Personenverzeichnis

Ernst Schneppenhorst

Ereignisse

13.10.1918 Weitreichende Forderungen der bayerischen SPD

München-Au * Auf dem Münchner Parteitag der SPD im Franziskaner-Keller an der Hochstraße forderte der Chefredakteur der Fränkischen Tagespost, Adolf Braun, die Abdankung des Kaisers. Unterstützung erhält er von dem Nürnberger SPD-Landtagsabgeordneten Ernst Schneppenhorst, der gleichzeitig auch den Rücktritt des bayerischen Königs Ludwig III. fordert.

Erhard Auer versucht dagegen seine Parteigenossen zu beschwichtigen und plädiert zum Abwarten, bis die Zeit reif ist für einen Regierungswechsel auf legalem Weg.

Abschließend beschließt der Parteitag

  • die Abschaffung der Monarchie,
  • die Einführung des Acht-Stunden-Tages,
  • das Wahlrecht für beiderlei Geschlecht und
  • die Einführung einer Arbeitslosenversicherung. 

Der SPD-Landesparteitag fordert aber auch

  • die Überführung Deutschlands in einen Volksstaat mit vollkommener Selbstbestimmung und Selbstverantwortung des Volkes in Reich, Staat und Gemeinde
08.11.1918 In Nürnberg werden Arbeiter- und Soldatenräte gegründet

Nürnberg * Am Mittag trifft ein Zug mit Soldaten aus München in Nürnberg ein. Sie verbünden sich mit den in Nürnberg stationierten Einheiten und besetzen alle Kasernen und öffentlichen Gebäude.

Der Nürnberger SPD-Landtagsabgeordnete Ernst Schneppenhorst verständigt sich mit der Nürnberger USPD auf ein gemeinsames Vorgehen. Sie können die Soldaten beruhigen und lassen einen Arbeiter- und Soldatenrat wählen. 

15.02.1919 Franz Ritter von Epp stellt ein „Freikorps“ zusammen

Ohrdruf * Seit Mitte Februar stellt Franz Ritter von Epp im thüringischen Ohrdruf im Auftrag des „Reichswehrministers“ Gustav Noske ein „Freikorps“ zusammen. 

Offiziell soll es dem „Grenzschutz Ost“ dienen.

In Bayern befürchtet man von Anfang an, dass die Truppe für den Einsatz im Inneren bestimmt ist, weshalb Ernst Schneppenhorst, der „Minister für militärische Angelegenheiten“, später die Zusammenarbeit mit dem „Freikorps Epp“ ablehnen wird.  

18.03.1919 Die neue bayerische Regierung wird bekannt gegeben

München-Kreuzviertel * Die neue bayerische Regierung wird bekannt gegeben:

  • Ministerpräsident Johannes Hoffmann [SPD] übernimmt das Ministerium des Äußeren sowie das Ministerium für Unterricht und Kultus,
  • Fritz Endres [SPD] wird Justizminister,
  • Martin Segitz [SPD] übernimmt das Ministerium des Inneren,
  • Staatsrat von Merkel übernimmt in Vertretung das Finanzministerium,
  • Heinrich Ritter von Frauendorfer [Parteilos] leitet das Verkehrsministerium,
  • Hans Unterleitner [USPD] steht an der Spitze des Ministeriums für Soziale Fürsorge,
  • Josef Simon [USPD] übernimmt das Ministerium für Handel und Gewerbe,
  • Martin Steiner [Bayerischer Bauernbund] führt das Landwirtschaftsministerium und
  • Ernst Schneppenhorst wird Minister für militärische Angelegenheiten.

Mit großer Mehrheit wird das Gesetz über die Aufhebung des bayerischen Adels angenommen.

Danach vertagt sich der Landtag wieder. 

Die Koalitionsregierung wird von Anfang an von der revolutionären Arbeiterschaft abgelehnt und kann auch im weiteren Verlauf kein Vertrauen gewinnen, weil sie sich gegen Zugeständnisse in der Rätefrage sperrt und von ihr „keine ernsthafte Sozialsierungspolitik“ zu erwarten ist. 

