Personenverzeichnis

Michael von Faulhaber

Faulhaber Michael von
Michael von Faulhaber
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Michael Kardinal von Faulhaber (* 5. März 1869 in Heidenfeld, Unterfranken; † 12. Juni 1952 in München) war Erzbischof von München und Freising seit 1917 und Kardinal seit 1921.

Am 4. November 1910 erfolgte auf Vorschlag des bayerischen Kultusministers die Ernennung zum Bischof von Speyer; die Konsekration und Inthronisation erfolgten am 19. Februar 1911. Am 1. Mai 1913 erhob ihn Prinzregent Ludwig III. von Bayern mit Verleihung des Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone in den persönlichen Adelsstand. 

Mit Kriegsbeginn 1914 wurde Bischof Faulhaber auch stellvertretender Feldpropst (Militärbischof) der Bayerischen Armee; zeitlebens bestand bei Faulhaber eine besondere Affinität zu Militär und nationalem Obrigkeitsstaat. 1917 schrieb er, die Deutschen hätten „die friedliche Arbeit im Stiche lassen müssen, um Heim und Herd gegen den heimtückischen Überfall unserer Feinde zu schützen“. Zur Legitimität des Ersten Weltkriegs äußerte er sich so: „Nach meiner Überzeugung wird dieser Feldzug in der Kriegsethik für uns das Schulbeispiel eines gerechten Krieges werden.“ 

Am 26. Mai 1917 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs Franziskus von Bettinger zum Erzbischof von München und Freising ernannt und im Konsistorium vom 7. März 1921 von Papst Benedikt XV. zum Kardinal erhoben und kurz darauf zum Kardinalpriester der Titelkirche Sant’Anastasia ernannt. Der Kardinal nahm am Konklave 1922 teil, aus dem Pius XI. als Papst hervorging. 

Der Weimarer Republik stand der national-konservative Faulhaber kritisch bis ablehnend gegenüber. So äußerte er: „Könige von Volkes Gnaden sind keine Gnade für das Volk, und wo das Volk sein eigener König ist, wird es über kurz oder lang auch sein eigener Totengräber“. Auch auf dem 62. Deutschen Katholikentag in München sprach er sehr kritisch über die Weimarer Republik. Zum Nationalsozialismus hielt er ebenfalls Distanz; er bezeichnete ihn im November 1930 als eine „Häresie und mit der christlichen Weltanschauung nicht in Einklang zu bringen“.

Ereignisse

05.03.1869 Michael Faulhaber wird geboren

Klosterheidenfeld * Michael Faulhaber, der spätere Erzbischof von München und Freising, kommt als Sohn eines Bäckers in Klosterheidenfeld im Bezirksamt Schweinfurt zur Welt.

04.11.1910 Michael Faulhaber wird „Bischof von Speyer“

Speyer * Michael Faulhaber wird „Bischof von Speyer“.

Die Pfalz gehört zum Königreich Bayern.

19.02.1911 Michael Faulhaber wird im „Kaiserdom“ zu Speyer inthronisiert

Speyer * Michael Faulhaber wird im „Kaiserdom“ zu Speyer inthronisiert.

01.05.1913 Bischof Michael Faulhaber wird in den Adelsstand erhoben

München * Bischof Michael Faulhaber wird das „Ritterkreuz des Kgl. Verdienstordens der bayerischen Krone“ verliehen. 

Seither kann er den Zusatz „von“ in seinem Namen führen.

04.08.1914 Durchhalteparolen von Bischof Michael von Faulhaber

München * Als an allen Fronten Katholiken auf Katholiken schießen und ihre Stoßgebete an den gleichen Gott schicken, ist es Michael von Faulhaber, der mit „Durchhalteparolen“ und „Hurra-Patriotismus“ den deutschen Soldaten in den Schützengräben den „Kampfesmut“ vorbetet.

17.04.1917 Michael von Faulhaber soll Münchner Bischof werden

Speyer - München * Michael von Faulhaber, der „Bischof von Speyer“, wird einen Tag nach den Beisetzungsfeierlichkeiten des verstorbenen „Erzbischofs von München und Freising“, Franziskus von Bettinger, in das „Kultusministerium“ gebeten. 

Dort eröffnet ihm „Kultusminister“ Eugen von Knilling, dass er ihn dem König als Nachfolger vorschlagen wird. 

26.05.1917 Die Kandidatur Michael von Faulhabers wird öffentlich verkündet

München * Die Ernennung Michael von Faulhabers zum Kandidaten für das Amt des „Erzbischofs von München und Freising“ wird amtlich verkündet. 

24.07.1917 Michael von Faulhaber wird „8. Erzbischof von München und Freising“

Vatikan * Michael von Faulhaber wird durch Papst Benedikt XV. zum „8. Erzbischof von München und Freising“ ernannt.

Zuvor hat „Nuntius“ Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., die „Eignung und Würdigkeit“ des Kandidaten festgestellt. 

28.07.1917 Offene Propaganda gegen die Glaubensbrüder der verfeindeten Nationen

München - Berlin * Der „Feldprobst der bayerischen Armee“, der Münchner „Erzbischof“ Michael von Faulhaber, schreibt an Kaiser Wilhelm II., dass „auch die Seelsorge mit dem Schwert des Geistes, das ist mit dem Wort Gottes, das heilige Recht unseres treuen Vaterlandes zu verteidigen und die Seelen zum höchsten Kraftaufgebot zu wecken bemüht war“.

Der deutsche Klerus hat sich damit in die Kriegsrhetorik eingefügt und betreibt offen Propaganda gegen die Glaubensbrüder der verfeindeten Nationen.

Faulhaber predigt den bayerischen Truppen. Und diese Rhetorik geht so:
„Ein Mann nach dem Herzen Gottes handelt nach dem Willen Gottes. Hat man einmal klar erkannt: ‚Das ist Gottes Wille, das ist meine Pflicht, bei dieser Fahne ist mein Platz‘, dann bleibt‘s dabei, heute und morgen und übermorgen“.

23.08.1917 Michael von Faulhaber verlässt Speyer

Speyer - München * Der designierte „Münchner Erzbischof“ Michael von Faulhaber verlässt Speyer und kommt am 30. August in München an. 

30.08.1917 Michael von Faulhaber trifft in München ein

München * Der designierte „Münchner Erzbischof“ Michael von Faulhaber trifft - von Speyer kommend - in München ein. 

03.09.1917 Michael von Faulhaber besetzt den „Münchner Bischofsstuhl“

München-Kreuzviertel * Die „Inthronisation“ des neuen „Erzbischofs von München-Freising“, also die „liturgische Einführung in sein Amt“ und die „rechtliche Besitzergreifung seiner Diözese“, erfolgt. 

Angesichts des Krieges verzichtet Michael von Faulhaber auf die sonst üblichen großen Feierlichkeiten sowie den Festzug durch die Stadt. Stattdessen fährt er direkt vom „Palais Holnstein“ zum „Dom“.
Äußeres Zeichen für die Besitzergreifung der „Erzdiözese“ durch den „Oberhirten“ ist die Übernahme der „Kathetra“ und des „Bischofsstabes“.  

