Personenverzeichnis

Karl Valentin

Ereignisse

02.07.1833 Johann Valentin Fey wird in Darmstadt geboren

Darmstadt * Johann Valentin Fey, der Vater von Karl Valentin, wird in Darmstadt geboren. 

03.01.1845 Karl Valentins Mutter Johanna Maria Schatte wird geboren

Zittau * Johanna Maria Schatte, die spätere Mutter von Karl Valentin,  wird in Zittau (Sachsen) geboren.

27.09.1851 Karl Falks Bauantrag wird vom Auer Magistrat genehmigt

Vorstadt Au * Der Magistrat der Vorstadt Au genehmigt den Antrag des bürgerlichen Tapezierermeisters Karl Falk für ein „neuzuerbauendes Wohn- und Waschhaus“ in der Unteren Isargasse 45, später Entenbachstraße 63, heute: Zeppelinstraße 41.

Es handelt sich dabei um das spätere Geburtshaus der Münchner Volkssängers Karl Valentin. 

01.10.1851 Karl Falk erhält die Genehmigung zum Neubau seines „Wohnhauses“

Vorstadt Au * Die „Baubehörde der K. Haupt- und Residenzstadt München“ erteilt dem „bürgerlichen Tapezierermeister“ Karl Falk die Genehmigung zum Neubau seines „Wohn- und Waschhauses“ in der Unteren Isargasse 45. 
Die Pläne stammen von dem Maurermeister Johann Babenstuber und dem Zimmermeister Peter Erlacher. 

Der für München typische verputzte Ziegelsteinbau umfasst ein Erdgeschoss und zwei Geschosse mit vier Fensterachsen.
Nur der ältere Teil des Hauses ist unterkellert. 
Der Eingang befindet sich - über drei Stufen - an der rechten Seite des Wohnhauses.

Das Treppenhaus befindet sich im rückwärtigen Teil des Gebäudes.  
Die drei Wohnetagen besitzen identische Grundrisse. 
In jedem Stockwerk befindet sich eine Wohnung mit jeweils drei Zimmern, Küche, Abort und Abstellkammer. 

25.09.1852 Johann Valentin Fey beginnt beim Auer Tapezierer Karl Falk zu arbeiten

Vorstadt Au * Johann Valentin Fey beginnt beim Auer Tapezierer Karl Falk in der Entenbachstraße 63 zu arbeiten. 

04.03.1864 Johann Valentin Fey will eine persönliche Tapeciererconzession

München * Der aus Darmstadt stammende Johann Valentin Fey stellt beim Münchner Magistrat im Alter von 30 Jahren den Antrag für eine persönliche Tapeciererconzession

Er tritt dabei gegen den Tapeziergehilfen Voll in Konkurrenz.

Als persönliches Vermögen gibt er 1.000 Gulden Elterngut und 550 Gulden Ersparnisse an.
Des weiteren legt er ein notariell beglaubigtes Zeugnis des Tapezierers Karl Falk vor, bei dem er elf Jahre gearbeitet hat,  
und sein in Freising absolviertes Prüfungszeugnis vom 25. November 1863, in dem ihm die Note I „vorzüglich“ attestiert wird. 

08.07.1864 Johann Valentin Fey wird „als Bürger und Tapezierer dahier aufgenommen“

München - München-Au * Durch Beschluss des Magistrats wird Johann Valentin Fey „als Bürger und Tapezierer dahier aufgenommen“

Das kostet dem Neubürger 75 Gulden Bürgeraufnahmsgebühren

16.09.1864 Johann Valentin Fey kann nach München übersiedeln

Darmstadt * Das Großherzogliche Hessische Kreisamt Darmstadt erteilt dem Tapezierer Johann Valentin Fey die Entlassung aus dem Großherzoglich Hessischen Unterthanen-Verbande

Damit steht seiner endgültigen Übersiedlung nach München nichts mehr im Wege. 

29.10.1864 Johann Valentin Fey erwirbt das kostenpflichtige „Münchner Bürgerrecht“,

München-Au - München * Johann Valentin Fey, der Vater von Karl Valentin, erwirbt das kostenpflichtige und mit einem direkten Steuersatz verbundene „Münchner Bürgerrecht“, das nur etwa 5 Prozent der Münchner Einwohnerschaft besitzen. 

Damit verbunden ist beispielsweise das „kommunale Wahlrecht“.
(siehe auch 5. Dezember 1893)

13.07.1869 Ein „Gesuch um Ausfertigung eines Verehelichungszeugnisses“

München - München-Au * Johann Valentin Fey stellt ein „Gesuch um Ausfertigung eines Verehelichungszeugnisses“

Der verwitwete Tapezierer möchte Johanna Maria Schatte heiraten.

29.08.1869 Johann Valentin Fey heiratet Johanna Maria Schatte

München-Au - Herwigsdorf * Der 36-jährige „Tapezierer“ Johann Valentin Fey heiratet die 24-jährige „Köchin“ Johanna Maria Schatte aus Zittau in Herwigsdorf in Sachsen nach evangelischem Ritus. 

Sie möchten ganz bewusst der selben Zeremonie im erzkatholischen München entgehen.

11.04.1870 Behördliche Nachforschungen zur Eheschließung

München-Au * Scheinbar haben die Eheleute Johann Valentin und Johanna Maria Fey ihre in Sachsen vollzogene Eheschließung nicht bei der „Königl. Polizeidirektion München“ gemeldet, weshalb die Behörde Nachforschungen anstellt. 

15.09.1870 Karl Valentins älteste Schwester Elisabeth wird geboren

München-Au * Karl Valentins älteste Schwester Elisabeth wird geboren.

Sie stirbt kurz nach der Geburt.

25.12.1873 Karl Fey, der älteste Bruder von Karl Valentin, kommt zur Welt

München-Au * Karl Fey, der älteste Bruder von Valentin Ludwig (Karl Valentin), kommt zur Welt.

08.08.1874 Karl Valentins Geburtshaus wird um drei Fensterachsen erweitert

München-Au * Unter der Bauherrschaft des „bürgerlichen Tapezierermeisters“ Karl Falk wird von den „Maurermeistern Muckenthaler & Sepp“ an das vier Fensterachsen umfassende Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 ein Neubau mit drei Fensterachsen angefügt. 

16.07.1875 Karl Falks Ausbauarbeiten werden von der Baupolizei abgenommen

München-Au * Der Anbau für das Wohnhaus des „bürgerlichen Tapezierermeisters“ Karl Falk an der Entenbachstraße 63 wird von der „Baupolizei“ abschließend besichtigt. 

Mit der Umbaumaßnahme ergibt sich ein Raumgewinn von zwei größeren Zimmern pro Etage, die als Wohnungen vermietet werden.
Der Eingang ist auf die Rückseite verlegt worden. Das Dach ist zur Hofseite hin abgewalmt. 

21.08.1876 Max Fey, der zweitälteste Bruder von Valentin Ludwig, wird geboren

München-Au * Max Fey, der zweitälteste Bruder von Valentin Ludwig, wird geboren.

04.06.1882 Valentin Ludwig Fey (= Karl Valentin) wird in der Vorstadt Au geboren

München-Au * Valentin Ludwig Fey wird als Sohn des Tapeziermeisters Johann Valentin Fey und seiner Ehefrau Johanna Maria in der Entenbachstraße 64/I, heute: Zeppelinstraße 41, geboren.

10.06.1882 Valentin Ludwig Fey wird nach evangelischem Ritus getauft

München-Ludwigsvorstadt * Valentin Ludwig Fey wird in der „Matthäuskirche“ nach evangelischem Ritus getauft.

27.10.1882 Max Fey stirbt im Alter von 6 Jahren an der Diphtherie

München-Au * Max Fey, Karl Valentins Bruder, stirbt im Alter von 6 Jahren an der Diphtherie.

24.11.1882 Karl Fey stirbt im Alter von 8 Jahren an der Diphterie

München-Au * Karl Fey, der älteste Bruder von Karl Valentin, stirbt im Alter von 8 Jahren ebenfalls an der Diphtherie.

14.11.1883 Johann Valentin Fey kauft das Anwesen in der Entenbachstraße 63

München-Au * Johann Valentin Fey kauft das Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später:Zeppelistraße 41] vom „Tapezierer“ Karl Falk um 50.000 Mark. 

06.02.1884 Das Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 wird erneut umgebaut

Au * Der Anbau am Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelistraße 41] wird seit Dezember 1883 erneut umgebaut. 

In jedem der drei Stockwerk werden Wände eingezogen, die die Errichtung einer separaten Küche ermöglichen.
Die Herde und Öfen müssen einen Mindestabstand zu den mit Lehm verputzten Lattenwänden aufweisen. 

