Alliierte

28.11.1917 Die russische Regierung will einen Waffenstillstand

Petersburg * Die russische „Räteregierung“ schlägt allen kriegführenden Parteien einen „Waffenstillstand“ vor.

Das „Deutsche Reich“ und „Österreich-Ungarn“ stimmen diesem Vorschlag zu, weil damit ein Teil der Soldaten von der „Ostfront“ abgezogen und zusätzlich an der „Westfront“ eingesetzt werden könnte. 

Die „Alliierten“ lehnen einen „Separatfrieden“ Russlands mit den „Mittelmächten“ ab. 

31.03.1918 Monatlich treffen 250.000 amerikanische Soldaten ein

USA - Frankreich * Seit März 1918 treffen monatlich 250.000 US-Soldaten zur Verstärkung ein. Bis Kriegsende werden es rund zwei Millionen sein.

Sie sind mit den besten Waffen und der modernsten Technologie ausgerüstet. Außerdem sind sie tüchtig und tatendurstig. 

Mit den amerikanischen Truppen wird auch die sogenannte Spanische Grippe in die Schützengräben der Westfront gebracht. 

08.08.1918 Die deutsche Westfront bricht zusammen

Amiens - Berlin * Spätestens als mit der Panzerschlacht bei Amiens die Schlussoffensive der Alliierten beginnt, ist der Krieg für Deutschland verloren. Über 70 Prozent der deutschen Verluste besteht aus Gefangenen.

Die Westfront bricht zusammen. Die Verluste nähern sich wieder den Höchstwerten der ersten Kriegsmonate von 1914. 

11.08.1918 Die Tschechen dürfen an den Verhandlungen der Alliierten teilnehmen

Washington * Die USA erlauben die Teilnahme der Tschechen als kriegsteilnehmende Macht an den Verhandlungen der Alliierten

14.08.1918 Die OHL erklärt die Fortführung des Krieges für aussichtslos

Spa * Die Oberste Heeresleitung - OHL erklärt nach der Schlacht von Amiens - im Beisein von Kaiser Wilhelm II. und dem österreichischen Kaiser Karl I. - erstmals die Fortführung des Krieges für „aussichtslos“.

  • Die Übermacht der alliierten Truppen,
  • erhebliche Versorgungsprobleme und
  • große Verluste

sind die Ursachen für den Untergang der deutschen Truppen.

Der 14. August 1918 wird deshalb auch als „Schwarzer Tag des deutschen Heeres“ bezeichnet. 

28.08.1918 Die deutschen Truppen werden zurückgezogen

Nordfrankreich - Saint Quentin * Die deutschen Truppen werden in die Siegfriedstellung, von den Alliierten auch Hindenburglinie genannt, zurückverlegt.

13.09.1918 Deutschland und seine Verbündeten brechen zusammen

Westfront * Die Alliierten gehen an der Westfront zur Offensive über.

Auch wenn es die offiziellen Heeresberichte noch nicht in aller Deutlichkeit ausdrücken, so brechen Deutschlands Heere und die Armeen seiner Verbündeten an allen Fronten zusammen. 

14.09.1918 Kaiser Karl möchte einen Frieden unter Erhaltung der Monarchie

Wien * Der österreichisch-ungarische Kaiser Karl bietet den Entente-Mächten nach vier Kriegsjahren und über einer Million Toten Friedensverhandlungen unter Erhaltung der Monarchie an.

„Die österreichisch-ungarische Regierung hat beschlossen, allen Kriegführenden, Freund und Feind, einen von ihr für gangbar gehaltenen Weg zu weisen und ihnen vorzuschlagen, im freien Gedankenaustausch gemeinsam zu untersuchen, ob jene Voraussetzungen gegeben sind, welche die baldige Einleitung von Friedensverhandlungen als aussichtsvoll erscheinen lassen. Zu diesem Behufe hat die k. und k. Regierung die Regierungen aller kriegführenden Staaten zu einer vertraulichen und unverbindlichen Aussprache an einem Orte des neutralen Auslandes eingeladen und an sie eine in diesem Sinne verfaßte Note gerichtet“

15.09.1918 Die Alliierten durchbrechen die Mazedonienfront

Saloniki * In den Bergen in der Grenzregion Griechenlands und Mazedoniens beginnt am Morgen die lange vorbereitete Entscheidungsoffensive der alliierten Orientarmee.