Als Faulhaber seinen „Münchner Bischofsstuhl“ besetzt, ist er achtundvierzig Jahre alt.
Dreieinhalb turbulente Jahrzehnte übt er das Amt des „Erzbischofs von München und Freising“ aus.

Sie bringen das Ende der „Monarchie“ durch eine unblutige „Revolution“ und führen von der „Räterepublik“ über die „Weimarer Republik“ zur „nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ und schließlich zum mühsamen Wiederaufbau nach dem verlorenen „Zweiten Weltkrieg“

28.07.1918 König Ludwig III. und die Weihe der Pasinger Maria-Schutz-Pfarrkirche

Pasing * König Ludwig III. nimmt mitten im Krieg als Schirmherr an der Weihe der Pasinger Pfarrkirche Maria Schutz teil. Geweiht wird der Pasinger Dom, eine neuromanische Basilika, durch den Münchner Erzbischof Michael von Faulhaber.

Der Patrona Bavariae konnte die Kirche aber erst gewidmet werden, nachdem Papst Benedikt XV. am 26. April 1916 die besondere Beziehung zwischen dem Königreich Bayern und der Muttergottes auf König Ludwigs III. Bitten hin offiziell anerkannte und Maria zur „Patronin des Königreichs Bayern“ erhob. Bekanntlich half dies dem wenig beliebten Bayernkönig nur sehr wenig. 

11.11.1918 Erzbischof Faulhaber rät dem Nutius zur Flucht aus der Stadt

München * Erzbischof Michael von Faulhaber rät dem päpstlichen Nuntius Eugenio Pacelli die Stadt umgehend zu verlassen, da seine Person gefährdet sei. 

12.11.1918 Ein Erzbischöflicher Hirtenbrief an die Landbevölkerung

München * In einem Hirtenbrief an die Landgemeinden vertritt der Münchner Erzbischof Michael von Faulhaber folgende Auffassung:   

„Ohne unsere Grundsätze zu verleugnen, ohne ein politisches Neubekenntnis abzulegen, fühlen wir uns doch im Gewissen verpflichtet, auf dem Boden der gegebenen Tatsachen an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und an der Sicherstellung der Volksernährung mitzuarbeiten, um noch größere Übel von unserem Volke fernzuhalten“

15.11.1918 Kurt Eisners Regierungsprogramm

München * Die von der Regierung des Volksstaates Bayern veröffentlichte Kundgebung trägt unverkennbar die schwärmerisch-idealistische Handschrift von Kurt Eisner.

Der Aufruf „An das bayerische Volk“ mit seinen konkreten Hinweisen wird von den Zeitgenossen „wegen der realistischen Zustandsbeschreibung und der Ausgewogenheit der darin angekündigten Maßnahmen“ als offizielles Regierungsprogramm verstanden und findet selbst bei der bürgerlichen Presse positive Aufnahme.

Darin wird einerseits

  • die volle Freiheit der Religionsgesellschaften und die Ausübung ihres Kultus gewährleistet.
  • Andererseits fordert Eisner die gleiche Freiheit für die Schule wie für die Kirche.
  • Ein neues Volksschulgesetz mit fachmännischer Schulaufsicht wird darin angekündigt.
  • Das bedeutet die Beseitigung der geistlichen Schulaufsicht und damit die Ausschaltung des bisherigen starken kirchlichen Einflusses auf das Schulwesen.

Neu stellen sich auch die Fragen

  • der staatlichen Alimentierung,
  • der steuerlichen Behandlung und
  • dem öffentlich-rechtlichen Charakter der Kirche sowie
  • der Besetzung der Bischofsstühle und der Pfarreien
18.11.1918 Aufruf zum Inneren Widerstand gegen die neue Staatsform

München-Kreuzviertel * Michael von Faulhaber schreibt an den bayerischen Episkopat, womit die Gesamtheit der bayerischen Bischöfe gemeint ist, die Anregung für einen gemeinsamen Hirtenbrief.

In dem Schreiben gibt er zu bedenken, „daß ein gemeinsames Hirtenschreiben in dieser Stunde unserem Volk die Dankesschuld gegen das Haus Wittelsbach und König Ludwig III. in offener Sprache ohne Entschuldigung bei der neuen Regierung kundgeben [...] müßte.
[...] Der gestrige Thronverzicht war ein unverantwortlicher Mißgriff der alten Regierung“
.

Ohne dies klar zu äußern, fordert der Münchner Bischof seinen Klerus zum „Inneren Widerstand“ gegen die neue Staatsform auf.
Und als ihm immer klarer wird, dass er mit seinen Überzeugungen nicht die allgemeine Meinung vertritt, verlegt er sich zum offenen Kampf mit der „Regierung des Freistaats Bayern“, ohne seine eigenen ultrakonservativen Anschauungen infrage zu stellen. 

23.11.1918 Verhaltensmaßregelungen des Münchner Erzbischofs

München-Kreuzviertel * In einem von Erzbischof Michael von Faulhaber verfassten Grundsatzpapier fordert er seinen Klerus auf,

  • „jede positive Anerkennung der neuen Regierung in Bayern“ und
  • jeden direkten Kontakt mit dem neuen „Staatsminister für Unterricht und Kultus“, Johannes Hoffmann, „zu vermeiden“.  
  • „Der geistliche Stand kann und darf nicht daran denken, der tatsächlich bestehenden öffentlichen Gewalt gewalttätigen Widerstand entgegenzusetzen.  
  • Den öffentlichen Dank und den Abschiedsgruß an das Jahrhundertelang mit dem Bayernvolk verwurzelte Haus Wittelsbach und an die ehrwürdige Gestalt des Königs Ludwig III. müssen wir einem späteren Zeitpunkt vorbehalten“
18.12.1918 Die Protesterklärung der Bayerischen Bischofskonferenz

München * Der Münchner Erzbischof Michael von Faulhaber reagiert auf die „Verordnung, betreffend Beaufsichtigung der Volksschule“ vom 16. Dezember 1918 überraschend pragmatisch und ist sogar bereit, die Schulaufsicht kampflos aufzugeben. 

Auf der Bayerischen Bischofskonferenz erstellen die Bischöfe allerdings eine gemeinsame Protesterklärung gegen die schulpolitischen Maßnahmen der Revolutionsregierung.

Die Bischöfe beklagen darin die einseitige Verletzung des im Konkordat anerkannten Rechts und betonen die langjährige und treue Mitarbeit der Kirche im Erziehungswesen

30.12.1918 Radikale Forderungen der „Internationalen Kommunisten“

München * In den „Kolosseums-Bierhallen“ haben sich einige Hundert „Internationale Kommunisten“ versammelt.  

Sie fordern

  • die „Bewaffnung des revolutionären Proletariats“,  
  • die „Sabotierung der Nationalversammlungswahlen mit Handgranaten“,  
  • die „Lynchjustiz am Erzbischof von München“, Michael von Faulhaber,  
  • die „Aburteilung von Erhard Auer und Johannes Timm durch einen Staatsgerichtshof“,  
  • den „Kampf mit den Waffen der Gewalt, nicht mit geistigen Waffen, selbst auf die Gefahr eines Blutbades mit toten Frauen und Kindern“
31.12.1918 „Regierung Eisner“ als „Regierung von Jehovas Zorn“ bezeichnet

München-Kreuzviertel * In seiner „Silvesterpredigt“ bezeichnet Erzbischof Michael von Faulhaber die „Regierung Eisner“ als eine „Regierung von Jehovas Zorn“.