04.03.1897 Valentin Ludwig Fey beginnt eine Lehre beim Schreiner Johann Hall­huber

München-Haidhausen * Valentin Ludwig Fey beginnt auf Wunsch seines Vaters eine Lehre beim Schreinermeister Johann Hall­huber in der Weißenburger Straße 28, Rückgebäude. 

Der Vater muss für seinen Buben insgesamt 500.- Mark Lehrgeld bezahlen.

15.08.1899 Gisela Royes wird im Hause Fey als „Köchin“ angestellt

München-Au * Gisela Royes, Karl Valentins spätere Ehefrau, wird im Hause Fey als Dienstmädchen [„Köchin“] angestellt.

05.08.1902 „Ich heiße jetzt und für immer KARL VALENTIN“

München-Au * In einem Liebesbrief an seine spätere Ehefrau Gisela Royes schreibt Valentin Ludwig Fey:
„Ich heiße jetzt und für immer KARL VALENTIN - Münchner Original Humorist“.

Wirklich unveränderlich wird sein Name allerdings erst ab 1907.

01.10.1902 Karl Valentin tritt im Nürnberger „Zeughaus“ auf

Nürnberg * Karl Valentin tritt im Nürnberger „Zeughaus“ auf. 

05.10.1902 Karl Valentin über seinen Nürnberger Auftritt im Zeughaus

Nürnberg - München-Au * Karl Valentin schreibt an seine Eltern über seinen Auftritt im Nürnberger Zeughaus:

„Mir geht es sehr gut. Ich bin unberufen sehr gesund und habe mir den ersten Abend Asthma geholt. Ein Zimmer habe ich, da ist unser Knechtzimmer ein Salon dagegen. - Das Programm besteht aus 8 Damen (keine Angst haben) und aus mir“

07.10.1902 Karl Valentin muss ein Engagement in Nürnberg abbrechen

Nürnberg * Noch vor Vorstellungsbeginn erhält Karl Valentin ein Telegramm von  seiner Mutter, in dem sie ihm mitteilt, dass sein Vater plötzlich schwer erkrankt ist.

Er macht sich sofort auf den Weg nach Hause.
Doch als er am nächsten Morgen um 8 Uhr in München ankommt, ist Johann Valentin Fey bereits im Alter von 69 Jahren verstorben. 

Karl Valentin muss sich jetzt um die „Firma Falk & Fey“ und um seine Mutter kümmern.

Der in Geschäftsdingen nicht sonderlich glücklich agierende Valentin fährt das Unternehmen innerhalb von vier Jahren voll an die Wand, sodass nicht nur die Firma, sondern gleich das ganze Anwesen verkauft werden muss. 

19.10.1905 Karl Valentins Tochter Gisela wird geboren

Aufhausen/Oberpfalz * Karl Valentins Freundin Gisela Royes bringt die gemeinsame uneheliche Tochter Gisela zur Welt. 

Um kein Aufsehen zu erregen und weil das Kind zum unpassenden Zeitpunkt geboren wird, findet die Geburt in Aufhausen in der Oberpfalz statt. Das ist der Wohnsitz der Familie der Mutter.

11.09.1906 Der etablierte „Spediteur“ Jean Hopp stirb

München - München-Au * Der etablierte „Spediteur“ Jean Hopp stirb im Alter von 39 Jahren.

Er kaufte kurz vor seinem Tod die „Firma Falk & Fey“ samt Inventar um 2.000 Mark.
Der erst 1903 aus der damals bayerischen Rheinpfalz nach München zugewanderte Unternehmer wollte durch den Firmenkauf als „lange eingeführte Firma“ erscheinen.

07.10.1906 Das Fey-Anwesen wird an den „Spediteur“ Adolf Weiß verkauft

München-Au * Das Fey-Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelinstraße 41] wird um 74.018 Mark an den „Spediteur“ Adolf Weiß und seine Ehefrau Maria über.

Nach Abzug aller ausstehenden Forderungen und Hypotheken, die noch der verstorbene Vater „infolge schlechten Geschäftsganges“ aufgenommen hat, verbleiben Karl Valentin und seiner Mutter etwa 6.000 Mark.

15.11.1906 Karl Valentin und seine Mutter ziehen nach Zittau um

München-Au - Zittau * Karl Valentin und seine Mutter melden sich in München ab und ziehen um nach Zittau.

16.03.1907 „Charles Fey - der Musical-Fantast“ geht auf Tournee

Halle * Unter dem Pseudonym „Charles Fey - Musical-Fantast“ geht Karl Valentin mit seinem „Orchestrion“ auf Tournee. 

Er will mit dem „Lebenden Orchestrion“ möglichst gleichzeitig bis zu zwanzig verschiedene Instrumente bedienen und damit ein großes Orchester imitieren.

Am 16. März tritt „Charles Fey“ in Halle in „Süssmilch‘s Walhalla-Theater“ auf.

17.03.1907 Dem „Musical-Fantast“ Charles Fey wird gekündigt

Halle * Die Geschäftsführung des „Süssmilch‘s Walhalla-Theaters“ in Halle kündigt dem „Musical-Fantast“ Charles Fey. 

15.06.1907 Karl Valentin ist wieder in München gemeldet

München-Angerviertel * Karl Valentin ist wieder in München gemeldet.

Sein erster Wohnsitz ist in der Bierwirtschaft „Stubenvoll“, in der Schlafstellen vermietet werden.

Karl Valentin ist ein sogenannter „Schlafgänger“.
Seinen Lebensunterhalt verdient er sich mit Zithervorträgen in verschiedenen Lokalen.

08.02.1908 Karl Valentin: Ludwig Greiner erfindet den „Skelett-Gigerl“

München * Karl Valentin lebt für 3 Monate beim Ehepaar Greiner als „Zimmerherr“.
Sie bringen ihn auf die „Straße des Erfolgs“.

Ludwig Greiner erfindet die neue Bühnenfigur, den „Skelett-Gigerl“; Therese Greiner näht ihm die hautengen und viel zu kurzen Klamotten, die sein ausgezehrtes, klapperdürres Gestell in unnachahmlicher Weise zur Geltung bringen.

01.07.1908 Karl Valentin tritt erstmals im „Frankfurter Hof“ auf

München-Ludwigsvorstadt * Josef Durmer, der Besitzer des „Hotels Frankfurter Hof“, Schillerstraße 49, besuchte eine Veranstaltung von Karl Valentin und engagiert ihn umgehend für ein dauerhaftes Engagement an seiner renommierten „Volkssängerbühne“.

Am 1. Juli tritt der 26jährige Künstler erstmals im „Frankfurter Hof“ für eine Gage von 5.- Mark am Abend auf.

Zum gleichen Zeitpunkt meldet er sein Gewerbe als „Singen im Stadtbezirk“ an.
Nun ist er „amtlich gemeldeter Volkssänger“.

04.09.1909 Karl Valentin tritt im Münchner-Kindl-Keller auf

München-Au * Karl Valentin tritt - neben vielen anderen Künstlern - beim Bürgerrechts-Verein München-Ost und dem Sozialdemokratischen Verein, Sektion München-Ost im Münchner-Kindl-Keller - an herausgehobener Position - als Instrumental-Karikaturen-Komiker auf. 

21.10.1910 Karl Valentins zweite Tochter Berta wird unehelich geboren

München-Lehel * Karl Valentins zweite Tochter Berta wird unehelich geboren.

29.04.1911 Während Karl Valentins Auftritt wird nicht serviert

München-Graggenau * Im Café Perzl am Marienplatz [heute: Kaufhaus Ludwig Beck am Rathauseck] wird ein Ehrenabend anlässlich des 20. Bühnenjubiläums von Constantin Pfrang, genannt „Stanzl“, durchgeführt.

Unter „Nummer 6“ tritt Karl Valentin als „Karikatur“ auf.
Er ist der einzige Künstler, bei dem während seines Auftritts nicht serviert wird. 

31.07.1911 Karl Valentin (Fey) heiratet Gisela Royes

München-Lehel * Karl Valentin (Fey) heiratet Gisela Royes in der St.-Anna-Basilika im Lehel.

01.08.1914 Karl Valentin erzählt über den Kriegsausbruch

München * Karl Valentin erzählt über den Kriegsausbruch:  

„Für 1. August 1914 war ich wieder bei Benz engagiert.
Eine Revue ‚Im Lande der Kastanien‘ sollte einstudiert werden, mehrere Nachmittage wurde fest geprobt, [...] - mitten im Kampfe ein Trommelwirbel aus der Ferne? ...
Wir unterbrachen die Probe und eilten auf die Straße, da stand, [...] ein Trommler [...] und neben ihm ein Sergant, der Folgendes vorlas: ‚Im Namen seiner Majestät, König Ludwig III. von Bayern - Frankreich hat heute den Krieg erklärt usw.‘.  