06.04.1919 Der „Landesparteitag der SPD“ lehnt eine „Räterepublik“ strikt ab

München * Ernst Schneppenhorst, der „Minister für Militärangelegenheiten“, soll den „Zentralrat“ über die strikte Ablehnung einer „Räterepublik“ informieren.

Doch Schneppenhorsts Zug verspätet sich.
Und bis er in München eintrifft ist Bayern bereits eine „Räterepublik“

06.04.1919 Der „SPD-Landesparteitag“ spricht sich gegen die „Räterepublik“ aus

Nürnberg - München * Ministerpräsident Johannes Hoffmann reist zum „Landesparteitag der SPD“ nach Nürnberg und kann dort die Genossen gegen die „Räterepublik“ mobilisieren. 

10.04.1919 Gegenrevolutionärer Truppenverbände ziehen in Ingolstadt ein

Ingolstadt * Der „Minister für militärische Angelegenheiten“, Ernst Schneppenhorst, und das „Freikorps Epp“, mit Franz Xaver Ritter von Epp an der Spitze gegenrevolutionärer Truppenverbände, ziehen in Ingolstadt ein. 

11.04.1919 Pläne für einen Putsch gegen die „Räteregierung“ werden geschmiedet

Bamberg - München * Der Kommandant der „Republikanischen Schutztruppe“, Alfred Seyffertitz, arbeitet gemeinsam mit Ministerpräsident Johannes Hoffmann und dem „Minister für militärische Angelegenheiten“, Ernst Schneppenhorst, Pläne für einen Putsch gegen die „Räteregierung“ aus. 

Dieser soll - so die Absprache - in der Nacht vom 15. zum 16. April erfolgen. 

13.04.1919 Die „Republikanische Schutztruppe“ verschanzt sich im Hauptbahnhof

München-Maxvorstadt * Die „Republikanische Schutztruppe“ verschanzt sich im Hauptbahnhof und wartet auf „Militärminister“ Ernst Schneppenhorst, der mit 600 Soldaten in Ingolstadt auf seinen Einsatzbefehl wartet. 

Da aber sein Verbindungsmann von der „Roten Armee“ abgefangen wird, wartet Schneppenhorst vergebens auf den Befehl zum Eingreifen.

Sechzig Mann vom „2. Pionier-Batallion“ in Fürstenfeldbruck werden noch vor ihrem Einsatz in München entwaffnet.
Einzelne treten zur „Roten Armee“ über, die anderen gehen wieder nach Fürstenfeldbruck zurück.

Die von der „Thule-Gesellschaft“ angebotenen „mehrere hundert Mann“ Unterstützung reduzieren sich auf insgesamt zehn Personen.

So aber hat die „Republikanische Schutztruppe“ keine Chance gegen die anstürmenden „Räterepublikaner“, besonders als die KPD am Nachmittag ihre Anhänger zum Widerstand aufruft. 

13.04.1919 „Vertraulich! Nicht auf bayr. Boden mitnehmen!“

Ohrdruf * Die „Werbezentrale des Freikorps Epp“ veröffentlicht ein Flugblatt mit folgendem Inhalt:

„Vertraulich! Nicht auf bayr. Boden mitnehmen! 

Ministerpräsident Hoffmann hat das Versprechen gegeben, dass die Werbung für das Freikorps zwar nicht offiziell erlaubt würde, dass aber weitere Schwierigkeiten den Werbern nicht gemacht werden sollten. [...] 

Es ist anzunehmen, dass dagegen der bayr. Mil. Minister alles versuchen wird, um die Werbung zu hemmen“

02.05.1919 Das „Freikorps Werdenfels“ beteiligt sich an den „Säuberungsmaßnahmen“

München-Giesing * Das „Freikorps Werdenfels“ wird um 10 Uhr in Großhesselohe ausgeladen und beteiligt sich bis zum 6. Mai an den „Säuberungsmaßnahmen“ in Harlaching und Giesing, die als „Hochburg kommunistischer Verseuchung und Verhetzung“ angesehen werden. 

Nach der Ankunft in München wird das „Freikorps Werdenfels“ dem „Bayerischen Schützenkorps“ unter Führung von Oberst Franz-Xaver Ritter von Epp als „Reserve“ zugeteilt.




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