25.01.1919 Der obligatorische „Religionsunterricht“ wird abgeschafft

München-Kreuzviertel * Die „Revolutions-Regierung“ beseitigt den obligatorischen „Religionsunterricht“.   

  • Kinder dürfen demnach nicht mehr gegen den Willen der Erziehungsberechtigten zur Teilnahme am „Religionsunterricht“ und am „Gottesdienst“ angehalten werden. 
  • Zur „Freistellung vom Religionsunterricht“ genügt eine einfache Willenserklärung der Eltern. 
29.01.1919 Die Freisinger Erklärung der bayerischen Bischöfe

Freising * Für Bischof Michael von Faulhaber ist Johannes Hoffmann ein „ausgesprochener Kulturkämpfer und Kirchenhasser“

In ihrer „Freisinger Erklärung“ fassen die Bischöfe ihren „flammenden Protest“ zusammen und prangern in einem Hirtenbrief die Maßnahme als „Fehdehandschuh gegen den Herrn selbst“ an. 

Der „Hirtenbrief“ beginnt so:
„Herodes der Kindermörder ließ die unschuldigen Kinder von Bethlehem hinschlachten. 
Unbekümmert um das Weinen und Wehklagen der Mütter, unbekümmert um das Todeswimmern der sterbenden Kinder, ließ er an wehrlosen Kindern seine Wut aus, um mit ihnen den neugebornen König der Juden, den vermeintlichen Anwärter seines Thrones aus dem Weg zu schaffen“

In einer extrem polemischen und ehrverletzenden Art geht es weiter:
„Geliebte Erzdiözesanen!
Am letzten Montag ist im Volksstaate Bayern eine Verordnung ergangen, die vor dem Richterstuhl Gottes schwerer wiegt als der Blutbefehl des Herodes.
Durch eine Verordnung des Unterrichtsministers wurde der Religionsunterricht in allen bayerischen Schulen als Pflichtfach abgesetzt und als Wahlfach der Willkür der Eltern und Vormünder ausgeliefert“
.

21.02.1919 Viele glauben, dass Erzbischof Faulhaber hinter der „Bluttat“ steht

München-Kreuzviertel * Als „Ministerpräsident“ Kurt Eisner ganz in der Nähe des „Erzbischöflichen Palais“ von Anton Graf von Arco-Valley ermordet wird, glauben viele, dass Erzbischof Faulhaber hinter dieser „Bluttat“ steht. 

Das umso mehr, als er sich weigert, ein „Trauergeläut“ anzuordnen. 

Daraufhin stürmen die „Revolutionäre“ die „Sakristei der Frauenkirche“ und lassen die Glocken ertönen.

26.02.1919 Faulhaber: „Warum wird Eisner wie ein König begraben?“

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael von Faulhaber schreibt zu Kurt Eisners Beerdigung in sein Tagebuch: 

„Wenn die Monarchie abgeschafft, warum wird Eisner doch wieder wie ein König begraben, während Osel und die anderen einfach zugeschaufelt werden, ist das Demokratie?“

13.04.1919 Bewaffnete Soldaten dringen in das „Erzbischöfliche Palais“ ein

München * Fünf mit Handgranaten und Pistolen bewaffnete Soldaten, die sich als „Beauftragte der Militärpolizei“ ausgeben, dringen an diesem „Palmsonntag“, um 1:30 Uhr, in das „Erzbischöfliche Palais“ ein, um Michael von Faulhaber zu verhaften.  

Die Soldaten durchsuchen das ganze Gebäude, können den Kardinal aber nicht finden, weil sich dieser bereits seit dem 11. April in Freising aufhält. 

20.04.1919 Ein weiterer Verhaftungsversuch misslingt

München-Kreuzviertel * Ostersonntag: Ein weiterer Versuch Kardinal Michael von Faulhaber zu verhaften misslingt. 

28.04.1919 Kardinal Michael von Faulhaber verlässt München

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber verlässt München, um außerhalb Münchens „Firmungen“ vorzunehmen. 

Er kommt erst am 6. Mai wieder zurück. 

06.05.1919 Kardinal Michael von Faulhaber kommt wieder nach München zurück

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber kommt von seiner „Firmungsreise“ wieder nach München zurück. 

05.09.1919 Bayerns Bischöfe lehnen die demokratische „Weimarer Verfassung“ ab

München * Alle acht bayerischen Bischöfe lehnen die demokratische „Weimarer Verfassung“ ab.

„Halte sich wenigsten der Priesterstand das Gewissen rein und frei gegenüber einer Republik und ihrer Verfassung, die aus der Sünde der Revolution und damit aus dem Fluche geboren sind und diesen Fluch bis in das dritte und vierte Geschlecht vererben werden“

31.10.1920 Kardinal Michael von Faulhaber segnet die „St.-Wolfgangs-Pfarrkirche“

München-Au * Kardinal Michael von Faulhaber nimmt die Einsegnung der neuen „St.-Wolfgangs-Pfarrkirche“ an der Balanstraße in der Hochau vor. 

04.11.1920 Erzbischof Michael von Faulhaber soll „Kardinal“ werden

München - Vatikan * Führende Politiker der „Bayerischen Volkspartei“ richten ein Schreiben an die „Regierung des Freistaats Bayern“, in dem sie sich für die Ernennung des „Erzbischofs von München und Freising“ zum „Kardinal“ aussprechen. 

„Ministerpräsident“ Gustav von Kahr übermittelt das Schreiben nach Rom. 

07.03.1921 Michael von Faulhaber wird zum „Kardinal“ erhoben

Vatikan * Michael von Faulhaber, der Erzbischof von München-Freising, wird durch Papst Benedikt XV. in Rom in das „Kardinalskollegium“ aufgenommen.

20.03.1921 „Kardinal“ Michael von Faulhaber wieder in München

Vatikan - München * Der frisch ernannte „Kardinal“ Michael von Faulhaber kommt in seine „Erzdiözese“ zurück und wird von zahlreichen Gläubigen, Persönlichkeiten und „Studentenverbindungen“ empfangen.

18.10.1921 Ex-König Ludwig III. stirbt in seinem ungarischen Exil Sárvár

Sárvár * Der abgesetzte König Ludwig III. stirbt in seinem ungarischen Exil Sárvár an den Folgen einer Lungenentzündung. 

Der Tod und die Rückkehr der sterblichen Hülle des alten Königs wird von ultrakonservativen Kreisen zur politischen Demonstration hochstilisiert.
Da für die
„Bayerische Staatsregierung“ ein „Staatsbegräbnis“ nicht in Frage kommt, stellt sich Gustav von Kahr als Privatperson für die Organisation der Feierlichkeiten zur Verfügung. 