Schweigend gingen wir in das Haus zurück, die Probe war aus und acht Tage später gingen schon mindestens zehn Männer aus dem Hause Benz hinaus und sangen mit Blumen geschmückt; ‚Ich hatt‘ einen Kameraden‘.

Vierzehn Tage nach Ausbruch des Krieges durfte, um den in der Heimat weilenden Artisten, Schauspielern usw. Verdienstmöglichkeiten zu geben, wieder gespielt werden mit der Bedingung, zeitgemäße Darbietungen zu bringen.  

Jeder Theaterdirektor empfahl patriotische Darbietungen zu bringen.  
Auch ich musste, obwohl es eigentlich von mir als Blödsinn-Interpret niemand gewohnt war, auch ernste Sachen bringen, so unter anderem eine Kriegsmoritat.
Der Erfolg war groß und zwei Monate sang ich als Komiker traurige, ernste Vorträge. 

Karl Valentin und Liesl Karlstadt beteiligen sich im Ersten Weltkrieg an insgesamt rund 120 „Lazarett-Vorstellungen“.  
Im Gegensatz zu „einigen großen Persönlichkeiten der Münchner Hofbühne“, die den kranken Soldaten „blutige Schlachtengedichte“ vortragen, leisten sie den Genesenden mit ihrem „lustigen, harmlosen Späßen“ einen wesentlich größeren Nutzen. 

11.10.1914 ​„Bevor Sie ins Feld ziehen, sollten Sie Ihre Stimme verewigen“

München * Der geschäftstüchtige Karl Valentin veröffentlicht in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ ein Inserat: 

„Bevor Sie ins Feld ziehen, sollten Sie Ihre Stimme verewigen.
Eine Aufnahme Mark 10.-. Schönstes Andenken!“
 

01.06.1915 Valentin/Karlstadt übernehmen die Direktion des „Kabarett Wien-München“

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt übernehmen gemeinsam die Direktion des „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße.

Das Engagement dauert bis 15. Dezember 1916.
Das sind fast eineinhalb Jahre. 

17.06.1915 Gisela Fey ist bis 2. Mai 1916 an einem anderen Wohnort gemeldet

München * Karl Valentins Ehefrau Gisela Fey ist bis 2. Mai 1916 an einem anderen Wohnort gemeldet.

04.12.1915 Premiere der „Schau- & Sturzflüge im Zuschauerraum“

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Schau- & Sturzflüge im Zuschauerraum“ im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße 23.

Das Stück wird 98 mal aufgeführt.

05.12.1915 Projektionen von Karl Valentins „Komischen Lichtbildern“

München-Ludwigsvorstadt * Erste Projektionen von Karl Valentins „Komischen Lichtbildern“ im „Frankfurter Hof“, Schillerstraße 49.

04.03.1916 Premiere: „Aus der guten alten Zeit - Unsere Bürgerwehr vor 100 Jahren“

München-Ludwigsvorstadt * Das Bühnenstück „Aus der guten alten Zeit - Unsere Bürgerwehr vor 100 Jahren“ von Karl Valentin und Alois Hönle hat im Kabarett Wien-München im Hotel Wagner in der Sonnenstraße Premiere. 

Die Regie führt Georg Rückert.

„Diese neue Idee von Karl Valentin soll nur bezwecken, das P.T. Publikum auf einige Stunden die jetzige schwere Zeit vergessen zu machen getreu dem alten Motto: ‚Lachen ist gesund‘“.

15.12.1916 Valentin-Karlstadt beenden ihr Engagement im „Kabarett Wien-München“

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt beenden ihr Engagement im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße. 

16.12.1916 Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im „Annenhof“ auf

München-Lehel * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im „Annenhof“, in der Liebigstraße 22 auf.

16.01.1917 Karl Valentin lädt Dr. Ludwig Ganghofer in den Annenhof ein

München-Lehel * Karl Valentin eine Einladung an seinen ehemaligen Mäzen Dr. Ludwig Ganghofer und lädt ihn in den Annenhof ein:

 „Eine große Ehre würden Sie mir erweisen, wenn ich Herrn Doktor samt Familie zu einer meiner täglichen Vorstellungen im Annenhof Liebigstraße 22 einladen dürfte, und würde ich nach telefonischer Benachrichtigung die schönsten Plätze reservieren“

01.03.1917 Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im „Serenissimus“ auf

München-Maxvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten vom 1. März 1917 bis zum 1. Oktober 1919 im „Serenissimus“ in der Akademiestraße auf. 

22.12.1917 Annemarie Fischer, Karl Valentins spätere Bühnenpartnerin, kommt zur Welt

München-Schwabing * Annemarie Fischer, Karl Valentins spätere zweite Bühnenpartnerin, kommt zur Welt.

Die Familie wohnte in der Elisabethstraße 43.

26.07.1918 Valentin-Karlstadt bei der 100. Lazarett- und Verwundeten-Vorstellung

München * Bei der „100. Lazarett- und Verwundeten-Vorstellung“ treten Karl Valentin und Liesl Karlstadt neben anderen Künstlern „Im Dienste des Roten Kreuzes“ im „Vereinslazarett der Münchener Rück-Versicherungs-Gesellschaft“ auf. 

08.08.1918 Liesl Karlstadt tritt erstmals als Kapellmeister auf

München * Liesl Karlstadt spielt erstmals den Kapellmeister in dem Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Theater in der Vorstadt“.

21.12.1919 Karl Valentin bekommt einen „Waffenschein“

München * Karl Valentins „Gesuch um Ausstellung eines Waffenscheins“ wird von der Polizeidirektion genehmigt. 

02.10.1921 Karl Valentin betreibt die von ihm entwickelte Froschbahn

München-Theresienwiese * Auf dem Münchner Oktoberfest betreibt Karl Valentin die von ihm entwickelte Froschbahn.

01.02.1922 Das Komikerpaar Valentin-Karlstadt tritt im „Germania-Brettl“ auf

München-Ludwigsvorstadt * Das Komikerpaar Valentin-Karlstadt tritt bis 15. August im „Germania-Brettl“ in der Schwanthalerstraße auf.

01.07.1922 Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Das Christbaumbrettl“

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Das Christbaumbrettl“ im „Germania-Brettl“ in der Schwanthalerstraße 28.

Das Stück wird 193 Mal aufgeführt.

29.09.1922 Das Brecht-Bühnenstück „Trommeln in der Nacht“ wird uraufgeführt

München-Maxvorstadt * Das Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ des 24-jährigen Bert Brecht, wird unter der Regie von Otto Falckenberg in den „Münchner Kammerspielen“, damals noch in der Augustenstraße 89, uraufgeführt.

Das Stück spielt vor dem Hintergrund der revolutionären Kämpfe in Deutschland 1918/19. Bei der Uraufführung hängen im Zuschauerraum Plakate mit Aufschriften wie „Glotzt nicht so romantisch“.

Karl Valentin und Liesl Karlstadt sind bei der Premiere anwesend.
Das Stück wird am nächsten Tag unter Mitwirkung von Valentin/Karlstadt parodiert. 

30.09.1922 Gemeinsamer Auftritt Valentin-Karlstadt mit Berthold Brecht

München-Maxvorstadt * Nach der Aufführung des Bert-Brecht-Bühnenstücks „Trommeln in der Nacht“ wird in den Münchener Kammerspielen in der Augustenstraße 89 in der Nachtvorstellung zwischen 22:00 und 23:30 Uhr die Uraufführung von „Die rote Zibebe. Improvisationen in zwei Bildern von Bert Brecht und Karl Valentin“ gezeigt.

Die  „Improvisationen“ bestehen laut Programmzettel im ersten Bild aus dem Bert-Brecht-Stück „Der Abnormitätenwirt“ und dem zweiten Teil „Weihnachtsabend“, der sich aus einer „Hochradnummer“ und dem Valentin-Karlstadt-Einakter „Das Christbaumbrettl“ zusammensetzt.

Für das Humoristenpaar Valentin-Karlstadt stellen die Auftritte in „Die rote Zibebe“ zugleich ihr Debüt auf einer Theaterbühne dar, womit ihnen erstmals der Sprung ins „richtige Theater“ gelingt. 

