Münchner Revolutionsgeschichte 1918/19

04.11.1919

München * Der ehemalige Husar Stefan Latosi, der in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai blutbefleckt mit gestohlenen Uhren und Geldbörsen den Keller des Prinz-Georg-Palais am Karolinenplatz 5 verlassen hatte, wird in einem abgetrennten Verfahren vom Verbrechen des Totschlags freigesprochen. Er erhält aber wegen schweren Diebstahls zehn Jahre Zuchthaus.

Latosi hat die zuvor ermordeten Kolpinggesellen ausgeraubt. 

08.11.1919

München * Aus Anlass des Jahrestages der Revolution beschließen die sozialistischen Betriebsräte eine „völlige Arbeitsruhe“ und „Einstellung des Straßenbahnbetriebs“. SPD und USPD veranstalten mehrere Festversammlungen.

Am Nachmittag dieses ohne jeden Zwischenfall verlaufenden Tages findet am Ostfriedhof eine Totenfeier statt.

18.11.1919

Berlin * Vor einem Untersuchungsausschuss des Reichstags äußert sich Paul von Hindenburg, dass die deutsche Armee im Felde nicht besiegt, sondern von hinten „erdolcht“ worden ist. Damit ist die lange schon vorbereitete Dolchstoßlegende in der Welt. 

25.11.1919

München * Der Reiseunternehmer Ludwig Siemer gründet den „Volksbund für Kunst und Theater“, aus dem später die „Theatergemeinde München“ hervorgehen wird.

Siemer steht der katholischen Bewegung nahe und betrachtet die politische Linke als Gegner. Deshalb will er den sozialistischen Kräften auf dem Feld der Kultur etwas entgegensetzen.

Er gründet eine Organisation für Schauspielfreunde, die „die Kunst im Theater und auf allen Gebieten der Kunst im Sinne volkstümlich-deutscher Kultur und christlicher Lebensauffassung fördern“ will. 




© 2017 Gerhard Willhalm, inc. All rights reserved.