Kahr verfolgt zielgerichtet sein Anliegen, bei den Trauerzeremonien die „Kraft des monarchischen Gedankens“ herauszustellen.  
Die geplanten Beisetzungsfeierlichkeiten für den abgesetzten König sollen eine
„Antwort auf den Trauerzug für den Revolutionär Kurt Eisner“ werden, der sich am 26. Februar 1919 mit nahezu 100.000 Menschen durch die Straßen Münchens bewegt hatte. 
Es sollte eine „Trauerfeier werden, wie sie München und Deutschland noch nie gesehen haben, ein Akt treuer Huldigung, aber auch Abbitte für das dem König angetane große Unrecht“

05.11.1921 Trauerzeremonie für das Königspaar

München * Von der „Ludwigskirche“ aus führt der Weg des Trauerzugs für das tote Königspaar - über den Karolinenplatz und Königsplatz - zur „Frauenkirche“.  

Am „Trauerzug“ beteiligen sich 40.000 Personen, darunter eine große Anzahl staatlicher Beamte und Angestellte, die eigens aus den acht „Regierungsbezirken“ herangekarrt worden sind.
Der „Trauerzug“ vermittelt den Eindruck, als wären die alten Zeiten wieder zurückgekehrt und als hätte sich seit der Thronbesteigung Ludwigs III. im Jahr 1912 nichts entscheidendes geändert. 

Der „Prunk-Leichenwagen“ des Königs und der Wagen mit dem Sarg der Königin werden jeweils von sechs Pferden gezogen, die mit schwarzen, mit Kronen geschmückten Schabracken bedeckt sind. Zehntausende Zuschauer säumen den Weg. 

Da Münchens SPD-Bürgermeister Eduard Schmid verfügt hat, dass „die städtischen Ämter und Betriebe am Tag der Beisetzung grundsätzlich in vollem Umfange arbeiten“ müssen, müssen städtische Beamte für die „Teilnahme am Trauerzug“ eigens einen Urlaubstag opfern. 

Bei seiner „Traueransprache“ erneuert der erstgeborene Sohn Ludwigs III., „Kronprinz“ Rupprecht von Bayern, den Anspruch der Wittelsbacher auf die bayerische Krone. 

Doch die Befürchtungen der konservativen bayerischen Staatsregierung, dass die Trauerzeremonie mit der Proklamation Rupprechts zum neuen König von Bayern enden würde, erfüllen sich nicht, da sowohl der „Kronprinz“ als auch der „Regierungspräsident“ Gustav von Kahr den Zeitpunkt für noch nicht geeignet halten.

Anders die Kirche - und allen voran Kardinal Michael von Faulhaber.
Er fühlt sich aufgefordert mit der Revolution abzurechnen.  

Der hohe katholische Kleriker steht als Garant für das „Gottesgnadentum“ der angestammten Herrscher und für eine auf das christliche Herrschaftsverständnis gegründete Regierung. 

In seiner Trauerrede sagt „Kardinal“ Faulhaber in Anspielung auf die Hunger- und Friedensdemonstrationen vor und die revolutionären Veranstaltungen nach Kriegsende, besonders aber auf die Beisetzungsfeierlichkeiten für den ermordeten ersten demokratischen bayerischen „Ministerpräsidenten“ Kurt Eisner:  
„Die heutige Trauerfeier hebt sich durch die kirchliche Weihe himmelhoch hinauf über alles Trauertheater, das auf dem Straßenpflaster von München jemals gewesen ist“

Ausführlich hebt Faulhaber hervor, dass Ludwig III. „kein König von Volkes Gnaden“, sondern ein „König von Gottes Gnaden“ gewesen sei. 

Der monarchistische und antidemokratische Kirchenvertreter verurteilt die Revolution, indem er sagt: „Könige von Volkes Gnaden sind keine Gnade für das Volk, und wo das Volk sein eigener König ist, wird es über kurz oder lang sein eigener Totengräber“.  

Dieser Satz lässt den Kardinal am Ende des Zweiten Weltkrieges prophetisch erscheinen.
Ein größerer zeitlicher Abstand zeigt aber die Untauglichkeit solcher Ängste erzeugender Geschichtsverklärungen. 

28.11.1921 Pater Rupert Mayer wird „Präses der Marianischen Männerkongregation“

München-Kreuzviertel * Pater Rupert Mayer wird durch Kardinal Michael von Faulhaber zum „Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal in München“ ernannt. 

Unter seiner Leitung steigt die Mitgliederzahl auf 7.000 an. 

27.08.1922 Der „Deutsche Katholikentag“ in München wird eröffnet

München - München-Maxvorstadt * Der „Deutsche Katholikentag“ in München wird eröffnet.

Für die anreisenden Zehntausenden von Gläubigen wird ein großer „Festgottesdienst“ auf dem „Königsplatz“ abgehalten, bei dem sich die „katholische Kirche“ mit eindrucksvollem Gepränge darstellt. 

Die Straßen der Stadt sind mit Fahnen geschmückt, nur das „Schwarz-Rot-Gold“ der „Weimarer Republik“ ist demonstrativ vergessen worden.

Kardinal Michael von Faulhaber enthält sich bei dieser zur „politischen Kundgebung“ umgestalteten Veranstaltung weder politischer noch „demokratiefeindlicher Äußerungen“ und ruft in seiner Ansprache zum Kampf der Kirche gegen den Staat auf:

„Wehe dem Staat,

  • der seine Rechtsordnung und Gesetzgebung nicht auf den Boden der Gebote Gottes stellt,
  • der eine Verfassung schafft ohne den Namen Gottes,
  • der die Rechte der Eltern in seinem Schulgesetz nicht kennt,
  • der die Theaterseuche und die Kinoseuche nicht fernhält von seinem Volk,
  • der Gesetze gibt, die die Ehescheidung erleichtern,
  • die die uneheliche Mutterschaft in Schutz nehmen“.

Diesem Satz folgt ein - von den dicht gedrängten Besuchern stürmisch bejubelter - rhetorischer Tiefschlag gegen die „Republik“ und ihrer Gründer:
„Die Revolution war Meineid und Hochverrat und bleibt in der Geschichte erblich belastet und mit dem Kainsmal gezeichnet“.

Diese Worte wirken, wie Faulhaber später einmal recht zufrieden feststellt, wie eine Bombe. 

Der „Kardinal“ versagt sich damit wieder einmal - mit seiner ganzen Autorität und in der Öffentlichkeit - der „Weimarer Republik“ und bereitet damit - ohne das möglicherweise direkt zu beabsichtigen - Adolf Hitler den Weg. 

Schon damals stellt die sozialdemokratische „Münchener Post“ unter der Überschrift „Wohin des Wegs, Herr Kardinal?“ fest:  
„Seine Ansichten sind ein Beweis für den Machthunger der römischen Kirche und ihres Klerus, die nicht mit dem Staat in Frieden und Verträglichkeit zusammenleben, sondern ihn um jeden Preis beherrschen wollen.“  

Die in Anwesenheit der Spitzen von Kirche, Staat und Gesellschaft gemachten Aussagen des „Kardinals“ führen allerdings auch zu einem „weltweit hallenden Eklat“ und veranlasst die - konservative - „Reichsregierung“, sich bei Papst Pius XI. zu beschweren.  

Damit, dass sich ein Widerstand derjenigen Katholiken formiert, die im neuen Staat ehrlich mitarbeiten wollen, hat Faulhaber nicht gerechnet. 