01.10.1922 Weitere Aufführungen des Bühnenstücks Die rote Zibebe

München-Maxvorstadt * Nach der Nachmittagsvorstellung des Dramas „Das Weib auf dem Tiere“ von Bruno Frank und schließlich nach der Abendvorstellung des Bühnenstücks „Helden“ von George Bernard Shaw wird jeweils „Die rote Zibebe. Improvisationen in zwei Bildern von Bert Brecht und Karl Valentin“ gezeigt.

Die „Improvisationen“ bestehen aus dem Bert-Brecht-Stück „Der Abnormitätenwirt“ und aus einer „Hochradnummer“ und dem Valentin-Karlstadt-Einakter „Das Christbaumbrettl“

05.10.1922 Das Christbaumbrettl weiterhin in den Münchener Kammerspielen

München-Maxvorstadt * Das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Das Christbaumbrettl“ bleibt als „einaktiger Scherz“ weiterhin im Programm der Münchener Kammerspielen in der Augustenstraße 89 und wird zwischen dem 5. und 15. Oktober 1922 noch viermal in den legendären Nachtvorstellungen aufgeführt. 

09.12.1922 Premiere des Valentin-Karlstadt-Stücks „Der Firmling“

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Der Firmling“ im „Germania-Brettl“ in der Schwanthalerstraße 28. 

Das Stück erlebt 395 Vorstellungen.

14.01.1923 Johanna Maria Fey stirbt

München * Johanna Maria Fey, Karl Valentins Mutter, stirbt.

01.03.1923 Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen bis 31. März in Wien

Wien * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen bis 31. März in Wien bei „Leopoldi/Wiesenthal" in der Rotgasse.

01.06.1923 Gastspielreise von Karl Valentin und Liesl Karlstadt nach Zürich

Zürich * Gastspielreise von Karl Valentin und Liesl Karlstadt nach Zürich, wo sie bis 15. Juni in der „Bonbonniere“ auftreten.

09.08.1923 Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Großfeuer“

München-Maxvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Großfeuer“ im „Steinickesaal“ in der Adalbertstraße 15.

Das Stück wird 67 Mal aufgeführt.

15.11.1923 Valentin und Karlstadt geben ein Gastspiel im „chat noir“ in Wien

Wien * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben bis 15. Dezember ein Gastspiel im „chat noir“ in der Mariahilferstraße in Wien.

01.04.1924 Uraufführung der „Raubritter vor München“ in den „Kammerspielen“

München-Maxvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Raubritter vor München“ in den „Kammerspielen“ in der Augustenstraße 89. 

Das Stück erlebt 284 Vorstellungen.

12.09.1924 Karl Valentin und Liesl Karlstadt zu einem Gastspiel nach Berlin

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt machen sich zu einer Gastpielreise nach Berlin auf. 

15.09.1924 Valentin und Karlstadt treten im Neuen Operettenhaus in Berlin auf

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im Neuen Operettenhaus am Schiffbauerdamm in Berlin mit „Theater in der Vorstadt“ auf.  

07.10.1924 Karl Valentin darf eine „Rundfunkempfangsanlage“ betreiben

München-Lehel * Karl Valentins Gesuch zur „Genehmigung zur Errichtung und zum Betriebe einer Rundfunkempfangsanlage in der Wohnung“ wird von der Polizeidirektion positiv beschieden. 

01.01.1925 Das Valentin-Bühnenstück „Der Bittsteller“ hat Premiere

München-Graggenau * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Der Bittsteller“ in der „Bonbonniére“ in der Neuturmstraße 5. 

Das Stück wird 139 Mal aufgeführt.

04.04.1925 Uraufführung des Bühnenstücks „Der reparierte Scheinwerfer“

München-Graggenau * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Die beiden Elektrotechniker“, später „Der reparierte Scheinwerfer“ im  „Cherubin-Theater“ in der Maximilianstraße, Eingang Marstallstraße 7. 

Das Stück wird 296 Mal aufgeführt.

05.05.1926 Premiere des Valentin-Bühnenstücks „Das Brilliantfeuerwerk“

München-Graggenau * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Brilliantfeuerwerk oder Ein Sonntag in der Rosenau“ im  „Schausspielhaus“ in der Maximilianstraße 26. 

Das Stück erlebt 256 Vorstellungen.

01.09.1926 Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Senderaum“

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Rundfunkszene“, später „Der Antennendraht/Im Senderaum“ im  „Deutschen Theater“ in der Schwanthalerstraße 13. 

Das Stück wird insgesamt 498 Mal aufgeführt.

21.12.1926 Einstweilige Verfügung gegen das Valentin-Bühnenstück „Im Senderaum“

München * Theaterdirektor Hermann Haller, der im Berliner „Admiralspalast“ seine bekannte „Haller Revue“ aufführt, erwirkt am „Landgericht München I“ eine einstweilige Verfügung gegen das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Im Senderaum“

Es geht dabei um Plagiatsvorwürfe gegen Karl Valentin, wobei nicht der Münchner Komiker, sondern der Leiter des „Deutschen Theaters“, Hans Gruß, der das Valentin-Bühnenstück „Im Senderaum“ aufgeführt hat, im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht. 

Hermann Haller behauptet in seiner Anklageschrift, dass Karl Valentin sein später entstandenes Bühnenstück „Im Rundfunksenderaum“ aus dem Sketch „Hinter den Kulissen des Rundfunks“ von Roland Jeans aus Hermann Hellers Revue „An und Aus“ geklaut hätte. 

Der Kläger verlangt die 

  • „Unterlassung der weiteren Karl-Valentin-Aufführungen“
  • „Rechnungslegung über die aus den bisherigen Aufführungen erzielten Einnahmen“ 
  • und natürlich „Schadensersatz“.
05.01.1927 Das „Landgericht München I“ hebt die einstweilige Verfügung wieder auf

München * Das „Landgericht München I“ hebt in der „Widerspruchsverhandlung“ die einstweilige Verfügung wieder auf, die Hermann Haller gegen das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Im Senderaum“ am 21. Dezember 1926 erwirkt hatte. 

Theaterdirektor Hermann Haller zieht nach dieser Niederlage vor das „Oberlandesgericht München“
Und nachdem er auch dort nicht zu seinem Recht kommt, zieht er vor das „Reichsgericht“ in Leipzig. 

02.05.1927 Karl Valentin absolviert die Fahrschule, macht aber keinen Führerschein

München * Karl Valentin besucht eine Fahrschule zum Erwerb des Führerscheins.

Obwohl man ihm bestätigt, dass er „an 13 verschiedenen Tagen eine Gesamtstrecke von 150 km während eines Zeitraumes von im ganzen 8 ¾ Stunden unter Aufsicht auf öffentlichen Wegen und Plätzen gelenkt hat“, legt er - trotz dreimaliger Aufforderung - die Prüfung nicht ab. 

07.06.1927 Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Photoatelier“

München-Maxvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Photoatelier“ im „Apollo-Theater“ in der Dachauer Straße 19.

Das Stück wird 348 Mal gespielt.

14.01.1928 Karl Valentin und Liesl Karlstadt im Berliner „Kabarett der Komiker“

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im Berliner „Kabarett der Komiker“ auf.
Das Engagement ist ursprünglich bis zum 20. Februar geplant.

Vier Stücke spielt das Komikerpaar Valentin-Karlstadt:
„Der Firmling“, „Die Orchesterprobe“, „Der reparierte Scheinwerfer“ und „Im Senderaum“.  
Während die anderen Stücke Pulikumsrenner sind, fällt „Der Firmling“ bei den Berlinern durch.

Der Überredungskunst Liesl Karlstadts ist es zu verdanken, dass er dem Wunsch der Theaterleitung zustimmt und seine Auftritte bis Ende des Monats ausdehnt. 

Er erhält dafür - mit 350 Mark für täglich zwei Vorstellungen - die höchste Gage, die je einem Gaststar im „Kabarett der Komiker“ bezahlt worden ist.

Gutes Geld vermindert scheinbar das Heimweh des „Volkssängers“.

18.04.1928 Das „Reichsgericht“ in Leipzig beendet den Plagiats-Rechtsstreit

Leipzig * Das „Reichsgericht“ in Leipzig beendet einen Rechtsstreit in letzter Instanz, in dem es um Plagiatsvorwürfe gegen Karl Valentin geht.

Der Prozess dauert bereits eineinhalb Jahre und ist vom Berliner Theaterdirektor vom „Admiralspalast“, Hermann Haller, mit „außergewöhnlicher Heftigkeit“ durch drei Instanzen durchgepeitscht worden.
Vom „Landgericht München I“ über das „Oberlandesgericht München“ bis hinauf zum „Reichsgericht“ in Leipzig.

