Personenverzeichnis

Josef Staimer

Ereignisse

10.11.1918 Josef Staimer ist neuer Polizeipräsident

München * Der „Gauleiter des Fabrikarbeiterverbandes Nürnberg“, Josef Staimer, wird an Stelle des „Polizeipräsidenten“ Rudolf von Beckh mit der Führung der Münchner Polizei beauftragt.

08.12.1918 Die politisch-satirische Zeitung Rote Hand wird verboten

München * Die politisch-satirische Zeitung „Rote Hand“, Untertitel: „Führendes Organ für national-anarchistische Gschaftlhuberei“, erscheint erstmalig im Straßenhandel.  

Polizeipräsident Josef Staimer lässt den Druck einstellen und das weitere Erscheinen verbieten. Er begründet die Maßnahme mit der „Übertretung der Sonntagsruhe“

11.01.1919 „Waffengebrauch wird, soweit möglich, durch Trommelwirbel angekündigt“

München * Aufgrund der am Tag zuvor erfolgten Vorgänge werden vom „Polizeipräsidenten“ Josef Staimer und vom „Stadtkommandanten“ Oskar Dürr der Einsatz von Waffen gegen Demonstranten und Ansammlungen angedroht.  
„Waffengebrauch wird, soweit möglich, durch Trommelwirbel angekündigt“.  

In einer „Matrosenversammlung“ sprechen sich „Ministerpräsident“ Kurt Eisner und „Stadtkommandant“ Oskar Dürr „gegen den Terror der Straße“ aus.  
Die Mehrzahl der für die Tumulte Verantwortlichen bezeichnen sie als „Verbrecher“.  

Die geplanten Versammlungen auf der „Theresienwiese“ werden abgesagt. 

19.02.1919 Gegen 16 Uhr beginnt der sogenannte „Lotter-Putsch“

München * Gegen 16 Uhr beginnt in München der sogenannte „Lotter-Putsch“, an dem sich rund 600 bewaffnete, überwiegend bayerische Soldaten beteiligen, die am 15. Februar aus Wilhelmshaven kommend hier eingetroffen sind.

Die „Putschisten“ unter Führung des „Obermatrosen“ Conrad Lotter schlagen gleichzeitig an drei Stellen zu:

  • Sie besetzen das „Telegraphenamt“ am Hauptbahnhof,
  • verhaften zur gleichen Zeit den „Stadtkommandanten“ Oskar Dürr und den „Polizeipräsidenten“ Josef Staimer in ihren Dienststellen und
  • wollen in das vom „Rätekongress“ besetzte Landtagsgebäude in der Prannerstraße eindringen.
  • Außerdem wollen sie Kurt Eisner festnehmen und in die Tschechoslowakei abschieben.

Während die putschenden Matrosen die beiden ersten Aktionen erfolgreich durchführen können, werden sie im Landtag von der „Landtagswache“ mit Maschinengewehrfeuer vertrieben.
Die Festnahme von Kurt Eisner verhindert der „Landessoldatenrat“ Richard Scheid.

Die Münchner Bevölkerung hält die „Putschisten“ fälschlich für preußische „Spartakisten“.

Es kommt am Bahnhofsplatz zu einer kurzen Schießerei, bei dem der Straßenbahnfahrer Franz Stangl durch einen Kopfschuss ums Leben kommt.

Gegen 17:30 Uhr ziehen sich die putschenden Matrosen zurück.
Conrad Lotter wird verhaftet. 

27.02.1919 Versammlungen und Ansammlungen jeder Art verboten

München * „Zum Schutze der Räterepublik“ wird verfügt, dass Versammlungen und Ansammlungen jeder Art verboten sind.  

Ab 19 Uhr müssen alle „Nichtdiensttuenden und Zivilisten“ die Straßen verlassen haben. 
Die vom „Stadtkommandanten“ Oskar Dürr und vom „Polizeipräsidenten“ Josef Staimer unterzeichnete Anordnung wird in der „Bayerischen Staatszeitung“ veröffentlicht. 

28.02.1919 Verhaftungen aus dem Sitzungssaal heraus

München-Kreuzviertel * Noch vor der Abstimmung werden die Delegierten Max Levien, Erich Mühsam, Gustav Landauer, Franz Michael Cronauer und Wilhelm Reichart von der SPD-nahen und von „Innenminister“ Erhard Auer errichteten „Republikanischen Schutztruppe“ aus dem Sitzungssaal heraus verhaftet.

Ernst Niekisch versucht verzweifelt Herr der Lage zu bleiben und erreicht, dass die Verhafteten wenige Minuten später wieder freigelassen werden.
Die Verantwortung für die unübersichtliche Situation übernimmt schließlich der „Stadtkommandant“ Oskar Dürr und der „Polizeipräsident“ Josef Staimer.

Nun kann abgestimmt werden.

Erich Mühsams Antrag auf „Ausrufung einer Räterepublik“ wird mit 234 zu 70 Stimmen abgelehnt.
Dafür einigen sich die „Rätevertreter“ auf den vorgelegten Kompromissantrag. 

09.04.1919 Gemäßigte Linke wollen kommunistische Führer der Räterepublik verhaften

München * Führende Männer der gemäßigten politischen Linken planen, die kommunistischen Führer der Räterepublik und die „Ausländer und Juden“ zu verhaften. 

Zusammen mit Carl Gandorfer, dem „Polizeipräsidenten“ Josef Staimer und „Stadtkommandant“ Oskar Dürr will der „Volksbeauftragte der Justiz“, Konrad Kübler, gegen die Kommunisten gewaltsam vorgehen. 




© 2017 Gerhard Willhalm, inc. All rights reserved.