30.08.1922 Konrad Adenauer widerspricht „Kardinal“ Michael von Faulhaber

München * Der „Präsident des Katholikentages“, der damalige „Kölner Oberbürgermeister“ Konrad Adenauer, widerspricht „Kardinal“ Michael von Faulhaber zwar erst drei Tage später, verwahrt sich aber immerhin öffentlich gegen diese Aussagen: 

„Es sind hie und da Äußerungen gefallen, die man sich aus Verhältnissen örtlicher Natur erklären kann, hinter denen aber die Gesamtheit der deutschen Katholiken nicht steht. [...]
Es verrät Mangel an historischem Blick, die heutige Verfassung verantwortlich zu machen für die heutigen Zustände“

Denn, so Adenauer weiter: „Wenn im Herbste der Wind die Blätter von den Bäumen fegt, so ist der Wind nur der Anstoß, denn die Blätter waren alt und müde, und wenn der Sturm Äste und Bäume bricht, so war der Sturm bloß der Anstoß, denn die Bäume und Äste waren alt, denn wären sie nicht morsch und lebensschwach gewesen, so hätten sie den Sturm überdauert“.  

Und der Rheinländer setzte noch einen drauf, als er sagte: „Wie ich an das Walten einer Gerechtigkeit glaube, so glaube ich auch daran, daß etwas, was gut und stark ist, nicht untergehen kann“.  

Jetzt wird „Kardinal“ Faulhaber richtig zornig.
„Herr Oberbürgermeister“, herrscht der „Münchner Erzbischof“ den späteren „Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland“ wie einen Schuljungen an: „Sie haben unserem König nicht die schuldige Achtung erwiesen“.  

In einer Denkschrift hält Konrad Adenauer die Gefährlichkeit der Haltung und Auffassung des „Kardinals“ in aller Deutlichkeit fest:
„Die Haltung des Kardinals Faulhaber ist unverträglich mit den Interessen des deutschen Katholizismus.
Er muß entweder eine grundsätzliche Schwenkung einnehmen oder dazu angehalten werden, sich jeder politischen Betätigung auf das Strikteste zu enthalten“

19.09.1922 Faulhaber verhindert Ordensverleihung an Adenauer

München-Kreuzviertel - Rom-Vatikan„Kardinal“ Michael von Faulhaber schreibt an den „Unterstaatssekretär im Vatikan“, Giuseppe Pizzardo, über die öffentliche Auseinandersetzung mit Konrad Adenauer: 

„Er behauptete, die Revolution sei „organisch“ geworden, die gestürzten Herrscherhäuser seinen morsche Bäume gewesen, „der deutsche Katholizismus“ sei auf das deutsche Vaterland angewiesen. [...]  
Ich bitte darum Eure Exzellenz, es möge keine päpstliche Kundgebung erfolgen, die von den Katholiken als Zustimmung zur Politik des Zentrums und zu einer Koalition mit der Sozialdemokratie ausgelegt werden könnte.
Präsident Adenauer wird die päpstliche Auszeichnung, die früher für den Präsidenten üblich war, nicht erhalten können“
.  

Damit verhindert „Kardinal“ Faulhaber, dass Konrad Adenauer den sonst üblichen „päpstlichen Orden“ bekommt.  

In einer eigenwilligen Rechtfertigung gegenüber dem „bayerischen Gesandten beim Vatikan“ schreibt Faulhaber am selben Tag:  
„[...] Damit habe ich nicht die Verfassung von Weimar und die republikanische Staatsform an sich verurteilt; denn eine Verfassung kann rechtmäßig zustandegekommen sein, ohne daß dadurch die vorausgehende Revolution legitimiert wird.
Ein unehelich Geborener kann ein ordentlicher Mensch werden, ohne daß damit die uneheliche Mutterschaft als solche Rechtsdasein erhält“

06.11.1923 Kardinal Faulhaber verweigert sich gegenüber „Reichskanzler“ Stresemann

Kreuzviertel * Michael von Faulhaber, der seit dem Kriegsende nicht müde wird zu betonen, dass die Ausschaltung der Kirchen aus dem öffentlichen Leben Anstand, Sitte, öffentliche Moral und Autoritätsglauben untergraben, verweigert sich aber gegenüber dem „Reichskanzler“ Gustav Stresemann, als ihn dieser im Oktober 1923 bittet, „sich in den Dienst der Sache der sittlichen Wiedergeburt zu stellen“

Zwei Tage vor dem sogenannten „Hitler-Putsch“ teilt ihm der „Kardinal“ mit, dass er für eine Mitarbeit „aus gesundheitlichen Gründen und aus kirchenrechtlichen Bedenken“ nicht zur Verfügung steht.

Ansonsten meint er aber, „daß die Kirche es als eine Gewissenspflicht empfindet, an der sittlichen Wiedergeburt des Volkes, im Besonderen an dem Abbau der Kritiksucht und an der Pflege des Autoritätssinnes, an dem Abbau- der Selbstsucht und an der Pflege des Opfersinnes nach Kräften mitzuarbeiten.“  

Weitere allgemein gehaltene und nicht zur Problemlösung beitragende Floskeln folgen. 

29.03.1924 Das „bayerische Konkordat“ - ein Staatsvertrag

München * Durch die „Revolution“ und der damit verbundenen veränderten Staatsform wird dem „Staatskirchentum“ das Fundament entzogen. 

Deshalb versucht die katholische Kirche seit dem Jahr 1920 vergeblich, einen „Staatsvertrag“ - ein „Konkordat“ - mit den Vertretern der „Weimarer Republik“ zu schließen, mit dem ihre Stellung im Staat fest definiert wird.

Nachdem sich dieser Weg so nicht realisieren lässt, beginnt der „päpstliche Nuntius“ in München, Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., gemeinsam mit „Kardinal“ Michael von Faulhaber, mit dem republikanischen „Freistaat Bayern“ ein „Konkordat“ abzuschließen.

Das bayerische „Konkordat“

  • sichert der Kirche nach Außen den „Schutz durch den Staat“ zu und
  • gibt ihr gleichzeitig die „völlige Unabhängigkeit nach Innen“.
  • Die „Ernennung und Abberufung von Professoren“ an den „theologischen Fakultäten der Universitäten“ und der „Religionslehrer an den höheren Schulen“ obliegen nun allein den Bischöfen, die wiederum nur vom Papst ernannt werden.
  • Der „Religionsunterricht“ wird zum „Hauptfach“ an den Schulen erklärt und die „Bekenntnisschule zur Regelschule“ gemacht.  
  • „Schulgebet und Schulgottesdienste“ werden staatsrechtlich abgesichert.
  • Weiter wird festgelegt, dass der „Freistaat Bayern“ feste Beträge an die Kirche abzutreten und bei finanziellen Notlagen die Kirche zu unterstützen hat.
  • Der Steuerzahler finanziert die Gehälter und Wohnungen der Geistlichen, ihre Ruhestandsgelder, Gebäude usw.  
  • Die katholische Kirche in Bayern lässt sich ihre Ausgaben zu einem großen Teil vom Staat zahlen, ohne gleichzeitig dessen Kontrolle dulden zu müssen. Dazu wird die „Kirchensteuer“ festgeschrieben.  

Das „bayerische Konkordat“ hat Vorbildfunktion für weitere Abkommen zwischen Staat und Kirche. 