Der Widerstand der bulgarischen Armee bricht nach einem Durchbruch der Alliierten an der Salonikifront komplett zusammen. 

24.09.1918 Bulgariens Waffenstillstandsgesuch an die Alliierten

Skopje * Die bulgarische Regierung richtet ein Waffenstillstandsgesuch an den alliierten Oberbefehlshaber

25.09.1918 Die Alliierten beginnen eine weitere Großoffensive

Nordfrankreich * In der Nacht vom 25. zum 26. September 1918 beginnen die Alliierten eine weitere Großoffensive gegen die „Siegfriedlinie“, die stärkste deutsche Verteidigungslinie an der Westfront

25.09.1918 Bulgarien bittet um einen Waffenstillstand

Sofia * Erste alliierte Einheiten überschreiten die bulgarische Grenze. Die bulgarische Regierung bittet daraufhin die Alliierten um einen Waffenstillstand

23.10.1918 US-Präsident Wilson will ein republikanisches Deutschland

Washington - Berlin * US-Präsident Woodrow Wilson erklärt sich in seiner Antwort auf das Schreiben vom 20. Oktober nur zur Aufnahme von Waffenstillstandsgesprächen gemeinsam mit den Regierungen der Alliierten bereit, wenn der deutsche Verhandlungspartner eine vom Volk gewählte Regierung ist.

Die amerikanische Regierung will „mit keinen anderen als wahrhaften Vertretern des deutschen Volkes verhandeln“. Aus ihrer Sicht gibt es bislang aber keinen Hinweis dafür, dass „die Grundsätze einer dem deutschen Volk verantwortlichen Regierung jetzt bereits vollständig angenommen sind“ und die Systemänderung im Deutschen Reich auf Dauer sein wird. Die Amerikaner geben deutlich zu erkennen, dass sie gegenüber einem republikanischen Deutschland oder zumindest einem Deutschland ohne Kaiser mehr Nachsicht üben würden.

Sie setzen offenbar aber auch darauf, dass jeder zusätzliche Kriegstag die Position des Deutschen Reichs und seiner Verbündeten weiter schwächen und die Friedensbedingungen für die USA positiver gestalten würden. 

03.11.1918 Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und Italien

Padua * In der am südwestlichen Stadtrand von Padua gelegenen Landsitz Villa Giusti del Giardino wird der Waffenstillstand von Villa Giusti unterzeichnet.

Er beendet den Ersten Weltkrieg speziell an der italienisch–österreichischen Front, gilt aber auch für alle anderen Fronten, an denen k.u.k. Militär im Einsatz gewesen ist.

Der Waffenstillstandsvertrag gesteht den Entente-Mächten das Durchmarschrecht durch österreichisches Staatsgebiet zu. Damit liegt ein Einmarsch der Alliiierten in Bayern im Bereich des Möglichen. 

04.11.1918 Österreichs Waffenstillstand entspricht einer Bedingungslosen Kapitulation

Padua * Der Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und den Alliierten wird in der „Villa Giusti“ in der Nähe von Padua unterzeichnet. Er tritt um 15 Uhr in Kraft und kommt nahezu einer Bedingungslosen Kapitulation gleich. 

05.11.1918 Bereitschaft der Alliierten zu Waffenstillstandsverhandlungen

Washington - Berlin * US-Präsident Woodrow Wilson teilt der deutschen Regierung die Bereitschaft der Alliierten zu Waffenstillstandsverhandlungen mit.

Der französische Marschall Ferdinand Foch wird ermächtigt, die deutsche Regierung zu empfangen.

06.11.1918 Matthias Erzberger reist zu Waffenstillstandsverhandlungen

Washington - Berlin - Spa * Am Vormittag trifft in Berlin die Nachricht des US-Präsidenten Woodrow Wilson ein, dass der Oberkommandierende der Alliierten Streitkräfte, Marschall Ferdinand Foch, bereit sei, eine deutsche Waffenstillstandsdelegation in Compiégne zu empfangen.

