Personenverzeichnis

Ludwig Thoma

Thoma Ludwig
Ludwig Thoma
Bildrechte: Gemeinfrei (Wikipedia 2017)

Ludwig Thoma (* 21. Januar 1867 in Oberammergau; † 26. August 1921 in Tegernsee) war ein deutscher Schriftsteller, der durch seine ebenso realistischen wie satirischen Schilderungen des bayerischen Alltags und der politischen Geschehnisse seiner Zeit populär wurde.

Im oberbayerischen Raum genießt er noch heute eine hohe Popularität. So tragen beispielsweise Produkte wie das Ludwig-Thoma-Bier des Hofbrauhauses Berchtesgaden seinen Namen.  Die städtische Ludwig-Thoma-Realschule in München trägt seit ihrer Erbauung im Jahr 1973 seinen Namen. In Dachau gibt es eine Ludwig-Thoma-Schule (Volksschule). In Prien am Chiemsee gibt es das Ludwig-Thoma-Gymnasium. Auch in Traunstein gibt es die Ludwig-Thoma-Grundschule.  Seine Büste steht in der Ruhmeshalle in München. 

Die Stadt München hat zu seinen Ehren ab 1967 jährlich eine Ludwig-Thoma-Medaille verliehen, die Verleihung jedoch 1990 nach Bekanntwerden seiner nationalkonservativen Haltung, der antisemitischen Parolen und antisozialistischen Polemik eingestellt.

Ereignisse

21.01.1867 Ludwig Thoma wird in Oberammergau geboren

Oberammergau * Ludwig Thoma wird in Oberammergau geboren. 

17.10.1894 Ludwig Thoma ist Rechtsanwalt am „Amtsgericht Dachau“

Dachau * Ludwig Thoma ist Rechtsanwalt am „Amtsgericht Dachau“

29.10.1898 Ludwig Thomas erster Artikel erscheint im „Simplicissimus“

München * Ludwig Thomas erster Artikel erscheint im „Simplicissimus“.

Thoma wird in der Folge über 800 Artikel für die Zeitschrift schreiben.
Er benutzt dazu auch Pseudonyme wie „Peter Schlemihl“ oder „Schmiernazi“

21.03.1900 Ludwig Thoma ist festangestellter Chefredakteur beim „Simplicissimus“

München-Kreuzviertel * Ludwig Thoma wird festangestellter Chefredakteur beim „Simplicissimus“.

Er will das Satire-Blatt zur „größten Kunstzeitschrift der Welt“ machen. 

26.06.1905 Ludwig Thoma wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt

München * Ludwig Thoma wird für sein Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 

06.10.1906 Ludwig Thoma muss eine sechswöchige Haft antreten

München-Stadelheim * Ludwig Thoma muss eine sechswöchige Haft in der Vollzugsanstalt Stadelheim antreten. Anlass ist sein Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine“

16.10.1906 Ludwig Thoma tritt eine sechswöchige Haftstrafe an

München-Obergiesing * Ludwig Thoma tritt eine sechswöchige Haftstrafe in der Strafvollzugsanstalt Stadelheim an. Er ist für schuldig befunden worden, mit seinem Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger“ die Kirche beleidigt zu haben.

26.03.1907 Ludwig Thoma heiratet Marietta de Rigardo

München * Ludwig Thoma heiratet Marietta de Rigardo. 

08.04.1908 Ludwig Thoma bezieht sein neues Haus „Tuften 12“

Tegernsee * Ludwig Thoma und seine Frau Marietta beziehen ihr neues Haus „Tuften 12“

20.11.1908 Die Komödie „Moral“ von Ludwig Thoma wird in Berlin uraufgeführt

Berlin * Die Komödie „Moral“ von Ludwig Thoma wird in Berlin uraufgeführt. 

21.11.1908 Ludwig Thomas Komödie „Moral“ wird auch in München erstmals aufgeführt

München * Einen Tag nach der Uraufführung in Berlin wird die von Ludwig Thoma geschriebene Komödie „Moral“ auch in München erstmals aufgeführt. 

31.12.1912 Ludwig Thomas Bildergeschichte „Ein Münchner im Himmel“

München * Im Heft 54 des „Simplicissimus“ erscheint die Bildergeschichte „Ein Münchner im Himmel“.

Der Text stammt von Ludwig Thoma, die Zeichnungen liefert Olaf Gulbransson.

Es geht darin um den vom Schlag getroffenen „Dienstmann“ Alois Hingerl, der als Engel den Auftrag erhält, die „göttlichen Eingebungen“ der bayerischen „Staatsregierung“ zu überbringen.
Der „Engel Aloisius“ wird allerdings beim Anblick des Münchner „Hofbräuhauses“ seinen Auftrag vergessen und sich eine Mass nach der anderen schmecken lassen.