09.09.1930 „Brandbrief“ an Kardinal Michael von Faulhaber und die „Bischofskonferenz“

München * Pater Rupert Mayer schreibt einen Brief an Kardinal Michael Faulhaber und die „Bischofskonferenz“, in dem sich der „Jesuit“ wiefolgt äußert: 

„Die völkischen Hetzereien können wir uns nicht groß genug vorstellen.
So herrscht in unserem katholischen Volk eine beispielslose Verwirrung. 

Unbegreiflich, aber wahr ist es, daß der Hitlerschwindel wieder die weitesten, auch katholischen Volkskreise erfasst hat“.

18.11.1930 Die Bischöfe beschäftigen sich mit dem Nationalsozialismus

München * Die „Bischöfe“ beschäftigen sich in einer „Diözesansynode“ auch mit dem „Nationalsozialismus“

„Domdekan“ Prälat Dr. Anton Scharnagl referiert über dieses Thema. Seine Ausführungen beginnen mit den Worten:
„Der Nationalsozialismus ist politische Partei und Weltanschauung zugleich“ und kommt zum Ergebnis, dass der „Nationalsozialismus“ mit den Aussagen der „katholischen Glaubenslehre“ unvereinbar sei.

Dr. Scharnagl begründet danach seine Thesen mit den

  • von den Nationalsozialisten propagierten „germanischen Christentums“,
  • der „Ablehnung des Alten Testaments“,
  • der „Forderung nach einer deutschen Volkskirche“,
  • die „Ablehnung der Bekenntnisschule“ und
  • einer „rassisch definierten Sittlichkeit“, die die „kinderlose Frau“ als „minderwertiges Mitglied der Volksgemeinschaft“ betrachtet. 

In den angefügten Feststellungen wird der Sachverhalt in nie mehr wiederholter Deutlichkeit schließlich auf den Punkt gebracht: „Der Nationalsozialismus ist eine Häresie und mit der christlichen Weltanschauung nicht in Einklang zu bringen“.  

Das im Februar 1931 veröffentlichte „Amtsblatt Nr. 4“ schwächt allerdings entscheidende Passagen bereits wieder ab. 

05.03.1933 Die gemeinsamen Feinde der katholischen Kirche und der NSDAP

München-Kreuzviertel - München-Maxvorstadt * In ihrer unbedingten Gegnerschaft zum „Bolschewismus“ und zur „Freidenker- und Gottlosenbewegung“ sind sich katholische Kirche und NSDAP einig. 

In einem Schreiben teilt „Kardinal“ Michael von Faulhaber dem „päpstlichen Nuntius“ Alberto Vassallo di Torregrossa mit: 
„Verbot auf die gesamte kommunistische Propaganda und auf die sozialdemokratischen Freidenkerverbände ausgedehnt, die ebenso radikal wie die eigentlichen Proletarier gegen christlichen Glauben und christliche Sitte wüteten. [...]
Sicher müssen neben den staatlichen Gewaltmitteln heute die kirchlichen Kräfte neu erweckt werden, um den Vormarsch des russischen Bolschewismus zum Weltbolschewismus in Deutschland aufzuhalten“
.

24.03.1933 Faulhaber: Mehr Toleranz gegenüber der neuen Regierung

München * „Kardinal“ Michael von Faulhaber fordert seine bayerischen Amtsbrüder auf, „trotz allem mehr Toleranz gegen die neue Regierung zu üben, die heute nicht bloß im Besitz der Macht ist, was unsere Grundsätze nicht umstoßen könnte, sondern rechtmäßig wie noch keine Revolutionspartei in den Besitz der Macht gelangte“

30.03.1933 Faulhaber rechtfertigt die Ausschreitungen gegen die Juden

München-Kreuzviertel - Chicago * Der „Münchner Erzbischof“ Michael von Faulhaber rechtfertigt die „Ausschreitungen gegen die Juden“ und schreibt dazu seinem „Amtsbruder“ George Mundelein nach Chicago: 

„Die unwahren Berichte über blutige Greueltaten in Deutschland, die in amerikanischen und anderen ausländischen Zeitungen erschienen sind, und die Angriffe gegen die neue Regierung in Deutschland wegen ihres Kampfes gegen den Kommunismus, haben die deutsche Regierung veranlaßt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und vom 1. April ab den Boykott gegen alle jüdischen Geschäfte mit aller Strenge durchzuführen“.

05.04.1933 Ärger über einen Artikel gegen den „Judenboykott“

München-Kreuzviertel * Der Geistliche Dr. Alois Wurm, der gleichzeitig Herausgeber der Monatsschrift „Seele“ ist, wendet sich an „Kardinal“ Michael von Faulhaber. 

Wurm hat einen Artikel gegen den „Judenboykott“ an eine bayerische Zeitung geschrieben, diese den aber nicht abgedruckt. 

Aus diesem Grund appelliert der Priester an Faulhaber, in der katholischen Presse zur Orientierung der Katholiken klare Aussagen zum Vorgehen gegen die Juden zu machen.
Schließlich, so Wurm weiter, sei es mit der katholischen Lehre nicht vereinbar, wenn ein Mensch unschuldig, nur wegen seiner Rasse gehasst oder verfolgt werde.

Scheinbar war dem „Kardinal“ der Ton des Geistlichen zu fordernd.
Jedenfalls reagiert Michael von Faulhaber sehr ungehalten auf diesen Brief. 

08.04.1933 Faulhaber erklärt sich als nicht zuständig für die Juden

München-Kreuzviertel * In seinem Antwortschreiben an den Geistlichen Dr. Alois Wurm erklärt sich „Kardinal“ Michael von Faulhaber gleich im ersten Satz als nicht zuständig, sich für Juden einzusetzen und fordert im Gegenzug Dr. Wurm zum Handeln auf. 

Natürlich findet auch er, dass „dieses Vorgehen gegen die Juden [...] derart unchristlich [ist], daß jeder Christ, nicht bloß jeder Priester, dagegen auftreten müsste“

Aus Faulhabers Sicht bestehen aber für die „kirchlichen Oberbehörden [...] weit wichtigere Gegenwartsfragen; denn Schule, der Weiterbestand der katholischen Vereine, Sterilisierung sind für das Christentum in unserer Heimat noch wichtiger, zumal man annehmen darf, und zum Teil schon erlebte, daß die Juden sich selber helfen können, daß wir also keinen Grund haben, der Regierung einen Grund zu geben, um die Judenhetze in eine Jesuitenhetze umzubiegen. 

Ich bekomme von verschiedenen Seiten die Anfrage, warum die Kirche nichts gegen die Judenverfolgung tue.
Ich bin darüber befremdet; denn bei einer Hetze gegen die Katholiken oder gegen den Bischof hat kein Mensch gefragt, was man gegen diese Hetze tun könne.
Das ist und bleibt das Geheimnis der Passion“

05.05.1933 Ein „Hirtenbrief“ der bayerischen Bischöfe

München-Kreuzviertel - Bayern * Angeblich wollte „Kardinal“ Michael von Faulhaber das „Unrecht gegen die Juden“ in seinem „Hirtenbrief“ vom 5. Mai ansprechen, wird aber von den anderen Bischöfen davon abgehalten.