Nachdem die Reichsregierung das Ansinnen der Obersten Heeresleitung - OHL, einen militärischen Vertreter zum Verhandlungsleiter zu ernennen, ablehnt, wird noch am selben Tag der Staatssekretär Matthias Erzberger - gegen seinen Willen - mit der Aufgabe betraut und an der Spitze der Abordnung auf den Weg geschickt.

Er muss jedoch sich zuvor im Großen Hauptquartier der Obersten Heeresleitung -OHL noch Instruktionen abholen.

Der Reichsregierung ist es wichtig gegenüber den Alliierten das politisch erneuerte Deutschland zu demonstrieren. Dazu eignet sich ein ziviler Politiker an der Spitze der Waffenstillstands-Kommission ganz besonders.

Weitere Mitglieder der deutschen Verhandlungs-Abordnung sind der Leiter für Heeresangelegenheiten General Detlof von Winterfeldt, der Kapitän zur See Ernst Vanselow und als Vertreter des Auswärtigen Amtes Alfred von Oberndorff.

Die Deutschen hoffen auf einen „milden Frieden“ auf der Grundlage des 14-Punkte-Programms, das der US-Präsident Woodrow Wilson am 8. Januar 1918 verkündet hatte. 

08.11.1918 Die Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiègne

Compiègne * Die „Deutsche Abordnung zum Abschluss des Waffenstillstandes und zur Aufnahme der Friedensverhandlungen“ mit dem Staatssekretär Matthias Erzberger an seiner Spitze, reist zu Verhandlungen mit Marschall Ferdinand Foch.

Als Verhandlungsort hat die französische Seite einen Eisenbahnwaggon in einem Waldstück der Gemeinde Rethondes bei Compiègne ausgewählt, wo sich bis März 1918 der Sitz des Alliierten Oberkommandos befunden hatte.

Die Delegation wird von Marschall Foch mit den Worten „Was führt die Herren hierher? Was wünschen Sie von mir?“ begrüßt. Auf die Erwiderung, man wünsche Vorschläge über einen Waffenstillstand entgegen zu nehmen, antwortete Foch: „Ich habe keine Vorschläge zu machen“.

Er legt dafür eine fertige Liste mit Waffenstillstands-Bedingungen, verbunden mit einem 72-stündigen Ultimatum zur Annahme oder Ablehnung vor.

Vor allem die Franzosen, auf deren Boden der Krieg vier Jahre gewütet und gewaltige Zerstörungen hinterlassen hatte, fordern eine drakonische Bestrafung des Deutschen Reiches

11.11.1918 Kurt Eisner startet eine unabhängige bayerische Außenpolitik

München - Bern * Nach der Bekanntgabe der harten Waffenstillstandsbedingungen startet Ministerpräsident Kurt Eisner in der Nacht zum 11. November eine eigenständige, vom Reich völlig unabhängige bayerische Außenpolitik.

Über den Schweizer Bundesrat in Bern schickt er einen Appell der neuen bayerischen Regierung an die Regierungen der Siegermächte. Er ist zugleich ein Aufruf an die Proletarier aller Länder:

„Das bayerische Volk hat zuerst in Deutschland unter Führung von Männern, die seit Beginn des Krieges den leidenschaftlichsten Kampf gegen die frevelhafte Politik der deutschen Regierungen und Fürsten geführt haben, in einer stürmischen und vom endgültigen Erfolg gekrönten Erhebung alles und alles beseitigt, was schuldig und mitschuldig an dem Weltkrieg war. […]

In diesem Augenblicke stürzt auf die junge Republik Bayern die Veröffentlichung der Waffenstillstandsbedingungen der alliierten Mächte herein. Alle Hoffnungen, die wir durch den Erfolg der Revolution hegen durften, sind damit zerstört. Die neue Republik wird, wenn diese entsetzlichen Bedingungen unabänderlich sein sollten, in kurzer Zeit Wüste und Chaos sein. […]

Jetzt ist die Stunde gekommen, wo durch einen Akt weitausblickender Großmut die Versöhnung der Völker herbeigeführt werden kann. Vergesst in der Schöpfung der neuen Welt den Hass, der in der alten erzeugt worden ist“

21.11.1918 Eisner fordert die sofortige Veröffentlichung der Kriegsakten

München - Berlin * In einem Telegramm fordert Kurt Eisner den bayerischen Gesandten in Berlin, Dr. Friedrich Muckle, auf, von der Reichsregierung die sofortige Veröffentlichung der Urkunden über den Ursprung des Krieges zu verlangen.

