab. 

Da nun auch die Bauernräte hinzustoßen, wird ein Provisorischer Nationalrat konstituiert, der bis zur Wahl eines Landtages bestehen bleiben soll. 

07.11.1918 Die Arbeiter- und Soldatenräte wählen Kurt Eisner zu ihrem Vorsitzenden

München-Au - München-Ludwigsvorstadt * Kurt Eisner zieht sich nach der Einnahme der Guldein-Schule in den Franziskaner-Keller an der Hochstraße zurück. Sicher auch, um einer eventuellen Verhaftung zu entgehen.

Als er erfährt, dass der Hauptteil der Soldaten und der Arbeiter zum Mathäserbräu ziehen, begibt er sich auch dort hin. Im Erdgeschoss wird er von den anwesenden Arbeitern zum Ersten Vorsitzenden des Arbeiterrats gewählt. Sein Stellvertreter wird Hans Unterleitner.

Anschließend begeben sich er und weitere Mitglieder des Arbeiterrats in das Obergeschoss, in dem er sich mit den Führern des Soldatenrats zur gemeinsamen Sitzung zusammentrifft. Damit ist der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet. 

13.11.1918 Forderungen zu freiwilliger Zucht und Unterordnung

München * Ministerpräsident Kurt Eisner, der Minister für militärische Angelegenheiten Albert Roßhaupter und der Arbeiter- und Soldatenrat Sauber fordern die Soldaten zu freiwilliger Zucht und Unterordnung auf. 

Im ganzen Land werden Übergriffe und Eingriffe der Arbeiter- und Soldatenräte in das öffentliche Rechtsleben und die Verwaltung beklagt.

16.12.1918 In Berlin beginnt der Kongress der Arbeiter- und Soldaten-Räte

Berlin * In Berlin beginnt der Erste Allgemeine Kongress der Arbeiter- und Soldaten-Räte Deutschlands. Der Reichsrätekongress dauert bis zum 20. Dezember.

Pro 200.000 Einwohner wird ein Arbeiterrat, pro 100.000 Soldaten ein Soldatenrat entsandt. Die SPD-Delegierten haben eine Zweidrittelmehrheit.

Die Sozialdemokraten wollen den Vollzugsrat, das Kontrollorgan des Rats der Volksbeauftragten auflösen. Max Cohen von der SPD stellt deshalb den Antrag, künftig auf die Räte zu verzichten. Die USPD setzt sich für den Weiterbestand ein.

Schlussendlich stimmen die Delegierten mit großer Mehrheit

  • für die Abschaffung des Rätesystems und
  • legen den Termin für die Wahl zur Verfassungsgebenden Nationalversammlung auf den 19. Januar 1919 fest. 
18.12.1918 Termin für die Wahlen zur „Nationalversammlung“ festgesetzt

Berlin * Auf dem „Kongress der Arbeiter- und Soldaten-Räte Deutschlands“ in Berlin werden die Forderungen des „Spartakusbundes“ und dem linken Flügel der „Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands - USPD“ zur „Übertragung der gesamten Macht an die Arbeiter- und Soldaten-Räte“ abgelehnt.  

Die Mehrheit stimmt für den Antrag der SPD, „bis zur anderweitigen Regelung durch die Nationalversammlung die gesetzgebende und vollziehende Gewalt“ dem „Rat der Volksbeauftragten“ [= Regierung Ebert] zu übertragen.  

Die Mehrheit beschließt, die Wahlen zur „Nationalversammlung“ auf den 19. Januar 1919 festzusetzen. 

28.02.1919 Ein umfangreicher Kompromissantrag wird beratschlagt

München-Kreuzviertel * Am Nachmittag beraten die „Delegierten der bayerischen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte“ im Münchner „Landtagsgebäude“ an der Prannerstraße einen Kompromissantrag.  

Darin wird festgelegt, dass der „Kongress der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte“ den „Provisorischen Nationalrat“ darstellt.  

  • In den nächsten Tagen sollen 250 Delegierte gewählt werden, die diesem „Provisorischen Nationalrat“ künftig angehören.  
     
  • Im Anschluss daran soll ein „Aktionsausschuss“ gewählt werden, der sich aus je sieben Mitgliedern der „Vollzugsausschüsse der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte“, je drei Vertretern von „SPD“, „USPD“, „Revolutionärem Arbeiterrat“ und „Bayerischem Bauernbund - BBB“ zusammensetzt.  
  • Die Mitglieder des „Aktionsausschusses“ können jederzeit vom „Provisorischen Nationalrat“ abgesetzt werden.  
  • Der „Aktionsausschuss“ wählt aus seiner Mitte einen „Zentralrat“, dessen Mitglieder dem „Aktionsausschuss“ verantwortlich sind.  
     
  • Außerdem soll in absehbarer Zeit das „Staatsgrundgesetz“ vom 4. Januar 1919 zur „Volksabstimmung“ vorgelegt werden.
  • Das „Staatsgrundgesetz“ soll zuvor aber noch in einigen Punkten abgeändert werden, in dem die „Räte“ das „Recht zur Gesetzesinitiative“ und ein „Vetorecht gegen Parlamentsbeschlüsse“ festgeschrieben erhalten.  
  • Bei Streitigkeiten hat das Volk das letzte Wort und entscheidet per „Volksentscheid“.  

Hans Unterleitner wirbt mit großem Engagement für den Kompromiss:  
„Die zweite Revolution ist eine Tatsache. Nun handelt es sich darum, sich klar zu sein, was die zweite Revolution will. [...]
Wir haben die politische Macht erobert und lassen sie uns nicht mehr nehmen“
.  