In dem „Hirtenbrief“ der bayerischen Bischöfe heißt es jetzt:
„Unsere jetzige Reichsregierung hat sich große und schwierige Aufgaben gestellt; sie will das deutsche Volk, das an den Folgen des verlorenen Weltkrieges und der Revolution so unsäglich viel leidet, wieder zur früheren Höhe emporführen durch eine geistige, sittliche und wirtschaftliche Erneuerung. [...] 

Daher rufen wir Bischöfe in tiefer Liebe zu unserem armen Vaterlande, [...] den Blick nicht mehr zu richten auf die Vergangenheit, nicht auf das zu sehen, was uns trennt, sondern auf das, was uns eint, daher einander die Hand zu reichen und in hochherziger Opferwilligkeit die vereinten Kräfte einzusetzen, um der furchtbaren Not, dem immer weiter fortschreitenden Niedergang und dem unseligen Unfrieden Einhalt zu bieten. [...]  

Der Wiederaufbau unseres Volks- und Staatslebens muß zur Grundlage haben die ewigen, unantastbaren Gesetze des christlichen Glaubens, der christlichen Sitte, der christlichen Gerechtigkeit und des sozialen Friedens.
Es verdient aufrichtigen Dank, daß der höchste Vertreter der Reichsregierung in feierlicher Stunde erklärte, das Werk der Wiedererneuerung unseres Volkes auf den Felsengrund des christlichen Glaubens stellen und freundschaftliche Beziehungen zur Kirche pflegen zu wollen.  [...]  

Wir sind dankbar für die Erklärung des Reichskanzlers, daß die Rechte der Kirchen nicht geschmälert, ihre Stellung zum Staate nicht geändert werden wird“.

03.12.1933 Michael von Faulhabers „Adventspredigt“ in der „Michaelskirche“

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael von Faulhaber hält seine „Adventspredigt“ in der „Michaelskirche“.

Darin weist er darauf hin, dass sich in der „deutschen Kultur“ seit dem frühen Mittelalter zahlreiche Einflüsse aus dem „Alten Testament“, also aus der „jüdischen Kultur“, finden:
„Im Besonderen verdanken die menschliche Kultur und christliche Religion dem Alten Testament einen reinen und erhabenen Gottesgedanken“.
Und weiter: „Wir müßten unsere deutschen Klassiker Lügen strafen, wollten wir das Alte Testament mißachten und aus den Schulen und Volksbüchereien verbannen. Wir müßten die Geistesgeschichte unseres Volkes verleugnen.“

Über die Juden sagt er: „Bei keinem anderen Volk findet sich eine solche Schriftenreihe, worin so klar, so bestimmt, so einheitlich die Grundwahrheiten des religiösen Lebens dargeboten werden.“  

Diese und noch andere Worte des Respekts machte er zunichte mit den dann kommenden Sätzen:
„Nach dem Tode Christi wurde Israel aus der Offenbarung entlassen.
Sie hatten die Stunde der Heimsuchung nicht erkannt.
Sie hatten den Gesalbten des Herrn verleugnet und verworfen, zur Stadt hinausgeführt und ans Kreuz geschlagen.
Damals zerriß der Vorhang im Tempel auf Sion und damit der Bund zwischen dem Herrn und seinem Volk.
Die Tochter Sion erhielt den Scheidebrief, und seitdem wandert der ewige Ahasver ruhelos über die Erde“

Mit solchen Schuldzuweisungen und Verleumdungen geht es weiter.
Faulhaber spricht immer wieder von den „Israeliten“, auf denen der Zorn Gottes ruhe.

Solche Worte sind in „normalen Zeiten“ schon bedenklich.
In Zeiten, in denen staatlich verordnete „Judenschelte“ und „Boykottmaßnahmen“ an der Tagesordnung, in denen Verhaftungen, Beschimpfungen, ja sogar Morde nichts Außergewöhnliches sind, verschlimmern solche Worte die Situation nur noch. 

06.01.1934 Kardinal Faulhaber verteidigt Adolf Hitler

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber wird nicht müde, Adolf Hitler gegen Angriffe zu verteidigen. „Ich betone wiederholt: Der Reichskanzler will Christentum, man kann nicht sagen, er will Heidentum“

30.01.1934 Bischöflicher Fahnenschmuck zum Jahrestag der Machtübernahme

München-Kreuzviertel * Am ersten Jahrestag der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten lässt Kardinal Michael von Faulhaber das Erzbischöfliche Palais mit Fahnen schmücken.

In sein Tagebuch schreibt er: „Die Übernahme war legal, also feiern“

26.03.1934 Kardinal Faulhaber nimmt Hitler erneut in Schutz

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt: „Ich nehme Hitler in Schutz, dass er guten Willen und staatsmännische Fähigkeiten habe“

10.07.1934 Kardinal Faulhaber traut den Eisner-Mörder

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber traut den Kurt-Eisner-Mörder Anton Graf von Arco auf Valley mit Gabrielle Gräfin von Arco-Zinneberg in der Dreifaligkeitskirche.

Arco hatte den Gründer des Freistaats Bayern am 21. Februar 1919 hinterrücks ermordet, war zunächst zum Tode verurteilt, aber am nächsten Tag zu lebenslänglicher Festungshaft begnadigt worden. Nach fünf Jahren wurde er aus der Haft entlassen.

Anton Graf von Arco auf Valley war durch seine Tat in monarchistischen und konservativen Kreisen hoch angesehen. Deshalb ist es dem Münchner Erzbischof und Kardinal ein persönliches Anliegen, die Trauung durchzuführen. 

24.07.1934 Faulhaber: „Gott erhalte unseren Reichskanzler“

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt an Adolf Hitler:

„Was die alten Parlamente und Parteien in sechzig Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. […] 
Uns kommt es aufrichtig aus der Seele: Gott erhalte unseren Reichskanzler“

07.06.1936 Ein Vaterunser für das Leben des Führers

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael Faulhaber schließt seine Predigt in der Münchner „Frauenkirche“ mit den Worten: 

„Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben des Führers“.  

04.11.1936 Faulhabers Unterredung mit Adolf Hitler

Obersalzberg * „Kardinal“ Michael von Faulhaber ist ein Leben lang stolz auf seine Aussagen vom „Deutschen Katholikentag“

Er brüstet sich sogar damit noch bei seiner - problematischen - dreistündigen Unterredung mit Adolf Hitler auf dem „Obersalzberg“:
„1922 habe ich den marxistischen Umsturz von 1918 und 1919 als ‚Meineid und Hochverrat‘ bezeichnet und trotz aller Bedrohungen das Wort nicht zurückgenommen“.

Nach seinem selbst verfassten Protokoll trat er Adolf Hitler mit folgenden Worten gegenüber:
„Sie sind als das Oberhaupt des Deutschen Reiches für uns gottgewollte Autorität, rechtmäßige Obrigkeit, der wir im Gewissen Ehrfurcht und Gehorsamkeit schulden“.

24.11.1936 Faulhaber berichtet über die „Harmonie am Obersalzberg“

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael von Faulhaber erstattet seinen „Amtsbrüdern“ auf der „Bayerischen Bischofskonferenz“ Bericht über das Treffen mit Adolf Hitler und schwärmt ihnen von der „Harmonie am Obersalzberg“ vor.

