Personenverzeichnis

Ereignisse

28.08.1914 Paul von Hindenburg wird zum „Retter des Vaterlandes“

Tannenberg - Gilgenburg - Ortelsburg * Paul von Hindenburg weiß, wie man Geschichte schreibt.  

Denn während die Presse noch zu Beginn von der „Schlacht bei Gilgenburg und Ortelsburg“ schreibt und Kaiser Wilhelm II. Hindenburg den Dank für den „Sieg bei Allenstein“ ausspricht, richtet der „Oberbefehlshaber der 8. Armee“ seinen Blick auf „Tannenberg“.  

Dort wütete anno 1410 eine Schlacht zwischen dem „Deutschen Orden“ und der „Polnisch-Litauischen Union“.  

Paul von Hindenburgs Version klingt deshalb so:  
„Bei Tannenberg, das zwischen Gilgenburg und Hohenstein liegt, wurde 1410 das Ordensheer von den Polen und Litauern vernichtet.
Jetzt, nach 504 Jahren, kam die Revanche“
.

Die geschickte Verknüpfung mit „Tannenberg“ trägt zur Entstehung des Mythos um den siegreichen „Feldherrn Hindenburg“, dem „Russen-Schreck“, bei.  
„Tannenberg“ wird zum in Deutschland ersehnten „Sieges-Mythos“, Hindenburg zum „Retter des Vaterlandes“

05.01.1917 Kaiser Wilhelm II. ruft die Truppen „zu unvermindertem Kampf“ auf

Berlin * In seiner Neujahrsbotschaft ruft Kaiser Wilhelm II. die Truppen „zu unvermindertem Kampf gegen die Entente“ auf. 

28.07.1917 Offene Propaganda gegen die Glaubensbrüder der verfeindeten Nationen

München - Berlin * Der „Feldprobst der bayerischen Armee“, der Münchner „Erzbischof“ Michael von Faulhaber, schreibt an Kaiser Wilhelm II., dass „auch die Seelsorge mit dem Schwert des Geistes, das ist mit dem Wort Gottes, das heilige Recht unseres treuen Vaterlandes zu verteidigen und die Seelen zum höchsten Kraftaufgebot zu wecken bemüht war“.

Der deutsche Klerus hat sich damit in die Kriegsrhetorik eingefügt und betreibt offen Propaganda gegen die Glaubensbrüder der verfeindeten Nationen.

Faulhaber predigt den bayerischen Truppen. Und diese Rhetorik geht so:
„Ein Mann nach dem Herzen Gottes handelt nach dem Willen Gottes. Hat man einmal klar erkannt: ‚Das ist Gottes Wille, das ist meine Pflicht, bei dieser Fahne ist mein Platz‘, dann bleibt‘s dabei, heute und morgen und übermorgen“.

28.11.1918 Kaiser Wilhelm II. dankt ab

Amirong * Kaiser Wilhelm II. unterzeichnet seine Abdankungsurkunde.

„Ich verzichte hierdurch für alle Zukunft auf die Rechte an der Krone Preußens und die damit verbundenen Rechte an der deutschen Kaiserkrone. Zugleich entbinde ich alle Beamten des Deutschen Reiches und Preußens, sowie alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften  der Marine, des preußischen Heeres und der Truppen der Bundeskontingente des Treueeides, den sie mir als ihrem Kaiser, König und obersten Befehlshaber geleistet haben.

Ich erwarte von ihnen, dass sie bis zur Neuordnung des Deutschen Reiches den Inhabern der tatsächlichen Gewalt in Deutschland helfen, das deutsche Volk gegen die drohenden Gefahren der Anarchie, der Hungersnot und der Fremdherrschaft zu schützen.
Urkundlich unter unser höchst eigenhändigen Unterschrift und beigedrücktem kaiserlichen Insiegel.
Gegeben Amirong, den 28. November 1918. gez. Wilhelm“
 




© 2017 Gerhard Willhalm, inc. All rights reserved.