„Und so wartet die bayerische Staatsregierung noch heute auf die göttlichen Eingebungen!“ 

15.08.1914 Der „Hurrapatriotismus“ des Ludwig Thoma

München * Der Schriftsteller Erich Mühsam beklagt sich über den „Simplicissimus“: „Und immer der haltloseste Hurrapatriotismus, in dem sich Ludwig Thoma, der große Spötter, am lautesten jetzt hervortut“

14.09.1917 Ludwig Thoma wird Gründungsmitglied der „Deutschen Vaterlandspartei“

Tegernsee * Ludwig Thoma wird Gründungsmitglied in der scharf nationalistischen „Deutschen Vaterlandspartei - DVLP“

24.09.1917 Die „Deutsche Vaterlandspartei“ fordert einen „unbedingten Siegfrieden“

Berlin * Ludwig Thoma tritt bei der „Gründungsversammlung der Deutschen Vaterlandspartei - DVLP“ in der „Berliner Philharmonie“ als Redner auf, wofür ihm der „Parteivorsitzende“, der ehemalige „Großadmiral“ Alfred von Tirpitz, persönlich dankt.  

Die neugegründete „Deutsche Vaterlandspartei - DVLP“ fordert auf ihrer ersten Großkundgebung in Berlin einen „unbedingten Siegfrieden“

02.10.1917 Die Deutsche Vaterlandspartei formiert sich in München

München * Als Ableger der am 2. September in Königsberg gegründeten Deutschen Vaterlandspartei - DVLP formiert sich in München der Landesverein Bayern.

Prominenteste Fürsprecher des Landesvereins sind Cosima Wagner und Ludwig Thoma.

Die bürgerliche Sammelbewegung tritt mit dem Ziel einer Stärkung des Durchhaltewillens bis zum Siegfrieden an.

11.01.1919 Ludwig Thoma zur Abdankung des bayerischen Königs

Tuften-Tegernsee - Berlin * Ludwig Thoma, der eigentlich stark konservative und königstreue bayerische Schriftsteller, schreibt seinem Freund Conrad Haussmann seine Einschätzung der revolutionären Tage und zur Abdankung König Ludwigs III.:

„Er [König Ludwig III.] verschwand, begleitet von verächtlichem Hohn, dem sich rein nichts an Mitleid, Achtung, Dank entgegenstellte. ‚Milliwucherer, Ochsensepp, Millibauer‘ aber von waren die offiziellen Titel; der Mann ist heute, mitten in seiner getreuen Provinz Oberbayern, nicht die Spur von Autorität und Mittelpunkt.

Ich glaubte zuerst, dass der Kronprinz Anhänger habe, bin aber von dem Glauben abgekommen.
Auch bei unsern Bauern ist keine Spur von ‚angestammter Treue‘ zu merken.

Ich gestehe Dir offen, dass der Vorgang im ganzen, wie in jeder Einzelheit mich völlig unvorbereitet traf, und doch glaubte ich, das Volk zu erkennen“.

15.07.1920 Ludwig Thoma schreibt für den Miesbacher Anzeiger

Tegernsee * Ludwig Thoma schreibt für den Miesbacher Anzeiger antisemitische und gegen die demokratische Weimarer Republik gerichtete Artikel.

Es werden bis zu Thomas Tod 167 derartiger Artikel werden. 

08.04.1921 Ludwig Thoma hetzt im viel gelesenen „Miesbacher Anzeiger“

München * Welche antisemitische Stimmung in Bayern weit verbreitet ist, zeigt ein Beitrag des Schriftstellers Ludwig Thoma, den er anonym im viel gelesenen „Miesbacher Anzeiger“ drucken lässt: 

„In München haben wir mit der Hinrichtung des Eisner den Nachweis geliefert, dass es uns nicht an Temperament fehlt. [...]  
Immerhin waren dies nur Vorspiele zu größeren Kuren, die wir uns gelobt haben für den Fall, dass sich die Beschnittenen bei uns noch einmal mausig machen. Dann geht‘s in die Vollen“
.

27.07.1921 General Erich Ludendorff besucht Ludwig Thoma auf der „Tuften“

Tegernsee * Der „Weltkriegs-General“ Erich Ludendorff besucht Ludwig Thoma auf der „Tuften 12“

06.08.1921 Ludwig Thoma wird an seinem „Magenkrebs“ operier

München * Ludwig Thoma wird an seinem „Magenkrebs“ operiert. 

18.08.1921 Im „Miesbacher Anzeiger“ erscheint der letzte Hassartikel von Ludwig Thoma

Miesbach * Im „Miesbacher Anzeiger“ erscheint der letzte antisemitische und antidemokratische Hassartikel von Ludwig Thoma. 

26.08.1921 Ludwig Thoma stirbt in seinem Haus „Tuften 12“

Tegernsee * Ludwig Thoma stirbt in seinem Haus „Tuften 12“

29.08.1921 Ludwig Thoma wird am Friedhof in Egern beerdigt

Rottach-Egern * Ludwig Thoma wird am Friedhof in Egern beerdigt.

Sein Grabnachbar ist Ludwig Ganghofer. 




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