Personenverzeichnis

Gustav Noske

Ereignisse

04.11.1918 Die Vertreter der Berliner Reichsregierung werden freundlich begrüßt

Berlin - Kiel * Als am Abend zwei Abgesandte der Berliner Reichsregierung eintreffen, ist Kiel bereits fest in der Hand von 40.000 aufständischen Matrosen und Marinesoldaten.

Der SPD-Abgeordnete Gustav Noske und der Staatssekretär ohne Geschäftsbereich Conrad Haußmann von der Fortschrittlichen Volkspartei - FVP werden jubelnd begrüßt. Noske wird von den Aufständischen sofort zum „Gouverneur“ gewählt. 

Dabei hat Noske nicht den „Eindruck, dass eine große Revolution begonnen hat“. Noch am gleichen Abend übernimmt er, „unter brausender Zustimmung“ der Arbeiter und Matrosen, den Vorsitz des Obersten Soldatenrates. Die meuternden Soldaten und revoltierende Arbeiter aus Kiel vertrauen dem prominenten Genossen aus Berlin. 

05.11.1918 Noske will die Revolution im Keime ersticken

Kiel - Berlin * Den Mann, den die aufständischen Matrosen am Tag zuvor noch als ihren Richtigen erkannt und sogar zu ihrem Gouverneur ernannt haben, der MSPD-Abgeordnete Gustav Noske, telefoniert an diesem Abend nach Berlin und erklärt, dass er „nur eine Hoffnung hat: Die freiwillige Rückkehr zur Ordnung unter sozialdemokratischer Führung; dann wird die Rebellion in sich zusammen sinken“.

Reichskanzler Max von Baden setzt noch am selben Tag den Beschluss durch: „Freie Hand für Noske bei dem Versuch, den lokalen Ausbruch zu ersticken“

07.11.1918 Die revolutionären Vorgänge sind in Kiel bereits beendet

Kiel - München * Als in München die revolutionären Vorgänge beginnen, sind sie in Kiel bereits beendet.

Der Einfluss von Gustav Noske war so groß, dass er die Revolution in Kiel im Sinne der Obersten Heeresleitung - OHL, der Reichsregierung und der Sozialdemokratischen Partei - SPD „ersticken“ und „zurückrollen“ kann.

29.12.1918 Die USPD-Vertreter verlassen die Berliner Reichsregierung

Berlin * Die Vertreter der Unabhängigen Sozialdemokraten - USPD verlassen den Rat der Volksbeauftragten. Sie wollen Deutschland in Richtung eines einen Rätestaats verändern.

Dafür rücken zwei Vertreter der Mehrheitssozialdemokraten - MSPD nach. Es sind dies: Gustav Noske und Rudolf Wissell. 

Alleiniger Vorsitzender ist nun Friedrich Ebert, der sich für eine Wahl zur Verfassungsgebenden Nationalversammlung einsetzt. Das Deutsche Reich soll möglichst bald eine demokratisch legitimierte Regierung bekommen.

15.01.1919 Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden brutal ermordet

Berlin * Die beiden Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden verhaftet und ins Hotel Eden gebracht, in dem die Garde-Kavallerie-Schützen-Division ihr Stabsquartier aufgeschlagen hat.

Karl Liebknecht wird - nach schweren Misshandlungen - am Abend in den Tiergarten gefahren und von hinten erschossen.

Rosa Luxemburg wird niedergeschlagen, in ein Auto gezerrt und während der Fahrt durch einen aufgesetzten Schläfenschuss getötet. Ihren Leichnam werfen die Mörder in den Landwehrkanal

Der Hauptverantwortliche für die Ermordungen, Waldemar Papst, beruft sich später auf einen angeblichen „Schießbefehl“ des SPD-Innenministers Gustav Noske. 

15.02.1919 Franz Ritter von Epp stellt ein „Freikorps“ zusammen

Ohrdruf * Seit Mitte Februar stellt Franz Ritter von Epp im thüringischen Ohrdruf im Auftrag des „Reichswehrministers“ Gustav Noske ein „Freikorps“ zusammen. 

Offiziell soll es dem „Grenzschutz Ost“ dienen.

In Bayern befürchtet man von Anfang an, dass die Truppe für den Einsatz im Inneren bestimmt ist, weshalb Ernst Schneppenhorst, der „Minister für militärische Angelegenheiten“, später die Zusammenarbeit mit dem „Freikorps Epp“ ablehnen wird.  

09.03.1919 „Reichswehrminister“ Gustav Noske [SPD] erlässt „Schießbefehl“

Berlin * „Reichswehrminister“ Gustav Noske [SPD] erlässt den nachstehenden Schießbefehl:  
„Die zunehmende Grausamkeit der gegen uns kämpfenden Spartakisten zwingt uns, folgenden Schießbefehl zu erlassen: Jede Person, die im Kampf mit der Waffe betroffen wird, ist sofort zu erschießen“.

Was zunächst nur für die „Niederschlagung der Aufständischen der Berliner Märzkämpfe“ galt, wird am 25. April schließlich auch im „Freistaat Bayern“ umgesetzt.

Seit diesem Tag ist das „Standrecht“ eingeführt worden und es soll bis zum 1. August 1919 gelten. 

10.04.1919 Dr. Fritz Gerlich flieht mit gefälschten Papieren nach Bamberg

Bamberg * Dr. Fritz Gerlich flieht mit gefälschten Papieren nach Bamberg, wo sich auch die „Bayerische Regierung“ aufhält.

Er stellt die Verbindung zu „Reichswehrminister“ Gustav Noske her und agiert als Redner vor den Freikorps für die „Befreiung Münchens von der Räteregierung“.

14.04.1919 Die Vergeltungsmaßnahmen gegen die bayerische „Räterepublik“ beginnen

Berlin - Bamberg - München * Die Vergeltungsmaßnahmen gegen die bayerische „Räterepublik“ können beginnen.

  • „Reichswehrminister“ Gustav Noske übernimmt den Oberbefehl über die Aktion.
  • „Generalleutnant“ Ernst Friedrich Otto von Oven erhält den Oberbefehl über die „Invasionstruppen“.
  • „General“ Arnold Ritter von Möhl erhält den Titel „Bayerischer Oberbefehlshaber“, bleibt aber Statist ohne Befehlsgewalt. 
17.04.1919 Einsatz von „Reichswehrverbänden“ gegen München

Berlin * Gründonnerstag: „Reichswehrminister“ Gustav Noske beschließt den Einsatz von „Reichswehrverbänden“ gegen München.

23.04.1919 „Reichswehrminister“ Gustav Noske ordnet den Angriff auf München an

Berlin * „Reichswehrminister“ Gustav Noske [SPD] ordnet den Angriff Münchens durch zwei große militärische Einheiten an und übernimmt für die Aktion selbst die Oberleitung.

  • Die an der bayerischen Nordgrenze stehenden  „Preußischen Hilfstruppen“ unter Generalleutnant Ernst von Oven und
  • die „Württembergischen Einheiten“ sowie die noch zu sammelnden „bayerischen Verbände“ und das „Bayerische Schützenkorps“ bei Augsburg-Ulm.

Im Verlauf des Angriffs auf München will Noske sämtliche beteiligten Streitkräfte Generalleutnant Ernst von Oven unterstellen.  

Arnold Ritter von Möhl soll spätestens nach der „Eroberung und Sicherung Münchens“ die Befehlsgewalt - zumindest über die bayerischen Truppen - übernehmen.  




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