Hermann Haller hat den Direktor des „Deutschen Theaters“ in München, Hans Gruß, verklagt, weil er das Valentin-Bühnenstück „Im Senderaum“ aufführte und verlangt dafür Schadensersatz.  
Der Kläger behauptet, dass Karl Valentin sein Bühnenstück „Im Senderaum“ aus dem Sketch „Hinter den Kulissen des Rundfunks“ von Roland Jeans aus Hermann Hellers Revue „An und Aus“ geklaut hätte.

Das höchste deutsche Gericht kommt jedoch zur Auffassung, dass sich Valentins Werk grundlegend vom Sketch von Roland Jeans unterscheidet und es sich dabei um zwei völlig eigenständige Arbeiten handelt.
Der Plagiatsvorwurf gegenüber Karl Valentin und alle sonstigen Beschuldigungen werden vom Gericht als völlig haltlos zurückgewiesen.

In der Urteilsbegründung heißt es: Der Vergleich der beiden Stücke „beweise auf das bündigste, dass Karl Valentin nicht das vorbestehende Bühnenstück von Roland Jeans nachgeschrieben, sondern etwas völlig anderes eigenschöpferisch neu geschaffen habe“.  
Damit stellt das „Reichsgericht“ auch fest, dass Valentin gar nicht in der Lage ist, „etwas Vorgegebenes nachzumachen, gar nachzuschreiben oder auch nur nachzuspielen“

14.06.1928 Erste Schallplattenaufnahmen der Monologe und Couplets von Karl Valentin

München-Isarvorstadt * Erste Schallplattenaufnahmen der Monologe und Couplets von Karl Valentin im Auftrag der „Carl Lindström AG“ im kleinen Saal des „Varietés Kolosseum“

23.08.1928 Premiere des Valentin-Stücks „Der Flug zum Mond im Rakentenflugzeug“

München-Isarvorstadt * Uraufführung des als „technische Bühnenneuheit“ angepriesen Karl-Valentin-Stücks „Der Flug zum Mond im Rakentenflugzeug“ im „Kolosseum“, Kolosseumstraße 4.

Das Stück erlebt 64 Vorstellungen.

20.01.1929 Wiederentdeckte Valentin-Stummfilme

München-Hackenviertel * Der Filmsammler und Publizist Walter Jerven führt die wiederentdeckten Stummfilme „Valentins Hochzeit“ aus dem Jahr 1914 und „Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberfestwiese“ im „Ufa-Theater“ am Sendlinger Tor vor. 

Unter dem Titel „Aus der Kinderstube des Films“ werden die Streifen in einer Matineeveranstaltung der „Bayerischen Landesfilmbühne“ gezeigt. 

13.02.1929 Premiere: „In der Schreiner-Werkstätte“

München-Maxvorstadt * Premiere der Valentin-Karlstadt-Tonfilmimitation „In der Schreiner-Werkstätte“ im „Apollotheater“.

Während auf der Leinwand der Film läuft, wird dahinter die dazu passende Tonkulisse erzeugt. 
Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ schreiben dazu: „Man hört Hunderte verschiedene Geräusche, fallende Bretter, Suppenlöffel, Säge, Laufschritte usw.: sehr deutlich ist das, was gesprochen, gezankt wird; und sogar durchaus synchron“

03.03.1929 Erfolg in Berlin: „Aus der Kinderstube des Films“

Berlin * Im Berliner Kino „Kapitol am Zoo“ werden die unter dem Titel „Aus der Kinderstube des Films“ zusammengefassten Karl-Valentin-Filme gezeigt. 

Der Münchner Komiker wird von der überregionalen Filmkritik gefeiert.

09.03.1929 Karl Valentin vergrößert seinen Planegger Besitz

Planegg * Karl Valentin vergrößert um 3.800 Mark seinen Planegger Besitz durch den Ankauf von weiteren 1.348 qm Grund.

03.04.1929 Das „Apollo-Theater“ wird geschlossen

München-Maxvorstadt * Das „Apollo-Theater“ in der Dachauer Straße 19 wird geschlossen.

29.05.1929 Filmpremiere: „Wochenschau von Karl Valentin und Liesl Karlstadt“

München * Uraufführung der „Wochenschau von Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Serie 14“.

01.11.1929 Gastspiel von Karl Valentin und Liesl Karlstadt in Berlin

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben ein Gastsspiel im „Kabarett der Komiker“ in Berlin. 

Im November geben sie das Bühnenstück „Im Photoatelier“

01.12.1929 Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen in Berlin „Die Orchesterprobe“

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen im Berliner „Kabarett der Komiker“ das Bühnenstück „Die Orchesterprobe“ (= „Tingeltangel“).

28.12.1929 Uraufführung des Stummfilms „Der Sonderling“

München * Uraufführung des Stummfilms „Der Sonderling“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen in drei Münchner Kinos. 

Der Film wird 1942 von der NS-Zensur wegen „Verletzung des künstlerischen Empfindens“ verboten.

01.01.1930 Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen das „Clownsduett“ in Berlin

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im Berliner „Kabarett der Komiker“ mit dem Bühnenstück „Clownsduett“ (= „Die verhexten Notenständer“) auf.  

Das Berliner Engagement endet am 15. Januar. 

03.11.1930 Uraufführung des Karl-Valentin-Bühnenstücks „An Bord“

München-Isarvorstadt * Uraufführung des Karl-Valentin-Bühnenstücks „An Bord“ im „Kolosseum“, Kolosseumstraße 4.

Das Stück erlebt 188 Vorstellungen.

17.01.1931 Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im „Goethesaal“ auf

München-Schwabing * Am 17. und 18. sowie vom 26. bis 28. Januar treten Karl Valentin und Liesl Karlstadt im „Goethesaal“ in der Leopoldstraße auf.

02.02.1931 Karl Valentins „Antrag eines Bühnenspielbetriebs im Goethesaal“

München-Schwabing * Karl Valentin stellt den „Antrag zur Erteilung eines Bühnenspielbetriebs im Goethesaal“ in der Leopoldstraße 46a und begründet diesen mit seiner Asthmaerkrankung.

Doch selbst ein Künstler wie Karl Valentin muss sich den polizeilichen Vorgaben unterwerfen.
Er erhält zwar die „Konzession“, doch kleinliche behördliche Auflagen zwingen ihn schon bald wieder zur Aufgabe des Lokals.

Die „Feuerpolizei“ will ihm sogar eine wichtige Pointe aus dem Bühnenstück „Im Photoatelier“ zunichte machen.
Sie verbietet Karl Valentin, dass das in der Szene vom Gehilfen abgeschnittene glühende Ende der Zigarette, die Valentin verbotenerweise im Atelier raucht, auf den Boden fällt und sich durch seine Rauchentwicklung verrät, was zu Valentins Ausrede führt, es handle sich dabei wohl um ein „Glühwürmchen“.

23.02.1931 Karl Valentin erhält die Konzession für eine „Valentin-Bühne“

München-Schwabing * Karl Valentin erhält die Konzession für eine „Valentin-Bühne im Goethesaal“.

28.02.1931 Offizielle Eröffnung der „Valentin-Bühne im Goethesaal“

München-Ludwigsvorstadt * Offizielle Eröffnung von Karl Valentins und Liesl Karlstadts „Valentin-Bühne im Goethesaal“

Das Unternehmen entwickelt sich im ersten Monat ganz gut.

22.04.1931 Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die beiden Musikal-Clowns“

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Stummfilms „Die beiden Musikal-Clowns“ im „Deutschen Theater“ anlässlich der Tagung des „Reichsverbands Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer“

Der Film kommt nie in die Kinos.

23.04.1931 Die „Valentin-Bühne im Goethesaal“ ist am Ende

München-Schwabing * Das „Valentin-Karlstadt-Unternehmen im Goethesaal“ ist schon wieder am Ende. 

Ein Berg offener Rechnungen bleibt übrig.

26.04.1931 „Die Behörden erschwerten ihm die Arbeit auf seiner eigenen Bühne“

München * In der „Süddeutschen Sonntagspost“ heißt es zu Karl Valentins Scheitern im „Goethesaal“

„Seine Nervenzerrüttung ist in erster Linie auf die zahlreichen, fortgesetzten, paragraphenhaften, kleinlichen Reklamationen zurückzuführen, mit denen die Behörden ihm die Arbeit auf seiner eigenen Bühne erschwerten“.

30.04.1931 Karl Valentin gibt die „Konzession für den Goethesaal“ zurück

München * In einem aus einer Zeile bestehenden Brief an die Polizeidirektion gibt Karl Valentin - knapp zwei Monate nach der Eröffnung - seine „Konzession für einen Spielbetrieb im Goethesaal“ in der Leopoldstraße 46a wieder zurück. 

