Münchner Revolutionsgeschichte 1918/19

10.07.1919

Weimar * Der Reichswirtschaftsminister Rudolf Wissell erklärt den Rücktritt von seinem Amt. 

12.07.1919

München-Au * Der Prozess gegen Ernst Toller beginnt vor dem Standgericht in der Au. 

16.07.1919

München * Erich Mühsam wird zu fünfzehn Jahre Festungshaft verurteilt.

Im Urteil heißt es: „Mühsam hat sich durch seine Tätigkeit bei Aufmachung der ersten Räterepublik als das treibende Element erwiesen. […] Bei Mühsam ist nicht festgestellt worden, dass seine Handlungsweise aus ehrloser Gesinnung entsprungen ist; so werden ihm auch mildernde Umstände zugebilligt; denn er hat zeitlebens in ehrlicher Überzeugung, wenn auch mit einem an psychopathischen Zustand grenzenden Fanatismus, die Durchführung seiner Ideen verfochten hat.

Die Beweiserhebung aber hat ergeben, dass Mühsam während der ganzen Revolutionszeit einen höchst verderblichen Einfluss auf die an sich erregten Massen in skrupelloser Weise ausgeübt hat. Die Verhängung der Höchststrafe ist daher geboten“

Man unterstellt Toller jedoch eine ehrenhafte Gesinnung, was ihm - anders als Eugen Leviné - letztlich das Leben rettet. Er wird zunächst nach Eichstätt überführt. 

21.07.1919

München-Au * Die Ärztin Dr. Hildegard Menzi wird wegen Landesverrat und „Begünstigung des Hochverrates“ angeklagt. Sie wird vom „standrechtlichen Gericht“ in der Au freigesprochen. 

26.07.1919

Deutsches Reich * Das deutsche Branntweinmonopol tritt in Kraft. Es verpflichtet den Staat, kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Brennereien den Alkohol zu einem fixierten Preis abzunehmen, ihn zu reinigen und zu vermarkten.

Es war bereits ein Jahr zuvor von Kaiser Wilhelm II. unterzeichnet worden. 

31.07.1919

Weimar * Verabschiedung der Weimarer Verfassung durch die Nationalversammlung




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