Personenverzeichnis

Gustav Klingelhöfer

Ereignisse

04.04.1919 Die Kommunisten lehnen die „Räterepublik“ ab

München * In einer Vertreterversammlung der „Arbeiter-, Angestellten- und Beamten-Ausschüsse“ fordert Gustav Klingelhöfer die „Proklamation der Räterepublik“.

Eugen Leviné und Max Levien sprechen sich als Führer der kommunistischen Partei gegen die „Räterepublik“ aus, obwohl sie diese bisher lautstark propagiert haben. 

26.04.1919 Die seit Längerem bestehenden Differenzen brechen auf

München * Auf einer „Versammlung der Betriebsräte“ brechen bei Fragen des weiteren Vorgehens der Verteidigung die seit längerer Zeit bestehenden politischen Differenzen zwischen

den „Kommunisten“,

  • dem „Vorsitzenden des Vollzugsrats“ Eugen Leviné, dem „Mitglied des Vollzugsrats“ Max Levien und dem „Politischen Kommissar“ Towia Axelrod einerseits und

den „Unabhängigen Sozialdemokraten“,

  • Emil K. Maenner, Ernst Toller und Gustav Klingelhöfer, offen zutage.

Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Folge die drei Letztgenannten von ihren Ämtern zurücktreten.

  • Der „Volksbeauftragte für Finanzen“, Emil K. Maenner, erklärt, dass er nicht mehr für Handlungen bereitsteht, die „politischem Diebstahl“ gleichkommen
    und keine Lust mehr hat, in einem „Marionettentheater“ zu sitzen.
  • Der „Kommandeur des Truppenabschnitts I (Dachau)“, Ernst Toller, betrachtet die jetzige „Räteregierung“ als ein „Unheil für das werktätige Volk“, weil die führenden Männer nur zerstören, ohne das geringste aufzubauen.
    Deshalb kann er eine weitere Zusammenarbeit mit dem „Vollzugsausschuss“ und dem „Generalstab“ nicht mehr verantworten.
  • Aus den gleichen Gründen will auch der „Abschnittskommandant der Roten Armee in Dachau“, Gustav Klingelhöfer, seine Ämter niederlegen.

Der „Bankrat“ stellt sich geschlossen hinter Emil K. Maenner und bezeichnet die Mitglieder des „Vollzugsausschusses“ als „Hampelmänner“.

Mit ähnlich harten Worten wird die „katastrophale Versorgungslage“ von den Anwesenden kritisiert, an der die „Regierung Hoffmann“ nur zum Teil schuld ist.

Nach einem weiteren Beschluss der „Betriebsräte“ sollen die Münchner Tageszeitungen - unter Auflage einer „Vorzensur“ - wieder erscheinen können.

Während der Sitzung trifft die Nachricht ein, dass im „Passamt“ 50 Pässe gestohlen worden sind.
Zur Untersuchung des Vorgangs wird daraufhin eine „Zehnerkommission“ gebildet.

27.04.1919 Die nur einen Tag andauernde „Diktatur der Betriebsräte“ beginnt

München * Anschließend bilden sie eine „Geschäftskommission der Betriebs- und Soldatenräte“, der keine Kommunisten, sondern ausschließlich Mitglieder der USPD, darunter Ernst Toller und Gustav Klingelhöfer angehören.
Sie soll bis zur Wahl eines neuen „Aktionsausschusses“ am nächsten Tag regieren.

Damit beginnt die nur einen Tag andauernde „Diktatur der Betriebsräte“

28.04.1919 Die „Betriebs- und Soldatenräte“ wählen einen neuen „Aktionsausschuss“

München-Graggenau * Von den „Betriebs- und Soldatenräten“ wird ein neuer zwanzigköpfiger „Aktionsausschuss“ gewählt. 

Ernst Toller, Gustav Klingelhöfer und Rudolf Egelhofer kandidieren nicht für dieses Gremium. 

Der gewählte „Aktionsausschuss“ besteht aus 15 „Betriebsräten“ und fünf „Soldatenräten“.
Unter ihnen ist kein Kommunist.

01.05.1919 Die Gegenrevolution marschiert

München * In aller Frühe kann die „Republikanische Schutztruppe“ das „Luitpold-Gymnasium“ erobern und große Mengen Waffen erbeuten.  

Bis 9 Uhr erobern und übernehmen rund 200 Mann des „Leibregiments“ den Ostflügel der „Türkenkaserne“.

Bürgerliche Kampfverbände, bestehend aus bewaffneten Bürgern, Studenten, ehemaligen Soldaten und Polizisten sowie zahlreichen Freiwilligen, sammeln sich vor der „Feldherrnhalle“ und besetzen schließlich die „Residenz“.

Kurz vor Mittag wird auf dem „Rathaus“ die weiß-blaue Fahne gehisst.

Eine bürgerliche Kampftruppe erobert vorübergehend den von den „Roten“ besetzten „Hauptbahnhof“

01.05.1919 De „Betriebs- und Soldatenräte Münchens“ veröffentlichen eine Erklärung

München * In einer in Flugblättern veröffentlichten „Erklärung“ distanzieren sich die „Betriebs- und Soldatenräte Münchens“ von den „bestialischen Handlungen (Erschießung von Geiseln im Gymnasium)“ und erläutern, dass sie 
„in keiner Weise verantwortlich sind. 
Die Betriebs- und Soldatenräte sprechen einstimmig ihren tiefsten Abscheu über solche unmenschliche Taten aus. 
Sie versprechen, die in der Versammlung am 30. April 1919 anwesenden Führer Toller, Maenner und Klingelhöfer, die nur im Auftrag des Proletariats gehandelt haben, in jeder Weise zu decken“.




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