Außerdem erhebt der bayerische Ministerpräsident Anspruch auf Beteiligung Bayerns in der Waffenstillstands-Kommission.

Kurt Eisner ist bestrebt, den Alliierten den Beweis zu erbringen, dass mit der deutschen Revolution nicht nur die alten Herrschaftsträger beseitigt wurden, sondern dass auch ein politischer Umdenkungsprozess eingesetzt hat. 

27.12.1918 Die süddeutschen Staaten tagen in Stuttgart

Stuttgart * In Stuttgart beginnt eine gemeinsame Sitzung der süddeutschen Staaten. Daran nehmen teil:

  • Kurt Eisner, der Ministerpräsident von Bayern,
  • Anton Geiß, der Ministerpräsident von Baden,
  • Wilhelm Blos, Ministerpräsident von Württemberg und
  • Carl Ulrich, Ministerpräsident von Hessen.

Die Initiative dazu geht vom badischen Ministerpräsidenten Anton Geiß aus. Der Sozialdemokrat ist ein entschiedener Befürworter des Föderalismus, nicht aber einer spartakistischen Revolution.

Wilhelm Blos aus Württemberg und der Carl Ulrich aus Hessen lehnen einen von Berlin aus zentral regierten Staat ab, sind aber für die Einheit des Deutschen Reiches.

Neben dem Kampf gegen den preußischen Zentralismus will Bayerns Ministerpräsident Kurt Eisner einen Süddeutschen Bund gründen, der das Deutsche Reich vom Süden her - gegen Preußen - und Berlin - reformieren soll.

Er will einen Separatfrieden schließen zwischen dem Süddeutschen Bund - unter Einschluss Deutsch-Österreichs - und den Entente-Mächten, dem dann alle deutschen Einzelstaaten beitreten könnten.

Im Prinzip ist man sich einige

  • mit der Neugründung des Deutschen Reichs auf föderalistischer Ebene,
  • in der Ablehnung des preußisch dominierten Zentralismus im Deutschen Reich und
  • dass schnellstmöglich Verhandlungen mit den Alliierten aufgenommen werden sollen, um ein deutliches Signal gegen Berlin zu setzen und in den Friedensbemühungen voran zu kommen.

Uneinigkeit herrscht in der Frage

  • nach Gründung eine Süddeutschen Bundes und
  • Eisners für Süddeutschland geplante Verstaatlichung der Schlüsselindustrie.

Eine Loslösung des Süddeutschen Bundes vom Deutschen Reich lehnen alle Beteiligten ab.

Während Anton Geiß, Wilhelm Blos und Carl Ulrich wollen keine Berliner Verhältnisse, Kurt Eisner wünscht dagegen Reichskanzler Friedrich Ebert eine Niederlage gegen USPD und den Spartakisten. An dieser Frage scheitern letztlich die Verhandlungen. 

25.01.1919 Gründung des Völkerbundes in Paris

Paris * Gründung des Völkerbundes durch die Alliierten unter Ausschluss der ehemaligen Feindstaaten

10.09.1919 Friedensvertrag zwischen Österreich und den Alliierten geschlossen

Saint-Germain-en-Laye * Der Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye zwischen Österreich und den Alliierten wird geschlossen. 

29.01.1921 Deutsche Reparationszahlungen auf 226 Milliarden Goldmark festgelegt

Paris * Die Alliierten setzen die deutschen Reparationszahlungen auf 226 Milliarden Goldmark fest, gestreckt auf 42 Jahre. 

27.04.1921 Deutsche Reparationszahlungen auf 132 Milliarden gesenkt

Paris * Die alliierte Reparationskommission modifiziert die Zahlungsforderungen:

Das Deutsche Reich soll 132 Milliarden Goldmark in 66 Jahresraten zahlen. 




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