23.12.1931 Der Fotoband „Das Karl Valentin Buch“ erscheint

München * Der Fotoband „Das Karl Valentin Buch“ erscheint im „Verlag Knorr & Hirth“.

Der überdimensionale Untertitel des Buches lautet:
„Erstes und einziges Bilderbuch von Karl Valentin über ihn und Lisl Karlstadt mit Vorwort und ernsthafter Lebensbeschreibung und Bildunterschriften von ihm selbst, sowie zwei Aufsätzen von Tim Klein und Wilhelm Hausenstein“

12.01.1932 Uraufführung der Valentin-Komödie „Er und Sie“

München-Isarvorstadt * Im „Kolosseum“, Kolosseumstraße 4, kommt die Valentin-Komödie „Er und Sie“ zur Uraufführung. 

Das Stück beruht im Wesentlichen auf dem Stummfilm „Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberfestwiese“ von 1923. 

Es erlebt 87 Vorstellungen.

16.05.1932 Die Dreharbeiten für den Tonfilm „Die verkaufte Braut“ beginnen

München-Geiselgasteig * Die Dreharbeiten für Karl Valentins und Liesl Karlstadts ersten abendfüllenden Tonfilm „Die verkaufte Braut“ in den „Emelka-Studios“ in Geiselgasteig dauern bis zum 5. Juli 1932.

Der Regisseur Max Ophüls versteht es ausgezeichnet, sich auf Valentins Textschwäche einzustellen.

04.06.1932 Karl Valentin feiert seinen 50. Geburtstag

München * Zu Karl Valentins 50. Geburtstag trägt Liesl Karlstadt ein langes und liebevolles Geburtstagsgedicht vor. 

16.08.1932 Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films Die verkaufte Braut

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die verkaufte Braut“ im Phoebus-Palast und im Gloria-Filmpalast“

16.08.1932 Liesl Karlstadt steht - alleine - mit großem Erfolg auf der Bühne

München * Liesl Karlstadt steht in dem Stück „Die drei Gschpusi der Zenta“ mit großem Erfolg auf der Bühne.

Karl Valentin hält von diesen „Eskapaden“ nicht sehr viel.

28.08.1932 Jugenderinnerungen: „Karl Valentin der Lausbub“

München * In der „Süddeutschen Sonntagspost“ erscheinen unter dem Titel „Karl Valentin der Lausbub“ die Jugenderinnerungen des großen Komikers.

26.11.1932 Der Valentin-Karlstadt-Film Im Photoatelier wird gedreht

München-Geiselgasteig * Der 29-Minuten-Film Im Photoatelier, nach der gleichnamigen Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt, wird in Geiselgasteig gedreht.

03.01.1933 Premiere für den Valentin-Karlstadt-Film: „Im Photoatelier“

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Im Photoatelier“ in München.

27.04.1933 Uraufführung des Valentin-Stücks „Ehescheidung vor Gericht“

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Stücks „Ehescheidung vor Gericht“ im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“, Sonnenstraße 23.

Innerhalb von 15 Minuten tritt Liesl Karlstadt als Ehemann, Ehefrau, Sohn, preußischer Untermieter und als „Ratschkathl“ auf.
Das Stück wird in 64 Vorstellungen aufgeführt.

05.07.1933 Karl Valentin und Liesl Karlstadt nehmen den Film „Orchesterprobe“ auf

München-Geiselgasteig * Karl Valentin und Liesl Karlstadt nehmen den 23-Minuten-Film „Orchesterprobe“ in Geiselgasteig auf.
Regie: Carl Lamac. 

21.10.1933 Uraufführung des Valentin-Bühnenstücks „Der Theaterbesuch“

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Bühnenstücks „Der Theaterbesuch“ im „Kabarett Wien-München“, im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße 23.

Das Stück wird 156 Mal aufgeführt.

27.11.1933 Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die Orchesterprobe

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die Orchesterprobe" in Berlin im Beiprogramm zu „Glückliche Reise“.

31.01.1934 Premiere des Valentin-Karlstadt-Stücks „Beim Rechtsanwalt“

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Beim Rechtsanwalt“ im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße 23. 

Das Stück erlebt insgesamt 138 Vorstellungen.

17.03.1934 Karl Valentin beantragt die Konzession für sein „Panoptikum“

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin beantragt die Konzession für sein „Panoptikum“ in den Kellerräumen des „Hotels Wagner“ in der Sonnenstraße. 

Als Unternehmer gibt er an: „Karl Valentin (Fey) Schauspieler, Liesl Karlstadt (Wellano) Schauspielerin, Eduard Hammer Universitätsplastiker und Gebrüder Wagner, Besitzer des Hotels Wagner“.
Die Illustrationen für das „Panoptikum“ fertigt Ludwig Greiner.

09.04.1934 Konzession für Karl Valentins „Panoptikum“ bewilligt

München * Die „Polizeidirektion“ bewilligt die Konzession für Valentins „Panoptikum“ für die Zeit vom 1. Mai bis 31. Dezember 1934.

11.04.1934 Filmpremiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der Theaterbesuch“

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Der Theaterbesuch“ im „Primus Palast“ in Berlin als Beiprogramm zu „Achtung, wer kennt diese Frau“.

17.04.1934 Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Es knallt“

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Es knallt“ im „Atrium" in Berlin im Beiprogramm zu „Die vertauschte Braut".

29.05.1934 „Der verhexte Scheinwerfer“ wird in Geiselgasteig gedreht

München-Geiselgasteig * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen die Hauptrollen in dem 21-Minuten-Film „Der verhexte Scheinwerfer“, der in Geiselgasteig gedreht wird. 

Er entsteht nach der Originalszene „Der reparierte Scheinwerfer“ des Komikerduos.

29.05.1934 Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Im Schallplattenladen“

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Film „Im Schallplattenladen“ wird in Berlin im „Primus-Palast“ und im „Titania-Palast“ im Beiprogramm zu „Bei der blonden Kathrein“ uraufgeführt.

29.05.1934 Der Valentin-Karlstadt-Film „Der Geizhals/Der Geizige“ entsteht

München-Geiselgasteig * In Geiselgasteig entsteht in zwei Tagen der 22 Minuten dauernde Film „Der Geizhals/Der Geizige“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen. 

Der Film ist verschollen.

20.06.1934 Der Karl-Valentin-Film „Der Geizhals/Der Geizige“ feiert Premiere

München * Der inzwischen verschollene Karl-Valentin-Film „Der Geizhals/Der Geizige“ feiert Premiere.

31.07.1934 Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der verhexte Scheinwerfer“

München * Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der verhexte Scheinwerfer“.

31.07.1934 Der Valentin-Karlstadt-Film „So ein Theater“ wird uraufgeführt

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „So ein Theater/Vorstadttheater“ wird uraufgeführt.

14.10.1934 Liesl Karlstadt investiert in Karl Valentins „Panoptikum“

München * Liesl Karlstadt übergibt ihrem Bühnenpartner Karl Valentin 4.000.- Mark - zinsfrei - für das „Panoptikum“

Dafür erhält das „Frl. Karlstadt von den Einnahmen auf die Zeitdauer des Unternehmens ein Drittel Gewinnanteil“.

21.10.1934 Karl Valentin eröffnet sein „Panoptikum“

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin eröffnet in den Kellerräumen des „Hotels Wagner“ in der Sonnenstraße sein „Panoptikum“, einen „Kuriositäten- und Schauerkeller“, mit dem angeschlossenen Nachtlokal „Die Hölle“ mit „Barbetrieb und Höllenmusik“.

09.11.1934 Karl Valentin schreibt an den Präsidenten der „Reichsfilmkammer“

München - Berlin * In einem Brief an den Präsidenten der „Reichsfilmkammer“ schreibt Karl Valentin, dass es „1927 einem gewissen Walter Jerven (richtiger Name: Samuel Wucherpfennig) [gelang], das Bankhaus Löwenthal und Walther zur Finanzierung eines Valentin-Films ‚Der Sonderling‘ heranzuziehen“.

Aufgrund der Zeilen musste der Angegriffene, der eigentlich Wilhelm Wucherpfennig hieß und sich 1924 in Walter Jerven umbenannte, seine arische Abstammung nachweisen.

Zum Glück war das für ihn kein Problem, denn sonst hätte er mit Konsequenzen rechnen müssen. 

04.12.1934 In Karl Valentins „Panoptikum“ wird eine „Guillotine“ ausgestellt

München-Ludwigsvorstadt * In Karl Valentins „Panoptikum“ ist auch die Nachbildung der im „Gefängnis Stadelheim“ verwendeten „Fallschwertmaschine“ (= „Guillotine“) ausgestellt.
Der „Nachrichtergehilfe“ Donderer erklärt dem Publikum die Tötungsvorrichtung.