Daraufhin beschließen sie, ihre „loyale und positive Einstellung gegenüber der heutigen Staatsform und gegenüber dem Führer zum Ausdruck zu bringen“.

30.12.1936 Faulhabers Unterstützung im Abwehrkampf gegen den Bolschewismus

München-Kreuzviertel * In dem von „Kardinal“ Michael von Faulhaber selbst verfassten „Hirtenbrief“ schreibt er: 

  • „Der Führer möge versichert sein, dass wir Bischöfe ihn in seinem weltgeschichtlichen Abwehrkampf gegen den Bolschewismus mit moralischen Mitteln in jeder Weise unterstützen“
14.02.1937 Mit dem Konkordat der Nazi-Regierung das Vertrauen ausgesprochen

München-Kreuzviertel * In einer Predigt in der „Michaelskirche“ schätzt „Kardinal“ Michael von Faulhaber den Konkordatsabschluss folgendermaßen ein:   

„Zu einer Zeit da die Oberhäupter der Weltreiche in kühler Reserve und mehr oder minder voll Mißtrauen dem neuen Deutschen Reiche gegenüberstanden, hat die katholische Kirche, die höchste sittliche Macht auf Erden, mit dem Konkordat der neuen deutschen Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen“

Für das Ansehen der nationalsozialistischen Regierung im Ausland war diese Aussage eine Tat von unschätzbarer Tragweite. 

08.11.1939 Faulhaber beglückwünscht Hitler zu seiner „glücklichen Rettung“

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael von Faulhaber schreibt nach dem Attentat von Georg Elser auf Adolf Hitler im „Bürgerbräukeller“ diesem ein Telegramm und beglückwünscht ihn zu seiner „glücklichen Rettung“

Zudem bittet er Gott, „er möge auch ferner seinen schützenden Arm über Sie halten“

26.08.1944 Faulhabers „Treueverhältnis gegenüber dem Führer“

München-Kreuzviertel * Das „Attentat vom 20. Juli 1944“ bezeichnet „Kardinal“ Michael von Faulhaber als „furchtbares Verbrechen“

In seiner Vernehmung vom 26. August „überschlug er sich geradezu in der Ablehnung und Verurteilung des Anschlags [...] und in seinem Treueverhältnis gegenüber dem Führer“.

28.05.1945 Fritz Schäffer wird von den Amerikanern als „Ministerpräsident“ eingesetzt

München * Als erster „Bayerischer Ministerpräsident“ wird auf Vorschlag von Kardinal Michael von Faulhaber der vorletzte Vorsitzende der „Bayerischen Volkspartei - BVP“, Fritz Schäffer, von den Amerikanern eingesetzt. 

Die Amerikaner haben den „Kardinal“ gebeten, ihnen einen geeigneten Mann für dieses Amt zu nennen. 

Fritz Schäffer gehört zu den Gründern der „Christlich-Sozialen Union“, die sich als Nachfolgerin der katholischen „Bayerischen Volkspartei“ versteht.
Mit der „CSU“ erhält die Kirche eine politische Organisation, die ihre Belange durchsetzen hilft.

Der „Verbindungsmann“ zwischen Kirche und Partei ist Prälat Georg Meixner, der als „Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses der CSU“ fungiert. 

08.11.1945 „Kardinal“ Faulhaber weiht die „Mariensäule“ neu ein

München-Graggenau * „Kardinal“ Michael von Faulhaber weiht die „Mariensäule“ am Marienplatz neu ein. 

23.02.1946 Adenauer: „Die Bischöfe hätten viel verhindern können

Bonn * Konrad Adenauer, ein entschiedener „Katholik“ und späterer „Bundeskanzler“ der Bundesrepublik Deutschland, schreibt an Pastor Bernhard Custodis in Bonn über die „Bischöfe im Dritten Reich“ die nachfolgenden Zeilen: 

„Ich glaube, dass, wenn die Bischöfe alle miteinander an einem bestimmten Tage öffentlich von den Kanzeln aus dagegen Stellung genommen hätten, sie vieles hätten verhüten können.
Das ist nicht geschehen und dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn die Bischöfe dadurch ins Gefängnis oder in Konzentrationslager gekommen wären, so wäre das keine Schande, im Gegenteil.
Alles das ist nicht geschehen und darum schweigt man besser“
.

15.05.1947 Kardinal Michael von Faulhaber weiht die „St.-Wolfgangs-Notkirche“

München-Au * Kardinal Michael von Faulhaber weiht die „St.-Wolfgangs-Notkirche“ für die Pfarrei ein, die die Brüder der „Salesianer Don Boscos“ übernommen haben. 

05.03.1949 Michael von Faulhaber erhält die Münchner „Ehrenbürgerschaft“

München * Die bayerische Landeshauptstadt München verleiht „Kardinal“ Michael von Faulhaber aus Anlass seines achtzigsten Geburtstags die „Ehrenbürgerschaft“

Schon damals sprechen alle vom Widerstand des „Erzbischofs von München und Freising“.
Und „Landtagspräsident“ Hörlacher von der „CSU“ schwärmt in seiner Rede vor den Abgeordneten sogar von Michael von Faulhabers „immerwährenden Eintreten für den Völkerfrieden“

26.06.1950 Kardinal Faulhaber leitet die „Seligsprechung“ von Rupert Mayer ein

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber eröffnet den „Diözesanen Informationsprozess für die Seligsprechung“ von Pater Rupert Mayer.

28.12.1950 Der „US-Landeskommissar“ George Schuster ehrt Faulhaber

München * Der „US-Landeskommissar“ George Schuster gibt einen Empfang zu Ehren des „Kardinals“ und erklärt, dass Michael von Faulhaber in seinen Predigten „seine kompromißlose Opposition gegen dieses Regime verkündet und vielen Deutschen auf diese Weise neue Kraft für ihren Kampf gegeben“ habe.

13.06.1951 Kardinal Michael von Faulhaber eröffnet „Anna-Klosterkirche“ wieder

München-Lehel * Nachdem die Anna-Klosterkirche „für den praktischen Gebrauch“ weiß getüncht worden ist, kann sie Kardinal Michael von Faulhaber feierlich wiedereröffnen. 

12.06.1952 „Kardinal“ Michael von Faulhaber stirbt

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael von Faulhaber stirbt. 

Der Tod der nicht unumstrittenen Persönlichkeit ruft bei den Gläubigen Münchens nicht nur Bestürzung hervor.

12.06.1952 Die „Münchner Jüdische Zeitung“ würdigt Faulhabers Eintreten

München * Es ist und bleibt ein ewiges Rätsel, warum ausgerechnet die „Münchner Jüdische Zeitung“ zum Schluss kommt, dass Michael von Faulhaber an dem denkwürdigen 3. Dezember 1933 „gegen den Rassenwahn der nationalsozialistischen Machthaber so furchtlos Stellung nahm“.

09.08.1952 Joseph Wendel zum „9. Erzbischof von München und Freising“ ernannt

Rom-Vatikan * Papst Pius XII. ernennt „Bischof“ Joseph Wendel zu Michael von Faulhabers Nachfolger als „9. Erzbischof von München und Freising“.  

Joseph Wendel gilt als ein gemäßigter Konservativer. 




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