Personenverzeichnis

Anita Augspurg

Augspurg Anita
Anita Augspurg
Bildrechte: Gemeinfrei

Anita Augspurg (* 22. September 1857 in Verden (Aller); † 20. Dezember 1943 in Zürich) war eine deutsche Juristin, Aktivistin der bürgerlich-radikalen Frauenbewegung sowie Pazifistin.

Spätestens 1891 begann Augspurg, sich in der Frauenbewegung zu engagieren, und übte sich als öffentliche Rednerin. Ihr Einsatz für Frauenrechte war auch der Grund, warum sie sich nach mehreren Jahren erfolgreicher Arbeit für ein Jurastudium entschied. Sie übersiedelte nach Zürich, weil Frauen in Deutschland noch keinen gleichberechtigten Zugang zu den Universitäten erhielten. Neben Rosa Luxemburg zählte sie dort zu den Mitbegründerinnen des „Internationalen Studentinnenvereins“. Sie schloss ihr Studium mit einer Doktorarbeit ab und war somit die erste promovierte Juristin des Deutschen Kaiserreichs.

Ereignisse

22.09.1857 Anita Augspurg wird in Verden an der Aller (Niedersachsen) geboren

Verden/Aller * Anita Theodora Johanna Sophie Augspurg wird in Verden an der Aller (Niedersachsen) geboren. 

28.04.1915 In Den Haag beginnt der „Internationale Frauenfriedenskongress“

Den Haag * Angeregt von Anita Augspurg, Lida Gustava Heymann und Aletta Jacobs beginnt in Den Haag der „Internationale Frauenfriedenskongress“

25.10.1917 Die Frauen fordern das Wahlrecht

Berlin * In einem Brief an Reichskanzler Georg Michaelis fordern Anita Augspurg, Lida Gustava Heymann, Marie Juchacz, Helene Lange und andere:

„Jetzt ist die Stunde da, in der wir Frauen nach unseren Staatsbürgerrechten laut verlangen müssen. Sollen wir keinen Teil haben an dem was jetzt wird? Haben wir Frauen nicht auch im vollsten Maße unsere schweren Pflichten erfüllt?

Es ist bitter, immer wieder vom neuen aufzählen zu müssen, warum auch wir uns zur vollbewussten Teilnahme am Leben des Volkes berechtigt fühlen.

Wir sind Staatsbürgerinnen und wollen als solche behandelt sein;
Gebt uns Frauen daher das Wahlrecht!“
 

08.11.1918 Frauenwahlrecht als Bestandteil eines demokratischen Beginns

München - Hamburg * Nachdem Kurt Eisner in München den Freistaat Bayern ausgerufen und das Frauenstimmrecht als Bestandteil eines demokratischen Beginns nannte, schreibt Anita Augsburg ihrer sich in Hamburg aufhaltenden Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann:

„Nun begann ein neues Leben! Zurückdenkend erscheinen die folgenden Monate wie ein schöner Traum, so wunderbar herrlich waren sie. […] Endlich konnten Frauen aus dem vollen Schaffen. Frauenmitarbeit war auf allen politischen und sozialen Gebieten erwünscht“

12.01.1919 Das Ergebnis der Landtagswahl von 1919

Freistaat Bayern * Bei den ersten freien, gleichen, unmittelbaren und geheimen Wahlen in Bayern sind erstmals auch Frauen wahlberechtigt.  

Frauen machen 54 Prozent der Wahlberechtigten aus.  
Anita Augspurg kandidiert auf der Liste der „USPD“, ohne der Partei anzugehören.  

Bei den demokratischen Landtagswahlen in Bayern erhält die „Bayerische Volkspartei - BVP“ 66, die SPD 61, die „Deutsche Demokratische Partei  - DDP“ 25, der „Bayerische Bauernbund - BBB“ 16, die rechtsliberale „Mittelpartei“ 9 Mandate.

Die USPD erreicht in den 12 Münchner Landtagswahlkreisen immerhin noch 5 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Landesweit sind es lediglich 2,5 Prozent.
Damit sind sie mit 3 Mandaten im ersten „Landtag des Freistaats Bayern“ vertreten. 

20.12.1943 Anita Augspurg stirbt in New York

New York * Anita Augspurg stirbt in New York. 




© 2017 Gerhard Willhalm, inc. All rights reserved.