Nun fragt das „Bayerische Justizministerium“ beim „Innenministerium“ an, ob die Genehmigung der Darstellung der Hinrichtung weiterhin aufrecht erhalten werden soll.

Gleichzeitig wird ausgeführt, dass „der bisherige Nachrichtergehilfe Donderer [...] künftig zur Vollstreckung von Todesurteilen nicht mehr herangezogen werden [wird]“

Er wird wegen seiner Erklärertätigkeit im „Panoptikum“ aus dem Staatsdienst entlassen. 

14.12.1934 Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Der Firmling“

Berlin * Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der Firmling“ im „Ufa-Pavillon“ am Nollendorfplatz in Berlin, im Beiprogramm zu „Schach der Eva“.

21.12.1934 Uraufführung des Karl-Valentin-Films „Der Zithervirtuose“

München * Uraufführung des Karl-Valentin-Films „Der Zithervirtuose“.

31.12.1934 Vorläufiges Aus für Karl Valentins „Panoptikum“

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentins „Panoptikum“ wird geschlossen, nachdem die Konzession ausgelaufen ist.

16.02.1935 Keine Probleme mit der „Fallschwertmaschine“ in Valentins „Panoptikum“

München * Das „Bayerische Innenministerium“ hat mit der Ausstellung der Nachbildung der im „Gefängnis Stadelheim“ genutzten „Fallschwertmaschine“ in Karl Valentins „Panoptikum“ keinerlei Probleme.

Denn: „Der unbefangene Besucher kommt bei der Besichtigung dieser Hinrichtungsszene wohl nicht auf den Gedanken, dass die Darstellung genau der Wirklichkeit entspricht, vielmehr hält er sie, wie auch die sonstigen Gegenstände des Juxmuseums für ein Erzeugnis der verschrobenen Fantasie des Ausstellers Valentin. 

Durch ein Verbot dieser Hinrichtungsszene würden zweifellos mehr abträgliche Wirkungen ausgelöst werden, als durch deren Weiterduldung“

04.05.1935 Karl Valentin eröffnet sein „Panoptikum“ erneut

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin eröffnet sein „Panoptikum“ erneut.

13.09.1935 Karl Valentins Schwiegersohn wird im „KZ Dachau“ inhaftiert

Dachau * Karl Valentins Schwiegersohn Ludwig Freilinger wird zusammen mit drei Freunden im „KZ Dachau“ inhaftiert.  

Die Vier hatten den Aufhausener Bürgermeister der Veruntreuung von Teilen der „Winterhilfssammlung“ verdächtigt und sind dann wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“ in „Schutzhaft“ genommen worden.

Der Komiker hat gegenüber dem Schlosser ein angespanntes Verhältnis, weil er ihm nicht den richtigen Mann für seine Tochter Gisela sieht. 

16.11.1935 Karl Valentins „Panoptikum“ im „Hotel Wagner“ schließt endgültig

München-Ludwigsvorstadt * Das „Panoptikum“ Karl Valentins im „Hotel Wagner“ schließt - wegen Erfolglosigkeit - endgültig.

01.12.1935 Erneutes Gastspiel im Berliner im „Kabarett der Komiker“

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt absolvieren bis 12. Dezember im „Kabarett der Komiker“ in Berlin ein Gastspiel.

20.12.1935 Premiere des Films „Kirschen in Nachbars Garten“

Berlin * Die Premiere des unter Beteiligung von Karl Valentin und Liesl Karlstadt gedrehten Films „Kirschen in Nachbars Garten“ findet im „Titania-Palast“ in Berlin statt.

21.02.1936 Karl Valentins Schwiegersohn wird aus der „Schutzhaft“ entlassen

Dachau * Ludwig Freilinger, Karl Valentins Schwiegersohn, wird aus der „Schutzhaft“ aus dem „KZ Dachau“ entlassen. 

Und zwar Monate vor seinen ebenfalls inhaftierten Freunden. 

26.02.1936 Der Valentin-Film „Die karierte Weste“ wird gedreht

München-Geiselgasteig * Dreharbeiten zu dem 17 Minuten langen Film „Die karierte Weste“ mit Karl Valentin als Trödler und Liesl Karlstadt als seine Frau in den Hauptrollen. 

Regie führt Erich Engels.

27.02.1936 Dreharbeiten für den Valentin-Film „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“

München-Geiselgasteig * Der 19 Minuten lange Streifen „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“ entsteht.

Als Darsteller treten in dem Film auf: Karl Valentin als Herr Meier, Liesl Karlstadt als Nervenarzt, Bäcker und Ober sowie Reinhold Bernt als Bäckergeselle.
Regie führt Erich Engels.

24.04.1936 Uraufführung des Kurzfilms „Das verhängnisvolle Geigensolo“

München * Der Kurzfilm „Das verhängnisvolle Geigensolo“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen wird uraufgeführt.

08.05.1936 Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Beim Rechtsanwalt“

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Beim Rechtsanwalt“.

19.05.1936 Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Die karierte Weste“

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „Die karierte Weste“ hat Premiere.

18.06.1936 Uraufführung des Kurzfilms „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“.

Der Film läuft zeitweise im Beiprogramm zu „Drei tolle Tage“.

10.07.1936 Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Straßenmusik“

München-Hackenviertel * Uraufführung des Films „Straßenmusik“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt im „Ufa-Theater Sendlingertor-Lichtspiele“.

21.09.1936 Der Valentin-Karlstadt-Kurzfilm „Die Erbschaft“ wird verboten

München * Der Valentin-Karlstadt-Kurzfilm „Die Erbschaft“ wird von der nationalsozialistischen Zensur verboten.

30.10.1936 Uraufführung des Spielfilms „Donner, Blitz und Sonnenschein“

München * Uraufführung des abendfüllenden Spielfilms „Donner, Blitz und Sonnenschein“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt im Münchner „Atlantik-Filmpalast“.

18.06.1937 Karl Valentins „Panoptikum“ im Färbergraben 33

München-Hackenviertel * Karl Valentins „Panoptikum“ ist umgezogen und befindet sich jetzt im Färbergraben 33. 

25.07.1937 Karl Valentin greift Heinz Rühmann persönlich an

München * Karl Valentin beklagt sich in einem Brief an Hans H. Zerlett, dem Regisseur des Films Im Schallplattenladen, über seine eigene finanzielle Lage. Darin greift er Heinz Rühmann an: 

„Herr Rühmann (bitte um Diskretion) spielt jährlich mindestens drei Filme á 20.000.- Mark. Seine Frau soll nicht arischer Abstammung sein. Warum hat [...] dieser Mann den Vorzug? Soll ich mich noch scheiden lassen und eine andersrassige Dame heiraten?“

04.04.1938 Der Valentin-Karlstadt-Film „Der Bittsteller“ liegt der Zensur vor

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „Der Bittsteller“ liegt erst zwei Jahre nach seiner Entstehung der Zensur vor. 

Obwohl der Film nicht verboten wird, kommt er nicht zur öffentlichen Aufführung.

01.05.1938 Uraufführung der Valentin-Karlstadt-Groteske „Der Umzug“

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung der Valentin-Karlstadt-Groteske „Der Umzug“ im „Deutschen Theater“, Schwanthalerstraße 13.

Das NS-System zensiert den ursprünglichen Schluss des Stücks, als ein Abrissbagger auf die Bühne rollt.
Das Stück wird insgesamt 78 Mal aufgeführt.

31.10.1938 Der Valentin-Film „Der Antennendraht/Im Senderaum“ und die Zensur

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „Der Antennendraht/Im Senderaum“ liegt der Zensur vor.

Laut Karl Valentin wurde der Film während der Nazi-Zeit nicht öffentlich aufgeführt.

23.04.1939 Liesl Karlstadt bricht während der Vorstellung zusammen

Augsburg * Während eines Gastspiels mit Karl Valentin im „Apollotheater“ in Augsburg bricht Liesl Karlstadt zusammen. 

Daraufhin zieht sie sich von der Bühne zurück.

Karl Valentin lässt umgehend Annemarie Fischer aus München kommen und besetzt die Karlstadt-Rolle bis zur Beendigung des Engagements am 30. April mit ihr.

24.05.1939 Der Dokumentarfilm „München 1938“ wird von Hitler verboten

München * Der Dokumentarfilm „München 1938“ erlebt im „Phoebus-Palast“ seine Premiere. 

Das war die einzige Vorführung, da er auf persönlichen Wunsch Adolf Hitlers verboten wurde.