  • In seinen Ausführungen stellt er fest, dass die Beratungen mit den „Bauernvertretern“ gezeigt haben, dass die Bauern einer „Räterepublik“ jegliche Unterstützung verweigern.  
  • Ohne die Bauern kann jedoch so ein Experiment unmöglich funktionieren:  
    „Wir dürfen die Augen vor der Tatsache nicht verschließen, in Deutschland und in Bayern liegen eben die Verhältnisse anders wie in Russland“
01.03.1919 Eine von Martin Segitz (SPD) geführte Regierung wird gebildet

München-Kreuzviertel * Nachdem am Tag zuvor beschlossen worden ist, dass die „Einberufung des Landtags“ auf unbestimmte Zeit verschoben wird, bestimmt der „Rätekongress“ am Nachmittag des 1. März die neuen „Minister“.  

  • Der gemäßigte [!] „Mehrheitssozialdemokrat“ Martin Segitz wird „Ministerpräsident“ und leitet zudem noch das „Außen- und Innenministerium“,  
  • Ernst Niekisch [SPD] ist zuständig für „Unterricht und Kultus“,  
  • Fritz Endres [SPD] für „Justiz“,  
  • Richard Scheid [SPD] für „militärische Angelegenheiten“,
  • Joseph Simon [USPD] für „Handel, Gewerbe und Industrie“,
  • Edgar Jaffé [USPD] für „Finanzen“,  
  • Hans Unterleitner [USPD] für „soziale Angelegenheiten“ und
  • Theodor Dirr [BBB] für „Land- und Forstwirtschaft“.  
  • Der parteilose Heinrich von Frauendorfer übernimmt das „Verkehrsministerium“.  

Nun müssen nur noch die betroffenen politischen Parteien ihren Mitgliedern die Annahme des „Ministeramtes“ gestatten.  

Die Regierung amtiert bis zum 18. März. 

01.03.1919 Der „Rätekongress“ wählt einen „Aktionsausschuss“

München-Kreuzviertel - München-Theresienwiese * Der „Rätekongress“ wählt einen „Aktionsausschuss“.  

Noch während der Sitzung kommt es auf der „Theresienwiese“ zu einer Demonstration gegen die „Verhaftungen vom Vortag“ und für die „Proklamation der Räterepublik“.
Die daraufhin aufmarschierende „Republikanische Schutztruppe“ schießt wahllos in die Menge, tötet drei Menschen und verletzt neun schwer.

Die Nachricht wird im „Rätekongress“ mit einer Mischung aus Erleichterung und Abscheu aufgenommen.

Die „Radikalen“ sehen darin den völligen „Bankrott der Sozialdemokratie“.
Für sie erklärte der „Anarchist“ Gustav Landauer: „In der ganzen Naturgeschichte kenne ich kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei“.  

07.03.1919 Amerika will die Münchner Bevölkerung mit Lebensmittel versorgen

München * Ein Mitglied einer amerikanischen „Lebensmittelkommission“ besichtigt gemeinsam mit Ernst Toller Proletarierwohnungen. 

Toller berichtet dem „Arbeiter-Soldaten-Bauern-Rat“, dass Amerika alles unternehmen werde, um die Münchner Bevölkerung mit Fleisch, Milch, Mehl, Reis, Butter, Gummi usw. zu versorgen. 

04.04.1919 Die Kommunisten lehnen die „Räterepublik“ ab

München * In einer Vertreterversammlung der „Arbeiter-, Angestellten- und Beamten-Ausschüsse“ fordert Gustav Klingelhöfer die „Proklamation der Räterepublik“.

Eugen Leviné und Max Levien sprechen sich als Führer der kommunistischen Partei gegen die „Räterepublik“ aus, obwohl sie diese bisher lautstark propagiert haben. 

15.04.1919 Truppen der bayerischen „Exil-Regierung“ rücken in Dachau ein

Dachau * Als die Truppen der bayerischen „Exil-Regierung“ in Dachau einrücken, wird der amtierende „Arbeiter- und Bauernrat“ beim zuständigen „Major“ vorstellig und fordert diesen zum Abzug vom „Schlossberg“ auf, da sonst Dachau sonst beschossen werden könnte.

Der „Major“ kommt der Aufforderung umgehend nach. 

04.05.1919 Josef Sontheimer wird im „Franziskaner-Keller“ hinterrücks ermordet

München-Au * Josef Sontheimer wird im „Franziskaner-Keller“ hinterrücks ermordet, nachdem man ihm zuvor - scheinheilig - die Möglichkeit zur Flucht gegeben hat. 

Sontheimer war ein führendes Mitglied der Münchner „Arbeiter- und Soldatenräte“

12.05.1933 Oskar Maria Graf veröffentlicht: „Verbrennt mich! - Ein Protest“

Wien * Oskar Maria Graf veröffentlicht in der marxistischen Wiener Arbeiter-Zeitung unter der Überschrift „Verbrennt mich! - Ein Protest“ seine Nachverbrennung.  

„Laut ‚Berliner Börsencourier‘ stehe ich auf der ‚weißen Autorenliste‘ des neuen Deutschlands, und alle meine Bücher, mit Ausnahme meines Hauptwerkes ‚Wir sind Gefangene‘, werden empfohlen:
Ich bin also dazu berufen, einer der Exponenten des ‚neuen‘ deutschen Geistes zu sein!  
Vergebens frage ich mich: Womit habe ich diese Schmach verdient?

[...] Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen.
Verbrennt die Werke des deutschen Geistes!
Er selbst wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!“

Oskar Maria Graf




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