11.06.1939 Karl Valentin tritt im „Theater am Gärtnerplatz“ als „Radfahrer“ auf

München-Isarvorstadt * Karl Valentin tritt in Eduard Künneckes „Glückliche Reise“ im „Theater am Gärtnerplatz“ als „Radfahrer“ auf.

17.07.1939 „Zum Verlassen kann der Ausgang kostenlos genützt werden“

München-Hackenviertel * Karl Valentin hat seinem „Panoptikum“ im Färbergraben 33 einen neuen Spielort für seine Stücke hinzugefügt. 

Die „Ritterspelunke“ ist eine Verbindung von Panoptikum, Kellerkneipe und Kabarett

Die „Ritterspelunke“ vereinigt das „Panoptikum“, eine Künstlerkneipe und den Theaterbetrieb.
„Zum Verlassen des Panoptikums kann der Ausgang kostenlos genützt werden, dagegen ist der Eintritt von 60 Rpf. am Eingang zu bezahlen“

28.08.1939 Karl Valentin verkauft seine umfangreiche Fotosammlung

München * Karl Valentin verkauft um 20.000 Mark seine umfangreiche Fotosammlung an das „Münchner Stadtarchiv“.

06.12.1939 Der Ritter Unkenstein erlebt seine Uraufführung

München-Hackenviertel * Die Karl-Valentin-Szenenfolge „Ritter Unkenstein“ erlebt in der Ritter­spelunke am Färbergraben 33 ihre Premiere. Valentins neue Partnerin ist die junge Schauspielerin Annemarie Fischer.

Das Stück wird über einhundert Mal aufgeführt.

05.06.1940 Die letzte Vorstellung von Karl Valentins „Ritter Unkenstein“

München-Hackenviertel * Die letzte Vorstellung von Karl Valentins „Ritter Unkenstein“ in der „Ritterspelunke“ am Färbergraben. 

30.11.1940 Karl Valentins „Panoptikum“ in der „Ritterspelunke“ schließt für immer

München-Hackenviertel * Karl Valentins „Panoptikum“ in der „Ritterspelunke“ am Färbergraben 33 schließt für immer. 

24.01.1941 Karl Valentins „Soldatenmarschlied“ wird gesperrt

München * Das von Karl Valentin an diesem Tag aufgenommene „Soldatenmarschlied“ wird von der nationalsozialistischen Zensur für jede Ausstrahlung gesperrt. 

In dem Lied überzeichnet der den Soldatenalltag aus Sicht der Machthaber zu ironisch und desillusionierend. 

19.08.1941 Uraufführung des Films „Der Tobis-Trichter“

Berlin * Der Film „Der Tobis-Trichter - Volkstum aus deutschen Gauen“ wird im Berliner „Tauentzien-Palast“ uraufgeführt. 

Der Film enthält neben Auftritten von Adolf Gondrell, Weiß-Ferdl und anderen den Valentin-Karlstadt-Sketch „In der Apotheke“
Hans Albin führt Regie für den 17-Minuten-Film. 

16.11.1941 Karl Valentin tritt in einer „Winterhilfswerk“-Veranstaltung auf

München-Maxvorstadt * Karl Valentin tritt im Rahmen der „Winterhilfswerk“-Veranstaltung „Heiterkeit und Fröhlichkeit in der Manege“ im „Zirkus Krone“ auf.

Die Veranstaltung wird am 23. November wiederholt.

09.04.1942 Der Valentin-Film „Der Sonderling“ wird von der NS-Zensur verboten

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Stummfilm „Der Sonderling“ aus dem Jahr 1929 wird von der NS-Zensur wegen „Verletzung des künstlerischen Empfindens“ verboten.

04.06.1942 Karl Valentin feiert im „Ketterl“ seinen 60. Geburtstag

München-Lehel * Karl Valentin feiert im „Ketterl“ seinen 60. Geburtstag.

Liesl Karlstadt schreibt ihre eher unpersönlich gehaltenen Geburtstagsgrüße auf eine Autogrammkarte:  
„Zum 60. Geburtstag gratuliere ich und wünsche dir alles Gute - Gesundheit und noch viele schöne Jahre. Möge dir alles in Erfüllung gehen, was du dir selbst wünscht.
Deine Partnerin Liesl Karlstadt“
 

01.09.1943 Karl Valentin verlegt seinen Wohnort nach Planegg

Planegg * Karl Valentin verlegt seinen Wohnort in sein Landhaus in der Georgenstraße 2 in Planegg.

Seine Wohnung am Mariannenplatz 4 ist laut polizeilichem Meldebogen „z.Zt. vermietet“.

17.10.1946 Liesl Karlstadt nimmt die Zusammenarbeit mit Karl Valentin wieder auf

München * Liesl Karlstadt nimmt die Zusammenarbeit mit Karl Valentin wieder auf.

Zuerst mit gemeinsamen Rundfunkaufnahmen.

21.06.1947 Karl Valentin lobt die Gstanzl vom Roider Jackl

Planegg - Weihmichl * Karl Valentin schreibt an den Roider Jackl: „Es ist nicht damit abgetan, Ihre Verse mit ‚gescherte Gstanzl‘ zu betiteln - sie sind sogar tiefe Philosophie, unterlegt mit einer bäuerlichen Melodie - und so ist es richtig“

06.09.1947 Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten wieder gemeinsam auf

München-Pasing * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten nach siebenjähriger Pause „anlässlich einer geschlossenen Veranstaltung in Pasing“ erstmals wieder gemeinsam auf.

11.12.1947 Karl Valentin und Liesl Karlstadt gastieren im „Bunten Würfel“

München-Haidhausen * Karl Valentin und Liesl Karlstadt gastieren bis 15. Dezember im „Bunten Würfel“ in Haidhausen.

01.01.1948 Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im „Simpl“ auf

München-Maxvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten bis 12. Januar gemeinsam im „Simpl“ auf.

22.01.1948 Valentin-Karlstadt-Gastspiel im „Bunten Würfel“

München-Haidhausen * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben bis 31. Januar ein Gastspiel im „Bunten Würfel“ an der Preysingstraße 42.

09.02.1948 Karl Valentin stirbt in seinem Haus in Planegg

Planegg * (Rosenmontag) Karl Valentin stirbt im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in Planegg.

11.02.1948 Karl Valentin wird in Planegg beerdigt

Planegg * (Aschermittwoch) Karl Valentin wird auf dem Friedhof in Planegg beigesetzt.

18.10.1953 Der „Karl-Valentin-Brunnen“ wird enthüllt

München-Angerviertel * Der „Karl-Valentin-Brunnen“ am „Viktualienmarkt“ wird enthüllt.

18.06.1958 Hannes König eröffnet die „Karl-Valentingedächtnisausstellung“

München-Maxvorstadt * „800 Jahre und 5 Tage nach der Gründung der Stadt München“ wird im „Pavillon im Alten Botanischen Garten“ die „Karl-Valentingedächtnisausstellung“ eröffnet.

  • Gezeigt wird der Stummfilm „Der neue Schreibtisch“.  
  • Außerdem spielt Hannes König auf Karl Valentins Zither.  
  • Professor Carl Niessen, der im Jahr 1953 den Nachlass von Karl Valentin für das „Institut Theaterwissenschaft der Universität Köln“ erworben hatte, stellt Originale für die Ausstellung zur Verfügung. 
16.05.1976 Uraufführung mit 40 Jahren Verspätung

München-Angerviertel * 40 Jahre nach Entstehen des von der Nazi-Zensur verbotenen Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Die Erbschaft“ wird dieser im „Münchner Stadtmuseum“ uraufgeführt.

15.05.2012 Der „Valentin-Karlstadt-Förderverein e.V. * SAUBANDE“ wird gegründet

München-Graggenau - München-Angerviertel * Im „Turmstüberl“ des „Valentin-Karlstadt-Musäums“ gründet sich der „Valentin-Karlstadt-Förderverein e.V. * SAUBANDE“

Seine Aufgaben sieht er in der „Wahrung, Stärkung und Verbreitung des Ansehens und des Wissens über Karl Valentin, Liesl Karlstadt und den Münchner Volkssängern“.

07.08.2018 Nie ausgeführte Ausbaupläne für das Anwesen von Karl Falk

München-Au * Pläne zum Ausbau des Dachgeschosses für das Wohnhaus des „bürgerlichen Tapezierermeisters“ Karl Falk werden zwar erstellt, aber nie ausgeführt. 

Die Höhe der zusätzlichen Wohnung hätte wegen des Satteldachs nur rund 2.30 Meter betragen.

07.08.2018 Ein Teil der Entenbachstraße wird in Zeppelinstraße umbenannt

München-Au * Ein Teil der Entenbachstraße wird in Zeppelinstraße umbenannt. 




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